Unsere internationalen Gesprächsrunden

Internationale Gesprächsrunde

Anläßlich der zugespitzten Weltlage, zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen sowie der Kriegspropaganda und des Streuens von neuen/alten Feindbildern von Seiten der Medien und Politiker hat Hans-Wolff Graf im Dezember 2014 die

INTERNATIONALE FRIEDENSERKLÄRUNG

ins Leben gerufen. Dank Maria, René und vieler engagierter Übersetzer konnte diese noch vor Weihnachten 2014 online gehen.
Um diese ‚Initiative zum Frieden‘ aktiv zu begleiten und von meinem langjährigen Wunsch genährt, das ‚von- und miteinander-Lernen‘ in die Tat umzusetzen sowie auf Anregung von Inna und Marina entstand die Idee, diese

INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDEN

zu organisieren.
Einen weiteren Impuls erhielt ich durch meine Arbeit an der Studie ‚UNSERE WELT‘ (eine Untersuchung der sozial- und wirtschaftspolitischen Verhältnisse und Entwicklungen in 180 Ländern), die Hans-Wolff Graf bereits 1992 und 1993 veröffentlichte, in der er zahlreiche Miseren, die wir heute gewärtigen, vorhersah und mannigfaltige Denkimpulse setzte, die nun auch eine äußerst wertvolle Grundlage für unsere Gesprächsrunden bilden.

Frieden beginnt bei uns selbst.“ Diese Worte sind zwar in vieler Munde, doch wie erreichen wir diesen INNEREN FRIEDEN?

In seinem Buch „Etwas mehr Hirn, bitte“ beschreibt Prof. Gerald Hüther das, was für mich die Gesprächsrunden sind: Das gemeinsame Wiederentdecken und Weiterentwickeln der Freude am eigenen DenkFühlen und die Lust am gemeinsamen Handeln sowie einen Beitrag für die Entstehung einer neuen Begegnungs- und Beziehungskultur zu leisten.

In diesen Gesprächsrunden greifen wir Themen auf, zu denen wir meist nur vorgefertigte Meinungen vertreten, über die wir jedoch selten tiefer nachgedacht haben. So geben wir uns einmal im Monat für eineinhalb Tage Raum und Zeit, gemeinsam
– mehrere Hirne denkfühlhandeln erfolgreicher! – über diese aktiv nachzudenken.

Die Denkimpulse, die wir dabei erhalten und anderen geben, und die uns zu weiterem DenkFühlen anregen, sind ein wichtiger Beitrag für den INNEREN FRIEDEN.

Die ersten sechs Themen, die jeweils aus den Gesprächsrunden entstanden sind, waren:

Konflikte – wie entstehen sie und wie gehen wir damit um? (2/2015)

Wir haben uns sowohl mit den Konflikten in der Welt (Kriege, Terror, Länder, Kulturen, Religionen, etc.) als auch mit den Konflikten in unseren Beziehungen (Freunde, Mitarbeiter, Partner, etc.) auseinandergesetzt. Wir lernten die Methode des „Systemischen Konsensierens“ kennen, die nicht nach dem üblichen Mehrheitsprinzip mit Gewinnern und Verlierern vorgeht, sondern Widerstände der Beteiligten mißt, um so den größtmöglichen Konsens zu finden.

Gewalt – wer greift wann und warum zu Gewalt? (3/2015)

Wir sind den Fragen nachgegangen: „Welche Ursachen und Motive stehen hinter Gewaltanwendung und kriegerischer Unmenschlichkeit?“, „Welche Formen der Gewalt – auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene – kennen wir, und wie können wir besser damit umgehen?

Wir haben die eingesetzten Mittel bei Gewaltanwendungen anhand des ‚Lebensdreiecks von Körper, Geist und Seele‘ auf individueller und gesellschaftlicher Ebene betrachtet, die Motive und Ursachen für Gewalt in den Schmerz-, Verlust– und Versagensängsten erforscht und uns mit dem ‚Dramadreieck‘ beschäftigt.

Grenzen – in unseren Köpfen, der Gesetzgebung und auf Landkarten?  (4/2015)

Hierbei haben wir uns sowohl mit den Grenzen, die wir uns selber setzen (oder setzen lassen), als auch mit den Auswirkungen politisch aufgezwungener Grenzen – Gesetzgebung und territorialer Grenzziehung, ohne die jeweilige Bevölkerung zu berücksichtigen, geschweige denn zu fragen – auseinandergesetzt.

Wir sind den Fragen nachgegangen: „Wem erlauben wir, unser eigenes DenkFühlHandeln zu begrenzen und warum?“, „Können wir Gewalt und Konflikte vermeiden, wenn wir unsere eigenen Grenzen kennen und bewußt setzen?“, „Respektieren wir selbstbestimmte und natürliche Grenzen? Oder richten wir unser Leben nach aufgezwungenen und strafbewehrten Grenzen?“, „Hinterfragen wir vorgegebene Grenzen oder verstecken wir uns hinter Toleranz und Ignoranz, Bequemlichkeit und Feigheit?“, „Wann wird Toleranz zu Ignoranz?

Geld, Vermögen und Finanzwesen (5/2015)

sind Themen, die oftmals zu Konflikten und Gewaltausübung führen und uns immer wieder Grenzen aufzeigen. Da wir während der vorhergehenden Gesprächsrunden des öfteren auf diese Themen gestoßen sind, setzten wir uns mit folgenden Fragen auseinander: „Was ist Geld?“, „Wie gehe ich mit Geld um?“, „Wer bestimmt über mein geistiges, seelisches und monetäres Vermögen?“, „Was hat das Bank- und Finanzwesen mit meinem persönlichen Leben zu tun, und welche Rolle spielt es in der sog. Entwicklungshilfe und Flüchtlingspolitik?“, „Wo sind die Grenzen von arm und reich?“, „Was ist und wer bestimmt Armut und Reichtum?“

Vorurteile und Bilder im Kopf.  (6/2015)

Wer kennt das nicht? Da ist eine bestimmte Vorstellung im Kopf, wie etwas ist oder sein wird oder sein sollte, und plötzlich kommt alles anders bzw. wir werden mit einem komplett neuen Bild konfrontiert. Vorurteile existieren als festgefahrene Bilder in uns; wir verteidigen sie, halten an ihnen fest und schlagen alles in die Flucht, was diesen nicht entspricht oder ziehen uns in unser „Schneckenhaus“ zurück. Dadurch geraten wir immer wieder in die gleichen Situationen – ob persönlich oder in (politischen) Gemeinschaften. In dieser Gesprächsrunde haben wir uns damit beschäftigt, wie diese „Bilder“ entstehen und wie wir sie auflösen können. Wir haben individuelle und kollektive Projektionen und Etikettierungen angeschaut sowie den Umgang mit neuen Nachrichten und veränderten Situationen geübt.

Zeit – ein wertvolles Gut! (7/2015)

Jeder der 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung, die er ca. 80 Jahre mit Leben füllen darf. Doch wie kommt es, daß manche Menschen viel und andere wenig davon zu haben scheinen? Auf unterschiedliche Weise gestalten wir unsere Zeit – allein oder mit unseren Mitmenschen. Wir schenken Zeit und nehmen sie uns (oder anderen), wir strukturieren und planen sie, wir nennen sie Arbeits-, Ruhe- und Freizeit.

Was aber ist Zeit? Mit dieser und den Fragen „Wie erleben wir Zeit?“, „Wie gehen wir mit ihr um?“, „Wo verstecken sich die größten Zeitdiebe?“ und „Wie können wir sie sinn- und friedvoll nutzen und gestalten?“ setzten wir uns im Juli auseinander.

Unsere 7. bis 14. INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDE

„Mithin ist die edle Wechselrede Tochter des Nachdenkens, Mutter des Wissens, Labsal der Seele, Austausch der Herzen, Band der Freundschaft, Nahrung der Zufriedenheit und Betätigung echter Personen.“

Baltasar Gracián (1601-1658), aus ‚Das Kritikon‘

Getragen von den Worten Graciáns haben wir uns von September 2015 bis Juni 2016 mit folgenden Themen und Fragen – die jeweils von den Teilnehmern der Gesprächsrunden gewählt werden – intensiv auseinandergesetzt:

Ideen – Ideale – Idole – Ideologien (9/2015)

Ab welchem Zeitpunkt werden aus Ideen und den eigenen Idealen Ideologien – festverankerte Traditionen, Riten, Überzeugungen und Glaubenssätze, systemische Gesellschaftsordnungen und „unumstößliche“ Menschenbilder?

Wie können wir freud- und sinnvoll mit unseren Ideen umgehen und wie bewußt verfolgen wir unsere Ziele mithilfe eigener Ideale?

Von ‚Flüchtling‘ bis ‚Völkerwanderung‘ (10/2015)

Themen, die äußerst diffus, konträr und verwirrend diskutiert werden und uns plötzlich (?!) alle betreffen. Wir versuchten, uns einen geordneten Überblick zu verschaffen und den Ursachen und Motiven auf den Grund zu gehen. Was veranlaßt Menschen, ihre Heimat zu verlassen und z.T. sogar ihre Familien im Stich zu lassen? Wie können wir mit der neuen Situation umgehen und wo ist Hilfe angebracht?

Sozialismus und Kapitalismus – wirklich Gegensätze? (12/2015)

Von Politikern und in den Medien werden uns diese Begriffe zumeist – und das schon seit 100 Jahren – als „zwei gegeneinander kämpfende Lager“ präsentiert, in die sich der Bürger dann einsortieren soll/kann. Hinzu kommt die Einsortierung in „Links und Rechts“, was mit o.g. ‚ismen‘ jedoch wenig bis gar nichts zu tun hat.

Hierbei haben wir uns sowohl mit den Begrifflichkeiten sozial und Sozialismus, Kapital und Kapitalismus (die durch den ‚ismus‘ eine ganz andere Bedeutung erhalten und keinesfalls Gegensätze darstellen) als auch mit den dahinterstehenden Ideologien beschäftigt.

Pädagogik – (auch) ein völlig verkannter Begriff?! (1/2016)

Wenn Pädagoge aus dem Ionischen (paed agoin) Wegbegleiter/Spielgefährte und Schule aus dem Griechischen (schole) Muße, Ruhe, Innehalten, Spielplatz bedeutet, dann hat das mit den gegenwärtigen Bildungsvorstellungen so gar nichts zu tun und ist keinesfalls auf Krippe, Kindergarten, Schule, Ausbildung und Universität begrenzt.

Wir hatten eine lebhafte und intensive Auseinandersetzung: „Was aber ist denn nun Pädagogik und Bildung?“, „Wie können wir mit unserer pädagogischen Verantwortung trotz der Zwänge des Systems (verkrustete Lehrpläne/Political Correctness) umgehen?“, „Wie können wir als Vorbild dazu beitragen, daß Menschen – egal welchen Alters – sich für die Welt (lat. universitas = Gesamtheit der Dinge) interessieren und diese erforschen?

Münchener Sicherheitskonferenz und Demonstration für Frieden (2/2016)

Am Freitagabend haben wir uns theoretisch mit der ‚Münchener Sicherheitskonferenz‘ auseinandergesetzt und sind den Fragen nachgegangen: „Wer trifft sich dort und warum?“, „Worüber wird dort beraten“ und „Was hat das Ganze mit Sicherheit bzw. Frieden zu tun?

Am Samstag dann – mit neuem Wissen ausgestattet – waren wir in der Münchener Innenstatt, um mit der INTERNATIONALEN FRIEDENSERKLÄRUNG für Frieden zu demonstrieren.

Korruption – ein wirklich universelles Phänomen (3/2016)

Dieses Thema begleitete uns in allen vorangegangenen Gesprächsrunden, woraus der Wunsch entstand, sich einmal intensiv damit auseinanderzusetzen.

Nicht nur, daß der Begriff völlig einseitig, meist auf Bestechung und Bestechlichkeit reduziert verwendet wird, sondern sich Korruption auch durch unsere Empfindungs- und Gedankenwelt sowie auf unser Verhalten auswirkt, haben wir an zahlreichen (auch praktischen) Beispielen erfahren dürfen. Hierzu empfiehlt es sich, das Buch von Hans-Wolff Graf „Korruption – Die Entschlüsselung eines universellen Phänomens“ nicht nur zu lesen, sondern sich Kapitel für Kapitel zu erarbeiten.*

Die alternativen Konzepte des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. (5/2016)

Diese (bereits vor Jahrzehnten geschriebenen) Konzepte wurden überarbeitet und in vier Broschüren neu veröffentlicht (siehe www.d-perspektive.de), was auf rege Neugier und hohes Interesse der Gesprächsrunden-Teilnehmer traf. So widmeten wir uns im Mai intensiv dieser spannenden Alternative für unser Zusammenleben.

Mit einer wirklichen Demokratie von unten nach oben, einem gerechten Konsum-Steuerwesen, einem weltoffenen, individuellen Bildungswesen und einem eigenverantwortlichen Gesundheitswesen sowie einer Lösung zur Finanz- bzw. EURO-Krise bieten diese Konzepte einen einzigartigen Ausweg aus dem verkrusteten System.

Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung (6/2016)

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff, der sowohl positiv, wie negativ genutzt werden kann und was hat er mit uns zu tun? Ist ‚Nachhaltigkeit‘ nur ein Modewort zur Imagepflege von Unternehmen und Konzernen sowie für Politiker bei Wahlen? Lassen wir uns von dem Wort beruhigt einschläfern, wenn Politiker es in ihre Reden und Programme einbetten und Konzerne auf ihrer Website stolz präsentieren. Oder verbirgt sich dahinter die Motivation, unsere Lebensweise ehrlich und bewußt zu beleuchten, ggf. sogar zu verändern?

Wir erarbeiteten uns (interaktiv) Kriterien, Ziele und Visionen für die eigene nachhaltige Entwicklung und Lebensführung und konnten – großer Dank an Gabriele Hartmann! – auch einen Blick auf sinnvolle, nachhaltige Investmentstrategien werfen.

Von Bildung zu Kugelung

Diese äußerst fruchtbare Lern- und Lehrzeit – Zeit des ‚von- und miteinander Lernens‘ – ist ausschließlich durch die immer zahlreicher werdenden, neugierigen, interessierten und aktiven Teilnehmer so erfolgreich. Hierbei entstehen nicht nur neue (zweidimensionale) ‚Bilder‘, die zu ‚Bildung‘ führen, sondern durch die vielzähligen und -seitigen Gedanken und Gefühle eines Jeden, entsteht so etwas wie eine ‚Kugel‘ – woraus die neue Wortkreation ‚Kugelung‘ entstand…

Ein herzliches DANKE an alle Partner, die zum Gelingen, zur ‚Kugelung‘ dieser Gesprächsrunden beigetragen haben!

Nicola Trautner

* Das Buch kann bei der ‚pAS-private Akademie für die Selbständigkeit‘ unter info@private-akademie.com bestellt werden.

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