16. Internationale Gesprächsrunde

16. Internationale Gesprächsrunde

Liebe Mitglieder und Freunde,

zu unserer 16. INTERNATIONALEN GESPRÄCHSRUNDE am 21. und 22. Oktober laden wir ganz herzlich ein.

Das spannende Thema „Netzwerke und Teams – wie können wir sie erfolgreich gestalten?“ führt uns u.a. in die virtuelle Welt des Internets. Hierzu haben wir drei Experten eingeladen – René Querengässer, Dennis Hack und Martin Glogger –, die uns mit ihren Visionen der online-Vernetzung sicher begeistern werden. In einem weiteren Teil dieser Gesprächsrunde wird die Einschätzung unserer eigenen Team- und Netzwerk-„Fähigkeit“ im Vordergrund stehen, wobei das von der pAS – private Akademie für die Selbständigkeit GmbH entwickelte Denkschema „Das Koordinatensystem menschlichen DenkFühlHandelns – Autarkie versus Entarkie“ eine Hilfe sein wird.

Der anhängende Artikel zum Koordinatensystem und die Websites von Human Connection de.humanconnection.org sowie der Akademie für Lebensunternehmer www.onlinetechniker.de dienen der Einstimmung und persönlichen Vorbereitung.

Mit vorfreudigen Grüßen

Nicola Trautner und Hans-Wolff Graf

Anhänge:
16. Internationale Gesprächsrunde – Einladung (PDF)
Das Koordinatensystem menschlichen DenkFühlHandelns (PDF)
koordinatensystem / Graphik (PDF)

 

Jahresbericht 2016 des Anthropos e.V.

Jahresbericht des Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt

August 2015 bis Juli 2016

 

Auch in diesem Jahr möchten wir mit der Erstellung des Jahresberichts die Mitglieder, Freunde, Helfer und Sponsoren des Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt über die vielen verschiedenen Tätigkeiten informieren.

Den größten Anteil unserer Tätigkeit nahmen dabei auch in diesem Jahr unsere langjährigen Projekte im Kaliningrader Gebiet ein. Einige Berichte hierüber werden in diesem Anthropos-Report beschrieben, andere finden Sie auf unserer stetig erweiterten – und bald auch für verschiedene Formate/Endgeräte modernisierten – Website www.anthropos-ev.de.

Neue Keime unserer Arbeit wurden durch unser junges Mitglied Anastasiia Sydorenko aus Kiew, die in München studiert und an unseren „Internationalen Gesprächsrunden“ teilnimmt, gelegt. Sie wurde von der „Anthropos-Idee“ so sehr berührt, daß sie Hans-Wolff Graf und Nicola Trautner nach Kiew einlud, um diese dort vorzustellen.
Gemeinsam mit ihrer Mutter Olena Sydorenko organisierte sie sowohl im März 2016 als auch Ende Mai 2016 eine Reise, auf der wir Menschen und Organisationen kennenlernten, die uns einerseits das Leben in der Ukraine und Kiew nahebrachten, andererseits an einer Zusammenarbeit und sogar an der Gründung eines „Sojus Anthropos Ukraine“ Interesse zeigten. Das wäre dann der dritte Anthropos-Verein – ein wirkliches Ziel!
An dieser Stelle schon ein herzliches Dankeschön – diakuyu! – an Olena und Volodymyr Sydorenko für ihre liebevolle Gastfreundschaft und die unermüdlichen Fahrdienste durch Kiew, sowie für die permanente, liebevolle Übersetzungsarbeit von Anastasiia. Lesen Sie hierzu die Berichte auf den Seiten 36 und 41 im Anthropos-Report 2016.

Zukunftswerkstatt – Umfrage 2016

Aber auch in München entsteht eine immer größere Gruppe von Anthropos-Mitgliedern und -Freunden, die sich regelmäßig zu den ‚Internationalen Gesprächsrunden‘ trifft und sich tatkräftig engagiert. So hat sie im Juli 2016 auf dem ‚SeeGespräche-Sommerfest‘ einen großen Kinderbereich organisiert und gestaltet – mit Malwiese, Tipi, Jonglieren, Stelzenlaufen, Geschichten erzählen, Kinder-Talkshow, u.v.m. Für die ideenreiche, tatkräftige und finanzielle Hilfe unseres neuen Mitglieds Petra Maria Cremer bedanken wir uns recht herzlich.
Zu diesem Anlaß haben wir eine Umfrage, ähnlich wie bereits 1992 und 1993, ins Leben gerufen, die an junge Menschen gerichtet ist – die Zukunftswerkstatt – Umfrage 2016 –, die auch in Kaliningrad und Kiew großen Anklang fand bzw. sogar erweitert wurde. Ausführliche Berichte und die Antworten der Kinder finden Sie im Anthropos-Report 2016 auf den Seiten 22 bis 33.

Leider müssen wir für den Zeitraum dieses Reports feststellen, daß sich das politische Umfeld sowohl in Kaliningrad als auch in Kiew seit der sog. „Ukraine-Krise“ zwischen Deutschland und Rußland wie auch zwischen der Ukraine und Rußland noch nicht wirklich verbessert hat.
Von unseren russischen Partnern im Gebiet Kaliningrad gibt es jedoch immer wieder starke Signale für den weiteren Ausbau unserer freundschaftlich-partnerschaftlichen Zusammenarbeit nach den Prinzipien der Völkerverständigung – Hilfe zur Selbsthilfe, Entwicklung und Förderung von Kindern und Jugendlichen über Grenzen hinweg.
Aus Kiew können wir berichten, daß – ähnlich wie bei uns – die Berichterstattung der Medien nicht dazu beiträgt, den Haß auf die Russen, die ja im Osten die Ukraine angegriffen haben sollen, zu revidieren.
Diese politische Situation, die wir in beiden Ländern und auch bei uns erleben, hat Hans-Wolff Graf dazu bewogen, zusätzlich zu der seit Dezember 2014 bestehenden ‚Internationalen Friedenserklärung‘, eine FRIEDENSBOTSCHAFT zu verfassen. Diese Friedensbotschaft spricht für sich und ruft alle Menschen auf, sich zu erheben. Sie ist ein Appell an die Menschlichkeit, an die Gemeinschaft und vor allem an eine, uns allen innenwohnende, friedvolle und aktive Selbständigkeit. Sie soll einen Friedens-Samen säen, der von der Ukraine, Rußland und Deutschland aus um die ganze Welt wachsen könnte… Auf Seite 48 im Anthropos-Report 2016 und auf unserer Website!!!  können Sie diesen bewegenden Text lesen.

Ferner werden Anthropos-Mitglieder aus Kaliningrad und Deutschland eine Friedensaktion im August unterstützen, die von Menschen aus Rußland und Deutschland organisiert wird – die Friedensfahrt 2016 von Berlin über Kaliningrad nach Moskau. Angesichts der wachsenden Spannungen durch NATO-Manöver rings um das Kaliningrader Gebiet und die sichtbare Aufrüstung in Polen und den Baltischen Staaten, wurde diese Initiative in Leben gerufen. Eine Gruppe von engagierten Menschen – jung bis alt – wird mit ca. 200 Fahrzeugen im Konvoi den anstrengenden Weg nach Moskau machen, um Freundschaften (Druschba) zu säen bzw. diese auszubauen und den Bevölkerungen Deutschlands und Rußlands zu signalisieren: „Wir wollen keinen Krieg und keine Spannungen zwischen unseren Ländern. Wir wünschen uns den Dialog mit unseren Mitmenschen“. Auf der Website www.druschba.info gibt es nähere Informationen hierzu. Wir werden im nächsten AnthroposReport darüber berichten.

Wir freuen uns sehr darüber, den schon bisher freundschaftlich mit uns verbundenen Verein „Frieden durch Kultur“ und dessen Gründer als Mitglieder beim Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt begrüßen zu dürfen. Die Mitglieder dieses Vereins waren maßgeblich daran beteiligt, unsere ‚Internationale Friedenserklärung‘ zu verbreiten und zahlreiche Übersetzungen zur Verfügung zu stellen.
Die Frieden-stiftenden Ideen, Gedanken und Aktionen dieses Vereins sind auf der Website www.peace-through-culture.org/de in den Sprachen Englisch, Deutsch und Russisch nachzulesen.

Anthropos-Mitglieder besuchen Kaliningrad

Im September 2015 hatten die Anthropos-Mitglieder Kai-Uwe Funk, Tina Schindler, Frank Amann und Nicola Trautner aus Deutschland die Gelegenheit, zahlreiche Projekte im Kaliningrader Gebiet zu besuchen und sich einen Eindruck vor Ort zu machen. Das große Interesse der Gruppe an den Projekten ‚ihres‘ Anthropos e.V. im Kaliningrader Gebiet und den geschichtlichen Hintergründen sowie die tatkräftige Hilfe im Natur- und Umweltschutzzentrum waren eine große Freude.

 

KALININGRAD REISE - SEPTEMBER 2015

Lieber Jürgen,

die gemeinsamen Tage mit Dir im Oblast Kaliningrad waren phantastisch. Historisch fand ich unsere Rundreise richtig spannend und es war schon unglaublich, daß Du buchstäblich zu jedem Gebäude und „Stein“ etwas sagen konntest. Einige Male fühlte ich mich richtig in das Ostpreußentum zurückversetzt. Jahreszahlen und Geschichte flogen uns nur so um die Ohren, und die von Dir ausgesuchten Ziele mit den dort vor Ort leben Menschen war ebenfalls genial. Auch die Naturschauspiele waren ein Erlebnis wert. Ob die Moorwanderung, die Fahrten durch das Land oder der Besuch der Kurischen Nehrung. Anschließend die schöne Natur und die Ruhe in Deinem „Forsthaus“ sowie Deine Führsorge, Unterhaltung und gute Laune. Ich denke, ich kann für alle sprechen, jeder fühlte sich so richtig wohl.

Diese Tage sind mir heute noch in lebhafter Erinnerung und werden auch noch lange dort bleiben.

An Dich nochmals einen herzlichen Dank für diese inspirierenden und lebhaften Tage.

Kai-Uwe Funk


Kaliningrad Reise - September 2015

Unsere 4-tägige Kaliningrad-Reise im September 2015 bestand in einem abwechslungsreichen Potpourri an kulturellen, historischen und natürlich geographisch/geologischen „Highlights“.

Die Besichtigung der Stadt Kaliningrad, die Wanderung im Moor, der Spaziergang auf der Kurischen Nehrung, die Bewirtung einer deutschen Reisegruppe im Naturschutzzentrum Gromowo – um nur einige Punkte zu nennen, waren wirklich besonders. Aber die eigentliche Qualität dieser Reise ergab sich erst und hauptsächlich durch Jürgens Intensivbetreuung (sozusagen rund um die Uhr). Durch sein unerschöpfliches Wissen, das er uns bereitwillig zur Verfügung stellte, konnten wir vieles, was für den Normaltouristen gar nicht erkennbar wäre, in einen Kontext bringen und entsprechend vertiefte Eindrücke gewinnen. Besonders nachhaltig konnten sich folgende Eindrücke verfestigen:
Ostpreußen ist wie ein „untergegangenes Reich“; obwohl erst knapp 70 Jahre her, ist an den meisten Stellen nur etwa so viel übrig, wie von römischen Siedlungen in Germanien. Es bedarf also der Vorstellungskraft und guter Geschichtskenntnisse, wie es früher einmal war, und genau diese konnte Jürgen bei uns mit seinen Ausführungen wecken. Eine faszinierende Welt.
Darüberhinaus beeindruckt hat uns aber, daß das heutige Kaliningrad auf dem Weg in die „Moderne“, schon recht weit vorangeschritten zu sein scheint. Wo früher Einöde war, grasen heute 30.000 Rinder, die sogar Sommer wie Winter auf der Weide stehen können. Um die Fleischversorgung der Oblast Kaliningrad muß einem also keine Bange sein.

Kaliningrad kam uns wie eine Miniaturausgabe von Rußland vor. Weite Landschaften einerseits, quirliges Stadtleben (inkl. Stau) andererseits. Und der Nachthimmel über Kaliningrad oder besser gesagt über Gromowo ist wirklich etwas Besonderes.

Es hat sich sehr gelohnt, diese paar Tage zu investieren, um zu sehen, wo und wie der Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt in den letzten 24 Jahren gewirkt hat.

Danke Jürgen!

Tina Schindler und Frank Amann

 

Kaliningrad Reise - September 2015

Eine solche Reise mit unserem Koordinator Jürgen Leiste ist auch für mich, die schon mehrmals mit ihm gefahren ist, jedes Mal ein einmaliges Erlebnis. Die liebevolle und aufmerksame Begleitung sowie die Vernetzung der Projekte durch Jürgen vor Ort mit ihm zu erleben und seinen fundierten Kenntnissen der Geschichte und zur Natur zu lauschen, sind unvergeßlich!

Jeder, der es einrichten kann, sollte sich dies nicht entgehen lassen.

Nicola Trautner

„Nahrung aus Wald und Flur“ – Seminare im „Moosbruchhaus“ für Kinder und Jugendliche

Ebenfalls im September 2015 führten wir, wie im letzten Anthropos-Report bereits angekündigt, im Umwelt- und Naturschutzzentrum das erste praxisbezogene Seminar „Nahrung aus Wald und Flur“ mit Kindern und Jugendlichen durch. Dank unseres für Natur- und Umweltschutz engagierten russischen Anthropos-Mitglieds Tatiana Taletzkaja und ihren Kollegen aus der Schule in Bolschoje Issakowo sowie der tatkräftigen Unterstützung unseres Vereins, wurden diese Tage im September zu einem wirklichen Höhepunkt in Sachen Umwelt- und Naturpädagogik, der bereits im Mai 2016 mit einem zweiten Seminar seine Wiederholung fand.

Die orts- und naturkundige Galina Lewakowa aus Gromowo führte die jungen Seminarteilnehmer an geeignete Plätze im Übergangsmoor des ‚Großen Moosbruchs‘, an denen sie Pilze, Beeren und Herbstkräuter finden konnten, die dann, unter fachkundiger Anleitung von Tatiana Taletzkaja und ihren Kollegen sowie Jürgen Leiste, namentlich bestimmt wurden. Abends wurden die Funde fotographiert und schriftlich ausgewertet sowie kleine Herbarien erstellt, die anschließend prämiert wurden. Die gemeinsame Zubereitung der eßbaren Pilze, Beeren und Herbstkräuter in der Küche des „Moosbruchhauses“ mündete in einem genüßlichen kulinarischen und gemeinschaftlichen Erlebnis.

Seminare im „Moosbruchhaus“

Im Mai 2016 wurde die Aufmerksamkeit der Seminarteilnehmer auf Frühlingskräuter – insbesondere Bärlauch – aus dem nahegelegenen Erlenbruchwald gerichtet. Auch dieses Seminar wurde zu einem fachkundigen, genußvollen und gemeinschaftstärkenden Erlebnis.
Alle Teilnehmer des Herbst- und Frühjahrseminars zum Thema „Nahrung aus Wald und Flur“ freuten sich über das hinzugewonnene Wissen und bekundeten ihr großes Erstaunen darüber, was „Mutter Natur“ so alles in ihrer unmittelbaren Nähe bereithält, an dem sie bislang oftmals so achtlos vorbeigelaufen waren.
Nach diesen beiden erfolgreichen Seminaren beschlossen Begleiter und Teilnehmer, diese zu einem weiteren „Traditionsprojekt“ der beiden Anthropos-Vereine werden zu lassen.

Während des Frühjahrseminars in Gromowo wurde von den Jugendlichen und Lehrern am ehemaligen ‚Arbeits- und Erziehungslager Hohenbruch‘ und an der im Juni 2015 aufgestellten Gedenktafel Hand angelegt. An der sogenannten „Kapobaracke“ des ehemaligen Lagers wurden Freilegungs- und Sicherungsarbeiten an den Fundamenten und Treppen durchgeführt, die Gedenktafel gesäubert sowie der Platz um diese herum hergerichtet.
Die Beschäftigung mit diesem dunklen Kapitel des Nationalsozialismus im jetzigen Gromowo wird im „Moosbruchhaus“ durch eine Sammlung von Dokumenten und Bildmaterialien gefördert und unterstützt. Dieser Ort ist in zunehmendem Maße für touristische Gruppen, insbesondere aus dem ‚Kernland‘ Rußland, gefragt.

Spenden und Hilfsaktivitäten

Wie in jedem Jahr wurden durch Anthropos-Mitglieder Spenden und Hilfsaktivitäten im Kaliningrader Gebiet durchgeführt und einzelne Projekte gezielt unterstützt.

Dreirad-Fahrrad

So konnte bei einem der weiterhin zahlreichen Fahrten unseres Koordinators Jürgen Leiste in das Kaliningrader Gebiet neben gängigen Fahrrädern auch ein neuwertiges, für den VW-Bus „Sophia V“ ein wenig sperriges Dreirad-Fahrrad – eine Spende aus dem Oberhavelkreis – mit auf Reisen gehen. Dieses Dreirad-Fahrrad wurde an die Leiterin des „Zentrum für Soziale Dienstleistungen“, Oksana Gulakowa, übergeben, die die Koordination für die zeitliche Zuteilung übernommen hat. Aus ihren Kenntnissen der sozialen Situation im Gebiet Osjorsk und mithilfe von Frau Anna Petrowa wird das Dreirad-Fahrrad in den drei Gemeinden Malzewa, Abelina und Nekrasowa an alte und gehbehinderte Menschen zeitweise ausgeliehen, was diesen das Leben in ihrer ländlichen Region wesentlich erleichtert. Ein großer Dank von dort an die Spender!

Im Dezember 2015 startete unser langjähriges Mitglied Gerhard Steger wieder seine jährliche Spendensammelaktion, die die Anthropos-Partner in Kaliningrad für ihre Feierlichkeiten zum Jahreswechsel freudig entgegennahmen und die mit Hilfe unseres Koordinators Jürgen Leiste an diejenigen weitergegeben wurden, die es wirklich nötig haben. Diese jahrelange Hilfsbereitschaft von Gerhard Steger und all seinen Helfern aus dem Oberhavelkreis des Landes Brandenburg ist bereits „sprichwörtlich“ – einmal mehr: Herzlichen Dank!
Zum wiederholten Male plant Gerhard Steger gemeinsam mit der Gemeinde Weetze (NRW) im Oktober 2016 den Kinder- und Jugendchor „Mladuschka“ in Deutschland zu empfangen; inzwischen bereits in dritter Generation nennen ihn die Chor-Mitglieder liebevoll „Großväterchen Gerhard“.

Plüschtiere zum Trocknen für die Reise nach Kaliningrad

Auch auf seiner privaten Urlaubs-Reise Ende Mai/Anfang Juni 2016 ins Kaliningrader Gebiet ließ Gerhard Steger es sich nicht nehmen, zum Internationalen Kindertag den Kindergarten Nr. 30 in Uschakowo, die Jugendclubs in Lwowskoje, Krasnolesje und Prochladnoje sowie das Sozialzentrum in Osjorsk zu besuchen und dort Sach- und Geldspenden zu übergeben. Diese Reise ermöglichte unser Anthropos-Freund und -Helfer Roland Klein, für den es nichts Neues ist, sieben Stunden Wartezeit bei der Ausreise aus Kaliningrad nach Polen zu ertragen, die leider durch polnische Zöllner und Grenzbeamte verursacht wurde. Immer wieder werden gerade von polnischer Seite die polnisch-russischen Beziehungen durch derartige Aktionen belastet.

Die Leiterin des Kindergartens in Krassnolessje, Irina Tambulatowa, bekam zum Kauf von Spielgeräten für den Kinderspielplatz des Kindergartens in Krasnolessje finanzielle Unterstützung. Die Kinder dankten es mit fröhlichen, strahlenden Augen beim Spielen.

Neben den Anthropos-Jugendclubs in Krasnolessje, Prochladnoje und Lwowskoje, die für Renovierungsmaßnahmen sowie verschiedene Kinder- und Jugendveranstaltungen Unterstützung erhielten, bekam auch der Jugendclub der Gemeinde Gromowo für die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen finanzielle Mittel.

Das ‚Psycho-Neurologische Zentrum‘ in Gromowo, dessen Leitung von unserem langjährigen russischen Anthropos-Mitglied Yuri Kusnezow, der seine Arbeit gesundheitsbedingt nicht fortführen kann, an Frau Walentina Alexandrowa übergeben wurde, erhielt für die Gestaltung der Wege und Grünflächen auf dem Gelände finanzielle Unterstützung, wofür die Patienten freudig dankten.
An dieser Stelle möchten wir Yuri Kusnezow unseren herzlichen Dank für seine jahrelange engagierte und unermüdliche (Zusammen-)Arbeit aussprechen! Du warst und bist ein phantastischer Partner!

Ausgebremst…

Leider konnten in diesem Jahr nicht alle Sach- und Geldspenden aus Deutschland so komplikationslos ihre Empfänger erreichen. Unsere beiden Anthropos-Mitglieder Dr. Beate Voß und Dr. Ursula Krönert hatten zum Jahreswechsel Sachspenden an unseren Koordinator Jürgen Leiste für hilfsbedürftige Menschen in der Gemeinde Jasnoje im Slawsker Rayon übergeben, die ihr Ziel nicht erreichen konnten, da er kurz vor Jasnoje von der Grenzpolizei festgenommen wurde.
Das kam so: Für die Grenzzone zu Litauen muß man eine Sondergenehmigung einen sog. Propusk vorlegen können, die unserem Koordinator trotz mehrfacher Bemühungen bis zum heutigen Zeitpunkt ohne Begründung nicht erteilt wurde. Solche Situationen erleichtern unsere gemeinnützige Arbeit nicht unbedingt, wie wir wissen. Früher erhielt man problemlos eine solche Genehmigung bei der Einreise in dieses Gebiet.
Wir lassen uns jedoch nicht – und das ist versprochen – von derartigen Erschwernissen unser langjähriges, freundschaftliches, grenzüberschreitendes und völkerverbindendes Verhältnis zu all unseren Partnern des Anthropos e.V. im Kaliningrader Gebiet beschädigen. Das sind wir insbesondere unseren Kindern und Jugendlichen schuldig, denen wir bereits seit über zwanzig Jahren zuverlässige Wegbegleiter und Helfer sind.

Krasnolessje – vorbildhaft

Die tolle Weiterentwicklung unseres Anthropos-Jugendclubs in Krasnolessje – wir berichteten im letzten Anthropos-Report über dessen Renovierung – ist ganz maßgeblich von der Leiterin Irina Kowardo und ihren Aktivitäten bestimmt. Im Bereich Gesang und Tanz, besonders für die Kinder nach der Schule, sowie bei der Durchführung von Veranstaltungen, hat sich Irina eine Vorbildfunktion im gesamten Rayon Nesterow erarbeitet. Gern unterstützen wir diesen Jugendclub in der Rominter Heide im südlichen Gebiet Kaliningrads auch weiterhin.
Im September 2016 findet die nächste Folge einer weiteren Traditionsveranstaltung statt – „Lieder der Generationen“ –, die von Irina Kowardo in Zusammenarbeit mit dem Anthropos e.V. geplant und durchgeführt wird. Was das bedeutet, kann nur der ermessen, der selbst schon einmal derartige Veranstaltungen organisiert und durchgeführt hat.
Ich bin als Koordinator stolz darauf, mit solchen aktiven Frauen zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten zu dürfen. Von derartigen praxisbezogenen Pädagogen gibt es in unserem russischen Anthropos-Verein erfreulich viele; sie sind die Lokomotiven, die wirklich etwas bewegen – in Liebe und Verständnis zu und mit ihren Kindern. Dem gebührt immer wieder unsere volle Hochachtung.

Seminare mit Hans-Wolff Graf, Swetlana Dovzhenko und Yuri Deschkositsch

Jahresbericht 16_5

Yuri Deschkositsch, Hans-Wolff Graf, Swetlana Dovzhenko

Auf dem Gebiet der Bildung und Erziehung ist unser Gründer und Vorsitzender des Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt, Hans-Wolff Graf weiterhin unermüdlich im Kaliningrader Gebiet tätig. Gerade die Seminare der „Elternakademie“, die regelmäßig in der Tschechow-Bibliothek stattfinden, setzen wertvolle Maßstäbe und Keime für die Erziehung und den Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Seine vielfältigen und jahrelangen Erfahrungen auf den Gebieten der Pädagogik, Psychologie und Philosophie beflügeln nun auch seine engsten russischen Partner, Swetlana Dovzhenko und Yuri Deschkowitsch, beide Diplompsychologen, zur Durchführung von Seminaren und Gesprächsrunden. Swetlana, die Präsidentin des ‚Sojus Anthropos Kaliningrad‘, führt nicht nur Seminare, sie ist als Psychologin auch Ansprechpartnerin für Konsultationen mit Einzelpersonen, Paaren und Familien.
Dafür kann an dieser Stelle nicht genug gedankt werden; wissen wir doch um den Stellenwert einer allumfassenden Erziehung und Förderung unserer Kinder und Jugendlichen zu autarken, selbstbestimmten Mitgliedern unserer Gesellschaft. (Feedbacks der Seminar-Teilnehmer finden Sie auf 15 und 16 im Anthropos-Report 2016)

Die Bildungsprojekte der Tschechow Bibliothek, wie die Literatur- und Literaturgeschichtswettbewerbe „Bernsteinfeder“ und „Mein Tschechow“ sind als Traditionsprojekte auch in diesem Jahr vom Anthropos e.V. gefördert worden. Von der Nachhaltigkeit dieser Projekte bei der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen zeugen die hervorragenden Leistungen, die von den Teilnehmern im Bereich Literatur und Literaturgeschichte erbracht werden. Die Preisträger dieser Literaturwettbewerbe vermitteln den Eindruck, daß hier eine Generation heranwächst, welche angesichts und trotz aller heutigen technischen Möglichkeiten (und Unmöglichkeiten), die Literatur und Kunst als eine Bereicherung und Orientierung für das künftige Leben erlebt.

Ausflüge in das Museum „Alte deutsche Schule Waldwinkel

Die Kinder des Sozialzentrums in Osjorsk und des Jugenclubs in Krasnolessje konnten einen ganz besonderen Ausflug in das Museum und Bildungszentrum „Alte deutsche Schule Waldwinkel“ erleben (siehe S. 20 und S. 21 im Anthropos-Report 2016).

Museums-Tag

In diesem vorbildlichen kleinen Museum, das von Inessa Natalitsch geleitet wird und ebenso liebevoll wie fachkundig eingerichtet wurde, können Kinder und Jugendliche das Schulsystem vor 1945 erleben (mit alten Schiefertafeln und Griffeln, dem Rohrstock, alten Schulranzen und Schultüten sowie vielen Fotos und alten Büchern) und über den schweren Anfang der russischen Menschen nach 1945 hören. An solch einem Museums-Tag dreht sich alles um die Schule – bis hin zu einer Schulspeisung früherer Zeiten.
Aber auch über die Tier- und Pflanzenwelt der Region im Rayon Polesk in der heutigen und früheren Zeit, in dem einstmals Deutschlands größtes Naturschutzgebiet existierte, werden die Kinder in lehrreichen kleinen Seminaren unterrichtet.
Unsere Anthropos-Freundin Inessa Natalitsch leitet dieses kleine Museum, das durch ihre private Initiative entstand, in vorbildlicher Weise; sie ist damit zu einem echten Leuchtturm für das ganze Gebiet Kaliningrad geworden. Dieses so wichtige Museum und die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, aber auch für interessierte (nach der Besichtigung begeisterte) Erwachsene, dienen dem Kennenlernen der (Schul-)Geschichte der deutschen und russischen Völkergemeinschaften mit all ihren Traditionen. Ein Bildungsansatz, der durch den Anthropos e.V. auch zukünftig gefördert werden wird.

Wie aus dem diesjährigen Bericht über die zahlreichen Aktivitäten des Anthropos e.V. gut ersichtlich, sind auch in diesem Jahr Hilfsleistungen, Sachspenden und finanzielle Unterstützungen zielgerichtet, punktuell und projektbezogen durch die persönliche Betreuung unseres Koordinators Jürgen Leiste eingesetzt worden. Die aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden resultierenden finanziellen Mittel unseres Vereins konnten auch in diesem Jahr sehr effizient genutzt werden, was für unseren Verein, der weder staatlich, noch religiös vernetzt ist, der auf Werbung sowie einen großen Verwaltungsapparat verzichtet und in dem sich die Mitglieder ausschließlich ehrenamtlich engagieren, besonders wichtig ist.
Das Zusammenwirken von praktischer Hilfe und zielgerichteter Organisation vor Ort ist der Schlüssel unseres Erfolges über so lange Zeit hinweg. Das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird dabei stets beachtet und praktisch umgesetzt.
So zeitigen unsere langjährigen Projekte ihre Erfolge, so z.B. das Psychoneurologische Zentrum, Gromowo, unsere Jugendzentren in den Rayons Slavsk, Nesterow und Osjorsk, unsere Seminare und Elternakademie, um nur einige Beispiele zu nennen.
Es ist am Ende dieses Berichtes nicht nur eine bloße Floskel, wenn wir uns hier ganz ausdrücklich bei allen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern unseres Vereins auf das Herzlichste für ihre treue Unterstützung und Hilfe bedanken möchten.
Dies ist uns eine Herzensangelegenheit, denn wir wissen nach fast 30 Jahren sehr wohl, wovon wir in diesem Zusammenhang sprechen. Wie wichtig die Tätigkeit unseres Vereins gerade in der aktuellen politischen Zeit auf dem Gebiet der Völkerverständigung ist, spüren wir bei unserer Vereinsarbeit im Kaliningrader Gebiet und seit diesem Jahr auch in Kiew. Wir werden auch weiterhin an der Seite der Kinder, Jugendlichen und hilfsbedürftigen Menschen stehen, welche unserer Hilfe bedürfen.
All die in unserem Anthropos-Report genannten Sponsoren aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz tragen nachhaltig dazu bei, die vielfältigen Projekte unserer Vereinsarbeit zu ermöglichen, auch wenn wir nur ein kleiner Verein sind. Der verantwortungsbewußte, ökonomische und sinnvolle Umgang mit den Spenden ist für uns seit jeher ehernes Gesetz und absolute Transparenz dabei das oberste Gebot.

Für den Rest des Jahres möchten wir ihnen, liebe Mitglieder, Freunde und Helfer des Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt von Herzen alles Gute wünschen. Bleiben sie uns weiterhin gewogen auch in schwierigen Zeiten. Wir sind es den Kindern und deren perspektivischer Zukunft schuldig.

Jürgen Leiste und Nicola Trautner

 

Ich schaute den Himmel, ich schaute die Erde, ich schaute das Meer, bald alles zusammen, bald jedes für sich, und über jedes geriet ich in Entzücken, konnte nicht davon lassen, ich sah und blickte, ratend und ringend, gewahrend und genießend das Ganze in unersättlichem Vergnügen.

Worte des Andrenio aus „Das Kritikon“ von Baltasar Gracián

Hier gibt’s den Jahresbericht 2016 zum Download

 

Der Anthropos Report 2016 ist da!

Anthropos Report 2016

Anthropos Report 2016

Inhaltsverzeichnis:

  • Editorial
  • Liste unserer Helfer, Spender und Sponsoren
  • Jahresbericht des Anthropos e.V. von August 2015 bis Juli 2016
  • Ein herzliches ‚Danke
  • Feedbacks der Seminarteilnehmer in Kaliningrad
  • Sonderausgabe 2016 – Die Seelenkönigin von Hans-Wolff Graf
  • Die Seelenkönigin – bald als Hörbuch bei ‚RADIO 39
    Interview mit Dr. Hans Christian Meiser
  • Die Kinder brauchen Anthropos – wir brauchen Sie!
  • Auf die Plätze … fertig … Sommer! Bericht aus Osjorsk
  • Gemeinsame Projekte in Krasnolessje
  • Mal- und Spielwiese auf dem ‚SeeGespräche-Sommerfest 2016
  • Ein Tag in Gurjewsk – nicht irgendein Tag!
  • ZUKUNFTSWERKSTATT – Umfrage 2016
    Kaliningrad-Kiew-Ulm-München
  • Gammy geht auf Reisen
  • Meine ganz besondere Reise nach Kiew
  • Kiew – eine Fahrt ins Unbekannte
  • Die FRIEDENSBOTSCHAFT – Ukraine-Rußland-Deutschland
  • Kluger Egoismus – Was hat er mit Welt-Frieden zu tun?
  • Unsere 7. bis 14. INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDE
  • Schlußwort
  • Irgendetwas ist auf dieser Welt passiert…

 

Zum Download hier

 

Weltkindertag 2016

Kindertalkshow am SeeGespräche Sommerfest 2016

FÜR DIE KINDER DIESER WELT!

Bei der 1. SeeGespräche Kindertalkshow ging es um die Wünsche der Kinder und darum, wie sich Kinder ihre Welt vorstellen. Pünktlich zum Weltkindertag 2016, steht diese Talkshow online zur Verfügung:

Wir freuen uns über die Verbreitung.

15. Internationale Gesprächsrunde

15. Internationale Gesprächsrunde

Thema: „Strategie – Taktik – List – Täuschung
Freitag, 23. September 2016 – 20.00 Uhr und
Samstag, 44. September 2016 – 10.00 bis 18.00 Uhr

Liebe Mitglieder und Freunde,

es ist wieder soweit – unsere 15. INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDE findet am 23. und 24. September statt.

Das Thema „Strategie – Taktik – List – Täuschung“ wird uns spannende Stunden bereiten, begegnet es uns doch täglich im Persönlichen wie auch in Politik, Wirtschaft und den Medien.

Der anhängende Artikel dient der Einstimmung und persönlichen Vorbereitung.

Mit vorfreudigen Grüßen

Nicola Trautner und Hans-Wolff Graf

Einladung:
15. Internationale Gespraechsrunde September 2016
Artikel zur Vorbereitung:
Intrigen – Wenn die Seele weint

ZUKUNFTSWERKSTATT – Umfrage 2016

ZUKUNFTSWERKSTATT Umfrage 2016

Schön, daß Du uns gefunden hast und neugierig auf unsere Umfrage bist!

Umso mehr wir mit Euch ins Gespräch kommen und wissen, was Ihr denkt und fühlt, umso schöner können wir gemeinsam die Zukunft gestalten.

Wir möchten gerne wissen, was Euch so bewegt und haben uns diese Umfrage ausgedacht.
Auf Eure Antworten sind wir schon gespannt!
Die Fragen, die Ihr an uns stellt, werden wir auf jeden Fall beantworten.
Ihr dürft Euch eine oder mehrere Fragen aussuchen, aber natürlich auch auf alle antworten.

Für Online-Antworten stehen unten die Links.

Jetzt viel Spaß beim Überlegen und Schreiben – bis bald!

Wenn Ihr lieber auf Papier schreibt oder malt, gibt es hier die PDFs zum Runterladen und Ausdrucken – dann per Post an uns schicken.

An die Erwachsenen

Kinder sind die Zukunft“ – dieser Satz schallt durch die Welt. Doch, welche Gedanken sich junge Menschen bereits in frühen Jahren über „die“ Zukunft – ihre Zukunft – machen, danach fragen wir sie viel zu selten. Denn, daß sie sich ausgiebig Gedanken über die Zukunft machen, zeigten bereits unsere Umfragen 1992 – „Was würdest Du verändern, wenn Du zaubern könntest?“ – und 1993 – „Wie stell ich mir das Jahr 2000 vor?“.

Bei der Vorbereitung zum ‚SeeGespräche-Sommerfest‘, das vom 8.-10. Juli unter dem Titel „MUT-Festival – Visionen und Innovationen“ stattfand und für die auch eine Kindertalkshow vorgesehen war, kam uns diese Umfrage wieder in den Sinn. Außerdem inspirierten uns die Kinder der 6. Klasse aus der Schule Nr. 80 in Kiew, die uns im März ihre „Traumschulen“ als Geschenk überreicht hatten.

Was wir bisher an Antworten hören durften, finden Sie in den Antworten beschrieben, die wir hier nach und nach einstellen werden.

EINE BITTE NOCH: Helfen Sie mit, daß diese Umfrage noch viel mehr junge Menschen erreicht; sprechen Sie Ihre Kinder oder die Ihrer Freunde an; bringen Sie sie in Schulen oder Freizeiteinrichtungen, und schicken Sie uns die Antworten.

Vielleicht wecken die Umfrage und Antworten der Kinder in Ihnen das Bedürfnis, den Kindern auch etwas schreiben zu wollen – sie wünschen sich, wie Sie früher auch, Verständnis, Anerkennung und Liebe für ihre Zukunft.

Der Anthropos Report 2015 ist da!

Anthropos Report 2015

Anthropos Report 2015

Inhaltsverzeichnis:

  • Editorial
  • Liste unserer Helfer, Spender und Sponsoren
  • Bilanz der erfolgreichen Tätigkeit des Anthropos e.V. von Juli 2014 – Juni 2015
  • Zeitungsartikel ‚Oranienburger‘
  • Internationale Friedenserklärung
  • Unsere Internationalen Gesprächsrunden
  • Teilnehmer-Feedbacks zu unseren Internationalen Gesprächsrunden
  • Begegnung im Café
  • Eine der ältesten gemeinnützigen Organisationen des Kaliningrader Gebiets feierte ihren runden Geburtstag
  • Jubiläum – 20 Jahre Anthropos Kaliningrad
  • Rede von Hans-Wolff Graf anläßlich des 20-jährigen Jubiläums unseres russischen
  • Schwestervereins „Sojus Anthropos Kaliningrad”
  • Anthropos in Kaliningrad
  • Planet der Kindheit – Planet der Güte
  • Neues aus Krasnolessje
  • Die Schule der Tiere
  • Projekt: Geschichte des Arbeitserziehungslagers Hohenbruch im ehemaligen Ostpreußen
  • Training im Wald
  • Das Jahr der Literatur in der Tschechow-Bibliothek
  • Buchbesprechung: „Die narzißtische Gesellschaft: Ein Psychogramm”
  • Singende Generationen
  • Wie man aufhören kann, sich ständig mit anderen zu vergleichen
  • Schlußwort
  • Jedes Kind ist etwas Besonderes

Hier den Anthropos Report 2015 runterladen

 

Jahresbericht 2015 des Anthropos e.V.

Bilanz der erfolgreichen Tätigkeit des Anthropos e.V. von Sommer 2014 bis Sommer 2015

 

Als wir im August 2014 für den diesjährigen Anthropos-Report den Redaktionsschluß festlegten, war unser Abschluß-Résumé geprägt von einer positiven Aussicht auf die weitere freundschaftliche und grenzübergreifende Arbeit des Anthropos e.V., vor allem, was unser „Großprojekt“ in der russischen Enklave Kaliningrad betrifft. Auch in diesem Berichtszeitraum sind die positiven Ergebnisse unserer Arbeit zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg in das Leben im Kaliningrader Raum bestimmend und praktisch sichtbar. Und doch findet unsere Arbeit heute in einem anderen politischen Umfeld statt als in den Vorjahren, was durch die „Ukraine-Krise“ geprägt ist. Gerade das wichtige Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland ist zu wertvoll, um es durch diesen internationalen Konflikt nachhaltig beschädigen zu lassen. Glücklicherweise haben wir es in unserer praktischen Tätigkeit im Gebiet Kaliningrad bisher jedoch nur mit geringfügigen Auswirkungen dieser Krise zu tun. Nach wie vor ist eine zukünftige Zusammenarbeit von unseren russischen und deutschen Partnern nicht nur erwünscht, sondern wird mit praktischen Maßnahmen auch gefördert und unterstützt.
Mehr denn je geht es für uns jetzt wieder einmal darum, die Prinzipien der Völkerverständigung nicht nur als Zielstellung in unserer Satzung verankert zu wissen, sondern diese in Zukunft auch weiterhin praktisch umzusetzen. Ein wichtiger Bestandteil war und ist dabei immer wieder die vom Anthropos e.V. geförderte interkulturelle Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

Auftritte des russischen Kinder- und Jugendchores Mladuschka in Weeze und Liebenwalde

So konnte auf Initiative unseres langjährigen Anthropos-Mitgliedes Gerhard Steger aus Neuholland im Oberhavelkreis wieder einmal der Kaliningrader Kinder- und Jugendchor ‚Mladuschka‘ in Deutschland auftreten. Dieses Mal ging die Reise zunächst vom 5. bis 9. September 2014 nach Weeze in Nordrhein-Westfalen, nahe der holländischen Grenze. Die jungen SängerInnen und Sänger mit ihrer Dirigentin Lydia Dunajewa bestritten im Saal der Schloßruine Hertefeld ein begeisterndes Konzert und traten außerdem auf der Kirmes in Weeze auf. Bürgermeister Ulrich Francken freute sich gerade in dieser politisch angespannten Zeit über den erneuten Besuch – nachdem der Chor zum ersten Mal 2012 in Weeze aufgetreten war – dieser russischen „Botschafter“ und des ehemaligen Neuholländer Bürgermeisters Gerhard Steger, der den Chor begleitete und den Kontakt nach Weeze vermittelt hatte. Wie die Rheinische Post berichtete, wurde der Chor mit stehenden Ovationen und nicht ohne Zugaben begeistert gefeiert. Der einhellige Tenor dieser Veranstaltung bei den Zuhörern war: „Um das Verständnis der Völker untereinander zu verbessern und vorurteilsfrei zu gestalten, sind derartige gegenseitige Kontakte von größter Bedeutung.
Von Weeze ging es dann nach Liebenwalde, wo die SängerInnen von ‚Mladuschka‘ bereits zum 8. Mal zu Gast waren. Dieses Mal traten sie in der Liebenwalder Kirche auf, wo sie die Zuhörer in die endlosen Weiten Rußlands, die Abgeschiedenheit entlegener Dörfer, aber auch ins pulsierende Leben der russischen Städte mitnahmen. Auch hier applaudierten die Zuhörer stehend mit großer Begeisterung.
Der russische Chor Mladuschka hat wieder einmal mit seiner Kunst dazu beigetragen, die Völkerverständigung der Menschen untereinander zu fördern. Danke dafür!

Hilfeleistungen aus Brandenburg und von anderen Helfern des Anthropos e.V.

Gerhard Steger, der Initiator der Spendenaktionen aus Neuholland im Oberhavelkreis, hatte zwar verkündet, er wolle mit den selbst durchgeführten Hilfstransporten nach Kaliningrad aufhören, da er älter werde und die Vorbereitung und Durchführung viel Kraft koste. Nichtsdestotrotz war er jedoch auch in 2014 und 2015 unermüdlich weiter unterwegs und sammelte Spenden für die russischen Partner des Anthropos e.V. in Jugendzentren und Sozialeinrichtungen im Kaliningrader Gebiet mit dem Ergebnis, daß die Helfer aus Neuholland im Dezember dem Koordinator des Anthropos e.V. zahlreiche Hilfsgüter übergeben konnten, die dann von ihm auf seinen monatlichen Fahrten in das Kaliningrader Gebiet im VW-Bus mitgenommen und vor Ort persönlich an die Empfänger übergeben wurden.

Jahresbericht 2014/2015

Teilnehmer der Reise nach Kaliningrad an der Marienburg in Polen.

Was ursprünglich von Gerhard Steger vom 28. Mai bis 06. Juni 2015 als eine Familienfahrt in das nördliche Ostpreußen geplant war, gestaltete sich jedoch auch diesmal zu einer Fahrt mit vielen Hilfsgütern.

Mit „an Bord“ waren diesmal außer Brigitte und Gerhard Steger unser langjähriger Helfer Roland Klein, Fliesenlegermeister aus Stolzenhagen, der seinen VW-Bus zur Verfügung stellte, die ehemalige Lehrerin Edeltraud Spiering, die Schwester von Gerhard Steger und ihr Ehemann aus Erfurt sowie deren Tochter mit Ehemann. Die zahlreichen Sachspenden und finanziellen Mittel waren bestimmt für den Kindergarten Nr. 30 in Uschakowo, für die Kinder und Jugendclubs in Lwowkskoje, Krasnolesje und Prochladnoje. Auch die Partner in der Sozialstation Osersk und der Chor ‚Mladuschka‘ wurden bedacht.

17 Jahre sammelt Gerhard Steger nun schon Spenden für die Anthropos-Partner im Kaliningrader Gebiet. Diese Leistung ist unter den gegebenen Umständen und dem persönlichen Einsatz nicht hoch genug zu würdigen. Nochmals, lieber Gerhard, Dir und deinen fleißigen Helfern einen großen Dank dafür!

Jahresbericht 2014/2015

Schüler der Exin-Oberschule Zehdenick mit den Lehrerinnen Frau Sieger und Frau Busch

Zu den zahlreichen öffentlichen und privaten Helfern gehören diesmal auch SchülerInnen und Lehrer des Granseer Strittmatter-Gymnasiums. Sie hatten über Christian Busch, dessen Mutter Sozialarbeiterin an der Exin-Oberschule in Zehdenick ist, von den Hilfstransporten für Kinder und Jugendliche in das Kaliningrader Gebiet erfahren.

An zwei Tagen im Mai hatten alle Klassenstufen verschiedenste Schulutensilien, Naschereien und kosmetische Artikel zusammengetragen. Inzwischen weiß jeder Spender, daß seine Gaben ihr Ziel erreichten. Liebevolle Dankesbriefe aus Kaliningrad an die Spender sorgten ebenfalls dafür.

Bei den Hilfsgütern und Sachspenden, die auf unseren monatlichen Fahrten in das Kaliningrader Gebiet mitgenommen und vor Ort übergeben werden, liegt der Schwerpunkt nicht mehr so sehr auf Kleidung und Wäsche, sondern ganz zielgerichtet auf gebrauchte und neue Sportartikel aller Art, Werkzeuge, Küchenartikel und -geräte, Schulmaterialien u.ä. sowie finanzielle Unterstützung.

Auch in diesem Jahr möchte ich mich an dieser Stelle für die unterstützende Hilfe verschiedener Einrichtungen und Privatpersonen bedanken. So hatte diesmal die Pflegeeinrichtung Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH in Berlin – auch im Andenken an unser ehemaliges Anthropos-Mitglied Gisela Leiste – unbürokratisch mehrere Rollstühle zur Verfügung gestellt, die dann schrittweise mit unserem VW-Bus ins Kaliningrader Gebiet, und dort vor allem in die Sozialstation nach Osjorsk geliefert wurden.

Kinder aus dem Sozialzentrum Osjorsk

Kinder aus dem Sozialzentrum Osjorsk

Auf Initiative von Sylvia Hildebrandt im Zusammenwirken mit unserem Anthropos-Mitglied Simone Haller aus Woltersdorf fand eine große und schwere Schultafel ihren Weg nach Kaliningrad. Inzwischen hat diese Tafel im dortigen Museum ‚Alte deutsche Schule Waldwinkel‘ in Iljitschowo, einen würdigen Platz gefunden.

Vielen Dank dafür sagt Inessa, die Leiterin des Museums.

Aus der Sozialstation in Osjorsk übermittelte die Leiterin Oksana Gulakowa mit einer kleinen Bildmappe zum Jahreswechsel allen deutschen Helfern des Anthropos e.V. die herzlichsten Dankesgrüße, verbunden mit dem Wunsch für eine weitere enge Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, die unserer Hilfe bedürfen.

Begeisterung beim Tischfußball im Jugendclub in Lwowskoje

Begeisterung beim Tischfußball im Jugendclub in Lwowskoje

Die Anthropos-Jugendzentren in den Rayons Osjorsk, Slavsk und Nesterow standen im Berichtszeitraum wieder im Zentrum der Unterstützung und Förderung durch den Anthropos e.V. So wurde der Jugendclub in Lwowskoje in diesem Jahr mit einer stabilen Tischfußballanlage und einem von Anthropos-Mitgliedern gespendeten Billardtisch ausgestattet, und die Jugendclubs in Prochladnoje und Krasnolesje erhielten finanzielle Unterstützung für notwendige Renovierungskosten. Dies alles hilft uns letztendlich, die Bedingungen für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu verbessern, und dafür möchte ich an dieser Stelle unseren deutschen Helfern und Sponsoren recht herzlich danken.

Familie aus dem Rayon Slawsk

Familie aus dem Rayon Slawsk

Unsere Anthropos-Mitglieder Dr. Ursula Krönert und Dr. Beate Voß hatten im Berichtszeitraum eine besonders sozial benachteiligte Familie aus dem Rayon Slawsk, dem heutigen Jasnoje (ehemals Kaukehmen/Kuckerneese), in Abstimmung mit der dortigen Administration mit Sachspenden und finanziellen Zuwendungen unterstützt. Dafür ganz lieben Dank von der Familie, deren Leben durch diese Hilfsaktion eine deutliche Erleichterung erfahren hat.

Ein großer Dank geht auch an unser Anthropos-Mitglied Engelhard Schaber, der sich die Zeit genommen hatte, um in das Kaliningrader Gebiet zu kommen und völlig kostenlos neue Elektroanschlüsse auf dem Grundstück des Moosbruchhauses zu legen. Mit seiner Qualifikation als langjähriger Elektromeister hat er uns bereits mehrfach dabei geholfen, anstehende Instandhaltungsmaßnahmen in unseren Objekten kostengünstig und qualitativ hochwertig durchzuführen. Lieber Engelhard, recht herzlichen Dank dafür, verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Ein ganz treuer Helfer bei unseren Fahrten in das Kaliningrader Gebiet ist natürlich unser VW-Bus, ohne den wir viele Aktionen nicht realisieren könnten. Auch wenn er seinem Alter entsprechend immer wieder einmal unter kleineren „Krankheiten“ leidet, stehen gelassen hat er uns bisher nicht. Natürlich muß man sich das eine oder andere Mal etwas zu helfen wissen.

Mein Dank hierbei gilt besonders Aik Hampel, dem Leiter der Niederbarnimer Autoverwertung in Liebenwalde, und seinen unermüdlichen Mitarbeitern, die bisher jedem unserer VW-Busse durch ihre Hilfe ein längeres Leben bescherten.

Jahresabschluß 2014 des Sojus Anthropos Kaliningrad   

Traditioneller Jahresabschluß

Traditioneller Jahresabschluß

Im Dezember des ausgehenden Jahres 2014 versammelten sich Mitglieder, Freunde und Gäste des Sojus Anthropos Kaliningrad zu ihrem traditionellen Jahresabschluß im Deutsch-Russischen-Haus in Kaliningrad. Nach dem Tätigkeitsbericht, vorgetragen von der Präsidentin Swetlana Dowzhenko, und einzelnen Berichten von Vereinsmitgliedern über die Ergebnisse der gemeinnützigen Arbeit und dem perspektivischen Ausblick auf das Jahr 2015 gab es wie in jedem Jahr ein buntes Kulturprogramm, gestaltet durch Mitglieder und Freunde des Sojus Anthropos.

Der Chor ‚Mladuschka‘, die Gesangsgruppe ‚Golupka‘ und junge Musiker der Musikschule aus dem Leningrader Rayon Kaliningrad erfreuten Jung und Alt mit ihren Darbietungen. Auch „Väterchen Frost“ fehlte diesmal nicht, da ja die Weihnachtsfeiertage vor der Tür standen. So manches schöne Geschenk zauberte der Weihnachtsmann zur Freude der Kinder aus seinem großen Sack. Der deutsche Anthropos e.V. bedankte sich bei seinem russischen Partnerverein für die gute Zusammenarbeit mit einem finanziellen Zuschuß und mitgebrachten Geschenken.

Aktivitäten und Projekte des Anthropos e.V. und des Sojus Anthropos im Gebiet Kaliningrad

Kinder- und Jugendliteratur-Wettbewerb „Mein Tschechow“
Anfang des Jahres 2015 wurde wie jedes Jahr wieder der Kinder- und Jugendliteratur-Wettbewerb „Mein Tschechow“ in der TschechowBibliothek Kaliningrad durch den Anthropos e.V. finanziell unterstützt. Das russische Anthropos-Mitglied Elena Kotowa, die federführend den Wettbewerb jedes Jahr mit ihren Mitarbeitern organisiert, betonte in ihrem Dankeswort an den deutschen Anthropos e.V., wie wichtig es ist, daß sich junge Menschen gerade in unserer heutigen Zeit, in dem Computer das Leben bestimmen, mit guter Literatur beschäftigen. Auch für das nächste Jahr ist schon Hilfe und Unterstützung aus Deutschland mit Elena Kotowa vereinbart.

(Auf Seite 39 des Anthropos-Reports 2015 berichtet Elena Kotowa in ihrem Artikel ausführlicher über diesen Wettbewerb.)

Wissenschaftlich-praktische Konferenz für Kinder und Jugendliche

Eine weitere Bildungsveranstaltung, die vom Anthropos e.V. unterstützt wurde, war die traditionelle wissenschaftlich-praktische Konferenz für Kinder und Jugendliche in der Neuen Schule in Bolschoie Issakowo. Hier trafen sich im April dieses Jahres nicht zum ersten Mal kreative und erfindungsreiche Kinder und Jugendliche, um ihre neuesten Projekte vorzustellen und durch eine fachkundige Jury beurteilen zu lassen. Die besten Projekte und Einzelarbeiten wurden mit Diplomen versehen sowie materiell und finanziell prämiert.

Umwelt- und Naturschutz-Konferenz in Kaliningrad

Ende des Jahres 2014 fand im Meeresmuseum in Kaliningrad eine viel beachtete, internationale Konferenz zur ökologischen Umwelt- und Naturschutzbildung in der Ostseeregion des Kaliningrader Gebiets statt. Bei dieser interaktiven Konferenz waren sowohl Teilnehmer des Anthropos e.V. als auch des Sojus Anthropos Kaliningrad vertreten.

Unser Anthropos-Naturschutzzentrum ‚Moosbruchhaus‘ in Gromowo fand besondere Beachtung durch einen Vortrag zum Thema „Umwelt- und Naturschutz und deren praktische Umsetzung durch den Anthropos e.V. in der Kaliningrader Region“. Bei Exkursionen der Konferenzteilnehmer wurden Schulen und Kindergärten im Gebiet Kaliningrad besucht, wo das Thema Umwelt- und Naturschutz im Zentrum der pädagogischen Arbeit steht.

Umwelt- und Naturschutz-Konferenz in Kaliningrad

Umwelt- und Naturschutz-Konferenz in Kaliningrad

In Selenogradsk, dem ehemaligen Cranz, konnte in einer Schule begutachtet werden, wie Schüler und Lehrer gemeinsam seit einiger Zeit das Thema „Recycling“ praktisch umsetzen. Mithilfe einer kleinen, selbst entwickelten Wiederaufbereitungsanlage für Altpapier ist es ihnen gelungen, nicht nur die Sauberkeit im unmittelbaren Umfeld ihrer Stadt zu verbessern, sondern auch wertvolle Ressourcen (Altpapier) umweltfreundlich und mit praktischem Nutzen wieder aufzubereiten.

Es konnten im Erfahrungsaustausch mit anderen Umwelt- und Naturschutz-Organisationen zahlreiche Problemstellungen im Bereich Umweltpädagogik und Naturschutz erörtert, neue grenzübergreifende Projekte entwickelt sowie Kooperationen mit neuen Projektpartnern geplant werden mit dem Ziel, die Umwelt- und Naturschutzarbeit, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, weiterhin nachhaltig zu fördern und zu unterstützen.

Der Anthropos e.V. mit seinen Projekten ist dabei im Kaliningrader Gebiet ein viel geachteter Partner. So wurden dann auch zum Abschluß der Konferenz an die Teilnehmer des deutschen und russischen Anthropos Ehrenurkunden für ihre Arbeit im Bereich Naturschutz und Umweltbildung übergeben.

Ökotag im ‚Moosbruchhaus‘ in Gromowo

Ökotag im ‚Moosbruchhaus‘ in Gromowo

Ökotag im ‚Moosbruchhaus‘ in Gromowo

Im Mai 2015 fand in guter, langjähriger Tradition unseres Vereins der diesjährige Ökotag in unserem ‚Moosbruchhaus‘ in Gromowo statt. Auf Initiative von Tatjana Taletzkaja, der ehemaligen Präsidentin des Sojus Anthropos Kaliningrad, waren es in diesem Jahr Jugendliche aus Kaliningrad, die sich in den Hoch- und Niedermoorgebieten des Großen Moosbruchs mit dem Thema „Umwelt- und Naturschutz“ beschäftigten. Der Ökotag dauerte dieses Mal zwei Tage, wobei eine Übernachtung im ‚Moosbruchhaus‘ zur Freude der Jugendlichen eingeschlossen war. Neben einer Kartierung der alten Lindenallee von Gromowo mit Vermessung und Zustandsbestimmung sowie der photographischen Dokumentation der Alleebäume wurden auch Exkursionen in das Hochmoor unternommen. Anschließend wurde das Thema „Wichtigkeit von Moorregionen für den Klimaschutz“ erörtert und mit einer Dokumentation belegt. Zu ihrer Freude war es den Jugendlichen auch gelungen, von der Ansitzkanzel auf dem Gelände des Moosbruchhauses urige Elche zu beobachten. Bis in die Nachtstunden saßen die Jugendlichen und ihre Betreuer schließlich noch am Lagerfeuer zusammen, tauschten ihre Erlebnisse aus, und lange noch klangen die Lieder der Teilnehmer, begleitet von Gitarrenklängen, in den nächtlichen Himmel des Großen Moosbruchs.

Geschichtsprojekt des ehemaligen Arbeitserziehungslager Hohenbruch

Ein weiteres Anthropos-Projekt in Sachen „Geschichtsbildung“ fand nach fast vier Jahren Projektdauer im Juni 2015 seinen vorläufigen würdigen Abschluß. Auf Initiative der Berliner ‚Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas‘ unter maßgeblicher Beteiligung unseres Vereins wurde seit 2011ein deutsch-russisch-polnisches Projekt zur Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen nationalsozialistischen Arbeitserziehungslagers (KZ) Hohenbruch durchgeführt. Der Standort dieses ehemaligen Lagers liegt im heutigen Dorf Gromowo, dem ehemaligen Lauknen/Hohenbruch, wo jetzt eine große dreisprachige Informationstafel an die Geschichte des Lagers und die Menschen, die hier unter dem faschistischen Regime starben, erinnert.

Die Tafel wurde am 10. Juni 2015 in Gromowo feierlich unter Teilnahme des deutschen und polnischen Generalkonsuls, der Gebietsadministration Kaliningrad, der örtlichen Bevölkerung sowie Gästen aus dem Kaliningrader Gebiet und internationalen Gästen eingeweiht.

(Einen ausführlichen Bericht dazu können Sie auf der Seiten 36/37 im Anthropos-Report 2015 lesen.)

Geplantes Seminar im Moosbruchhaus für Kinder und Jugendliche

Es ist geplant, im September 2015 in unserem Naturschutzzentrum ‚Moosbruchhaus‘ ein praxisbezogenes Seminar mit Kindern und Jugendlichen zum Thema „Nahrung aus Wald und Flur“ durchzuführen. Hier stehen für die Teilnehmer das Kennenlernen von Kräutern, Pilzen und Beeren aus dem Umfeld des Großen Moosbruch im Mittelpunkt und die Frage, welche Bedeutung diese für die menschliche Ernährung haben. Dazu werden vor Ort auf kleinen Exkursionen mit fachkundigen Biologen Kräuter, Beeren und Pilze gesammelt, danach die Arten bestimmt und dokumentiert und abschließend in der Küche des ‚Moosbruchhauses‘, ebenfalls unter fachkundiger Anleitung, zubereitet. Über dieses vom Anthropos e.V. geförderte Projekt werden wir dann im nächsten Anthropos-Report berichten.

20-jähriges Jubiläum des ‚Sojus Anthropos Kaliningrad‘

Was in einem kleinen Saal in einer Nebenstraße des Prospekt Mira (dt.: Friedenstraße) in Kaliningrad vor nunmehr 20 Jahren unter Beteiligung von zehn Personen seinen Anfang nahm, zählt heute zu den ältesten aktiv wirkenden, gemeinnützigen Organisationen im Kaliningrader Gebiet. In Anlehnung an den deutschen Verein Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt benannten wir damals diesen neuen russischen Verein ‚Sojus Anthropos Kaliningrad‘. In einer Zeit nach der Perestroika, in der vielfältigste gesellschaftliche Verwerfungen sichtbar wurden, war es eine Gruppe von aktiven russischen Pädagogen, die in partnerschaftlicher Beziehung zum Anthropos e.V. standen und eine eigenständige Organisation gründen wollten. Im Wesentlichen stimmen die in der Satzung verankerten Ziele mit denen des deutschen Anthropos e.V. überein: Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg ins Leben.

Ehrengast der Festveranstaltung war Hans-Wolff Graf, der Vorsitzende und Gründer des deutschen Anthropos e.V.

Ehrengast der Festveranstaltung war Hans-Wolff Graf, der Vorsitzende und Gründer des deutschen Anthropos e.V.

Praktisch begonnen hat die Vereinsarbeit mit der Betreuung und Förderung von Kinderheimen. Im Laufe der Jahre und beeinflußt durch die Veränderung der gesellschaftlichen Situation im Gebiet Kaliningrad bildeten immer mehr Projektarbeiten in den Bereichen Sport, Natur- und Umweltschutz, Kulturarbeit in seinen vielfältigen Ausrichtungen, Geschichte sowie Psychologie-, Philosophie- und Pädagogik-Seminare sowie unsere Elternschule das zentrale Tätigkeitsfeld des Vereins.

Die Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen des Vereins fand am 30. März 2015 im Deutsch-Russischen-Haus in Kaliningrad unter Teilnahme vieler Anthropos-Mitglieder und Gäste statt. Als Ehrengast der Festveranstaltung war Hans-Wolff Graf, der Vorsitzende und Gründer des deutschen Anthropos e.V., nach Kaliningrad gekommen.

Trotz aller politischen Entwicklungen und Krisen ist es dem deutschen Anthropos e.V. sehr daran gelegen, die langjährige enge Zusammenarbeit mit seinem russischen Schwesterverein auch weiterhin zu forcieren und dabei als zuverlässiger Partner zu fungieren. Das sind wir unseren Kindern und Jugendlichen sowie deren Entwicklung und Förderung schuldig.

Das auf der Anthropos-Website maßgeblich von Nicola Trautner, Swetlana Dovzhenko und Marina Nazarowa zusammengestellte Text- und Bild-Material zum 20-jährigen Jubiläum des Sojus Anthropos Kaliningrad beinhaltet sehr anschaulich die geschichtliche Entwicklung des Vereins, dient aber gleichzeitig auch als aktueller Wegweiser zu den Aktivitäten und Projekten unserer beiden Vereine. An dieser Stelle möchte ich mich hierfür bei allen Beteiligten sehr herzlich bedanken. Ein großes Kompliment für dieses sehr gut gestaltete Material, das sicherlich unsere Arbeit nachhaltig fördern wird.

Danksagung an alle Förderer und Unterstützer des Anthropos e.V.

Wie Sie diesem Anthropos-Report entnehmen können, wurden im Berichtszeitraum wieder einmal zahlreiche Projekte und Einzelaktionen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen im Kaliningrader Gebiet mit finanziellen und materiellen Hilfen des Anthropos e.V. unterstützt und gefördert. Auch wenn wir nach wie vor wirklich kein reicher Verein sind, so ist uns dies gelungen dank des ökonomisch sinnvollen Umgangs mit den aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen resultierenden finanziellen Mitteln, die wir punktuell und zielgerichtet einsetzen. Dazu kommt, daß es bei unserem Verein keinen riesigen Verwaltungsapparat gibt, den es zu finanzieren gilt. Dies und die Symbiose von praktischer Hilfe und Organisation vor Ort im Zusammenwirken mit all unseren Partnern läßt uns so wirksam sein.

Aber ohne die tatkräftigen, freiwilligen Helfer unseres Vereins gäbe es einige zukunftsträchtige Projekte sicherlich nicht. Deshalb möchte ich mich ganz persönlich von Herzen bei allen hier genannten (und vielen ungenannten) Mitgliedern und Helfern für ihre treue Unterstützung und Zuwendung bedanken.

Ich kann Ihnen allen versichern, daß unsere gemeinsamen Anstrengungen in den letzten Jahren von den Betroffenen vor Ort – und hier vor allem von den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien – mit viel Dankbarkeit, Vertrauen und Liebe gewürdigt werden. Das schönste Geschenk oder Dankeschön, das wir immer wieder entgegennehmen können, ist die positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, deren Lebenssituation stark problembeladen war und sich durch unsere Hilfestellung sehr verbessert hat.

Unser kleines, aber schlagkräftiges Anthropos-Team in München und Berlin ist ein Beispiel dafür, wie man auch ohne großen Apparat erfolgreich tätig sein kann. Ob es Nicola Trautner ist, die sich in diesem Berichtszeitraum ein wiederholtes Kompliment für die tolle Neugestaltung unserer Internetseite verdient hat, oder Ursula Gerken, die seit vielen Jahren und auch dieses Mal wieder den Anthropos-Report zu dem macht, was er sein soll: ein Spiegelbild und eine Rechenschaftslegung unserer Tätigkeit, nicht nur für Mitglieder und Freunde des Anthropos e.V. Was wäre unser Verein jedoch ohne unseren Kassenwartin Ruth Graf, die es über Jahre hinweg versteht, auch in schwierigen Zeiten ausgewogen und umsichtig unsere finanziellen Mittel zu verwalten.

Herzlichen Dank Euch allen dafür!

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern des Anthropos e.V. Für die Kinder dieser Welt und ihren Familien weiterhin eine gute Zeit, stabile Gesundheit und viel Lebensfreude, verbunden mit der Bitte, daß Sie uns auch weiterhin so treu verbunden bleiben.

Ihr

Jürgen Leiste

Hier gibt’s den Jahresbericht 2015 zum Download

 

Teilnehmer-Feedbacks zu unseren internationalen Gesprächsrunden

Zeit ist das wertvollste Gut, das wir haben

Zeit ist das wertvollste Gut, das wir haben“, meint H.-W. Graf und geht dabei sehr großzügig um mit seiner Zeit: Er schenkt uns zusammen mit Nicola Trautner, in Eva-Marias Garten, eine wunderbare Gesprächsrunde unter diesem Motto.

Zwischen duftenden Rosen entpuppt sich einmal mehr, wie tückisch es ist mit unserer begrenzten Zeit. Bis dato war ich fest davon überzeugt, daß ich mit einer konsequenten Organisation, weniger Terminen oder Hausarbeit mein persönliches Zeitmanagement in den Griff bekäme. Aber einfach nur seltener Wäsche zu waschen, das geht den beiden nicht tief genug. Stattdessen erstellt jeder ein sog. „Struktogramm“, das die persönlichen Stärken und Schwächen offenlegt. Es bildet einen Handlungsrahmen für den Umgang mit anderen Menschen, seinem eigenen Leben und – ja, auch mit der eigenen (Lebens-)Zeit.

Ganz gleich, ob in der Arbeit, mit der Familie oder bei Hobbys, wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit mit anderen Menschen. Dabei tauschen wir uns einfach nur aus, plaudern mal gemütlich, mal unterhaltsam, aber auch streng, kontrovers und zuweilen recht zweckbestimmt. Leider kennt jeder auch das unbefriedigende Gefühl, wenn ein Gespräch zu keinem Ergebnis führt und sich endlos anfühlt. Es sind genau diese sog. „Psychospiele”, die uns Nerven und Zeit rauben. Diese gilt es rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Nicola und Hans-Wolff zeigen Strategien auf, wie man zu einer „fairen Kommunikation” zurückkehren kann. Ihre Ratschläge und Tips lassen sich für mich auf alle Lebensbereiche anwenden.

Es ist also falsch zu glauben, die Wäscheberge und Termine seien der wichtigste Grund für zu wenig Zeit. Der größte „Zeitdieb“ steckt sogar in uns selbst: Es sind unsere Ängste. Sie machen uns – im schlimmsten Fall – handlungsunfähig. In anderen Fällen aber lassen wir uns zu Handlungen hinreißen, von denen wir nicht überzeugt sind, etwa aus Angst vor Isoliertheit. Dann sprechen wir leise ein „Ja“ für die „Zeitdiebe“ und ein „Nein“ für ein selbstbestimmtes Leben.

Hans-Wolff und Nicola vermitteln einmal mehr, daß es darauf ankommt, frei zu entscheiden und zu handeln sowie für Überzeugungen geradezustehen.

Herzlichen Dank für all diese Erkenntnisse und Einsichten.

Gabriele Hartmann

 

 

Herzliche Begegnung von interessanten und liebenswerten Menschen

Ich habe durch das Angebot der ‚Internationalen Gesprächsrunden‘ eine Gruppe sehr interessanter und liebenswerter Menschen verschiedenen Alters und mit völlig unterschiedlichen Hintergründen kennengelernt. Gerade die internationale Zusammensetzung gefällt mir gut; wie schön, daß sich Menschen aus Ländern, deren Regierungen sich schon fast in einer kriegerischen Konfrontation befinden, so offen und herzlich begegnen können! Die Themen sind jeweils ein Kristallisationspunkt, der uns im persönlichen Leben, aber auch mit Blick auf größere Zusammenhänge bewegt.

Danke Nicola und H.-W. für die sorgfältige Vorbereitung und Einführung!

Für mich sind diese persönlichen Runden eine wertvolle Ergänzung zu meinem mehr auf die Öffentlichkeit gerichteten friedenspolitischen Engagement (wenngleich auch das mit sehr gewachsenen persönlichen Beziehungen verbunden ist). Wie der Brückenschlag zwischen beidem gelingt, bleibt immer eine Herausforderung…

Eva-Maria

 

Miteinander und voneinander lernen

Seit Februar dieses Jahres finden regelmäßig die ‚Internationalen Gesprächsrunden‘ in München statt. Ich bin von Anfang an mit dabei und könnte diese Gesprächsrunden mit folgendem „Bild“ beschreiben: Jeder Teilnehmer mit seinen Gedanken, Ideen und Erfahrungen ist wie ein Teil eines Puzzles, und alle Teile zusammengefügt ergeben ein Bild, ein vielseitiges, spannendes und tiefsinniges Bild. Die Gesprächsrunden ermöglichen allen Teilnehmern, miteinander und voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Das „miteinander und voneinander Lernen“ war einer der Grundgedanken zu diesen Gesprächsrunden.

Innerhalb der Runden herrscht eine vertraute Atmosphäre, in der die jeweiligen Themen sehr offen diskutiert werden. Jeder kann einbringen, was ihm einfällt und ihn berührt. Die Themenauswahl entwickelt sich durch die Impulse der Teilnehmer, und jeder kann sein eigenes Thema vorschlagen. Das Auseinandersetzen mit diesen Themen schärft den Blick darauf, was ich selbst verändern und aktiv gestalten kann, damit ich mein Leben frei, friedvoll und freudvoll lebe.

Durch diese Runden entdecke ich an mir immer wieder etwas Neues und bekomme einen anderen Blick auf Themen, die wir besprechen. Es ist eine wundervolle Gelegenheit, in sich hineinzuschauen, sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen: Wo stehe ich gerade und was benötige ich? Aber auch: Was hindert mich daran, dies oder jenes anzugehen und zu handeln? Sich selbst besser kennenzulernen ist wie eine Entdeckungsreise, wenn sie von Neugier und Interesse begleitet wird. Das Verstehen von Zusammenhängen und Hintergründen sowie die Denkimpulse in diesen Gesprächen helfen mir noch mehr, mich von meinen Ängsten, Blockaden und Unsicherheiten – all dem, was mich in meinen Handlungen bremst und mein Leben belastet – freizumachen. Unsere Ängste und emotionalen Probleme rauben uns nicht nur die meiste Zeit, sondern auch eigene Freiheit und Lebensfreude – das war zum Beispiel die Schlußfolgerung der letzten Gesprächsrunde.

Ich würde mich über weitere Teilnehmer zu diesen offenen Gesprächsrunden sehr freuen! In jedem Fall bin ich schon ganz gespannt auf die nächsten Treffen!

Innka Cherenkova

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten entdecken

Anfang des Jahres haben wir uns dazu entschlossen, in München eine Gesprächsrunde ins Leben zu rufen, angelehnt an eine ähnliche Runde, wie es sie in Kaliningrad bereits seit 10 Jahren gibt. Es sollte eine Runde werden, die die unterschiedlichsten Themen behandelt und aus denen Anregungen zu neuen Ideen und Denken erwachsen können. Themen sollten z.B. kommen aus dem persönlichen Umfeld bis hin zu geopolitischen, wirtschafts- oder sozialpolitischen Zusammenhängen und möglichen Erklärungen und Lösungsansätzen. Diese Erwartung wurde tatsächlich völlig erfüllt. Durch die heterogene Gruppe, wie sie momentan im Kern besteht, die aus Personen mit unterschiedlichsten Hintergründen und verschiedenen Alters zusammengesetzt ist, entwickelt sich ein reger Gedankenaustausch.
Einmal im Monat treffen wir uns, um über Themen, die wir uns im Vorfeld überlegt haben und uns interessieren, zu sprechen. Jeder Vorschlag wird hierzu gehört. Neugierige, die zur Gruppe stoßen, werden herzlich begrüßt, auch wenn sie lediglich zu einzelnen Themen erscheinen, die sie interessieren.
Auch in die Vorbereitung zu den jeweiligen Themen kann sich jeder mit Materialien, Texten und Ideen einbringen. Die Organisation der Themen, die Zusammenstellung der Ideen und Materialien wie auch die Moderation hat Nicola Trautner übernommen. Es ist sicherlich nicht leicht, die Ideen aller, die manchmal zur gleichen Zeit im Raum stehen, zu koordinieren. Sie macht das hervorragend. Vielen Dank hierfür!
Bei den Gesprächen, die sich aus den Themen der Gruppe ergeben, finde ich es sehr anregend, mitzuerleben, wie jeder Einzelne von uns Antworten auf Fragen sucht; Fragen, die sich durch die Reflektion des „alltäglichen Irrsinns“ – bei sich selber oder in der Welt – ergeben; Fragen, die schon länger vorzuherrschen scheinen.

Es ist spannend, Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiedlichkeiten zu entdecken und sich dadurch bereichern zu lassen. Das erlebe ich als Weiterentwicklung an mir.

Sven Sohns

 

Lebensenergie für den Körper und Geist

Internationale Gesprächsrunden“ – diese Wortverbindung klang bedeutungs- und geheimnisvoll, als ich sie erstmals hörte. Was geht da vor sich? Wer macht mit? Was kann ich selber in die Runde einbringen? Solche Fragen waren in meinem Kopf, als ich auf dem Weg zu meiner ersten Gesprächsrunde in München war. Und ich bin sehr froh, daß ich damals die Einladung angenommen habe.

Die Themen, die wir in den Runden besprochen haben, stammten auch aus diesen Gesprächen, und jedes Thema war für mich tief berührend. Am Anfang der Runde wurde das Thema gründlich erläutert, wobei jeder auch eigene Erfahrungen teilen und alle mögliche Fragen stellen konnte. Interesse, Offenheit, Zusammenarbeit, Mitgefühl und Unterstützung waren bei jeder Runde dabei. Und sie gaben Mut zum Nachdenken und Nachfragen, ließen das Gefühl des Alleinseins verschwinden, und stattdessen waren Neugier zum Ausprobieren und Klarheit in der Seele herzlich willkommen.

Außerdem fand ich es ganz toll, daß jeder in die Runde einsteigen und eigene Erlebnisse als Geschenk für die Gruppe anbieten konnte. Und nichts kann mit der Freude verglichen werden, wenn man zur nächsten Runde kommt und im Kreis von interessierten, aktiven und kreativen Mitmenschen landet und dann für zwei Tage die Zeit vergißt!

Nach jeder Runde habe ich mich gleichzeitig neugeboren und erwachsener gefühlt, neugeboren deshalb, weil der Körper voll mit Lebensenergie und der Geist mit Lebensinteresse erfüllt war. Und erwachsen, weil viele Unklarheiten, Zweifel und Ängste auf einmal gelöst wurden. Die Runden haben mir Mut gegeben, in mich selber reinzuschauen und mich für die Entwicklung des eigenen „Ich“ bereit und frei zu machen. Und dieses „Ich“ wartet mit Neugier und Interesse auf neue Themen bei den nächsten Runden.

Anastasiya Sydorenko

 

Ein wunderbarer Raum

Für mich fing alles mit meinem Umzug von Kaliningrad nach Deutschland an: Eine neue Umgebung, ein neuer Rhythmus, neue Aufgaben. Einige Freunde sind mir viel näher gekommen, andere jetzt aber natürlich viel weiter weg, wie auch die „Kaliningrader Donnerstagsrunden“, die wir regelmäßig für uns und den Sojus Anthropos genutzt hatten. Sie waren ein sicherer und gemütlicher Ort, wo wir nicht nur unsere Zeit gemeinsam angenehm verbrachten, sondern in denen wir alles besprechen, gemeinsame Pläne schmieden und neue Ideen diskutieren konnten. Um das Sehnen nach diesem „Kaliningrader Raum“ zu mindern und um neue Impulse für eine Weiterentwicklung zu sammeln, besprachen Innka und ich, ob wir nicht auch hier, in Deutschland, etwas Ähnliches organisieren könnten, um regelmäßig in einer vertrauten Runde über uns selbst und über diese so vielseitige Welt mit ihren Problemen und Möglichkeiten diskutieren zu können. Von diesem Gedanken erzählten wir Nicola, die auch schon längst vorhatte, regelmäßige Treffen in München zu veranstalten. Auch von H.-W. Graf wurde diese Idee mit Begeisterung aufgenommen und unterstützt.

Aus unseren persönlichen Themen, den aktuellen Ereignissen und Impulsen aus unserer Umwelt sowie Nicolas Begeisterung für die Studie „UNSERE WELT“ entstand dann die Idee und das Konzept für die ‚Internationalen Gesprächsrunden‘.

Nicola war da ganz entschieden und konsequent – gleich wurde der Terminplan für die nächsten sechs Monate zusammengestellt –, und an Themen mangelte es weder am Anfang noch jetzt; sie „sprudeln“ aus allen Teilnehmern bei jedem unserem Treffen nur so hervor. Konflikte, Grenzen, innere Bilder und Vorurteile, der Umgang mit Zeit und Geld waren die Hauptthemen, die aber ganz unterschiedliche, zahlreiche Facetten und überraschende Unterthemen beinhalteten.

Der Rahmen ist dabei immer flexibel, und so kann jeder zu jeder Zeit (s)ein eigenes Thema einbringen.

Als Grundlage dienen jedes Mal passend von Nicola und H.-W. ausgewählte Texte sowie die Erfahrungen und Gedanken, die jeder Einzelne bei der Vorbereitung zu diesen Runden sammelt. Auch bekannte Themen und Denkmodelle eröffnen ganz neue Seiten und Facetten – dank der besonderen Darstellungsart und der tollen Präsentationen von Nicola, die sie mit Begeisterung und dem Wunsch, Themen und Modelle besser verstehen zu wollen, für jedes Treffen vorbereitet, sowie der neugierigen Fragen und wertvollen Beiträge aller Teilnehmer.

So entstand allmählich wieder ein wunderbarer Raum für mich, um meine Neugier und mein Interesse, das Sehnen nach neuen Informationen und weiterer Selbstentdeckung, zusammen mit anderen interessierten Menschen, zu befriedigen. Das wurde auch dadurch möglich, daß wir von Anfang an schon einen „stabilen Kern“ – Nicola, H.-W., Innka, Sven, Sascha und ich – bildeten, der sich auf jeden Fall zum Austausch treffen wollte, egal wie viele Menschen zu den Gesprächsrunden hinzukommen würden. Dieser „stabile Kern“ erweiterte sich um Menschen, die bereit waren und sind, zu geben und zu nehmen, zu diskutieren und zu teilen – ihre Gedanken, Erfahrungen, Gefühle. So wächst allmählich eine immer größere Gruppe heran, die zusammensteht, sich gemeinsam entwickelt und gleichzeitig offen für neue Mitglieder bleibt. Besonders wertvoll ist die Gesprächsrunde dadurch, daß wir so unterschiedlich sind – nicht nur international, sondern auch nach Alter und Erfahrungen. So hat jeder von uns mehr Möglichkeiten, sich selbst und die eigene wie auch unsere gemeinsame Kraft besser zu erkennen, denn zusammen können wir wirklich sehr viel bewirken – für diese unsere Welt!

Desweiteren denke ich auch daran, diese Informationen und Inhalte an die Kaliningrader Gruppe weiterzuleiten, damit auch sie an diesem Schatz teilhaben kann und daraus immer wieder neue Impulse bekommt. So könnten wir unser Anthropos-Netzwerk und unsere Anthropos-Gedankenwelt weiter und immer tiefer ausbauen – über alle Grenzen hinweg!

Herzlichen Dank an Euch, liebe Partner, für diese neugeborene, liebevolle und gemütliche Gedanken- und Gefühlswelt, die wir jetzt zusammen teilen. Bis bald!

Marina Nazarova

 

Präsentation: Unsere 20 Jahre Kaliningrad

Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad

Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad

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Viel Spaß!

Präsentation: Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad