Teilnehmer-Feedbacks zu unseren internationalen Gesprächsrunden

Zeit ist das wertvollste Gut, das wir haben

Zeit ist das wertvollste Gut, das wir haben“, meint H.-W. Graf und geht dabei sehr großzügig um mit seiner Zeit: Er schenkt uns zusammen mit Nicola Trautner, in Eva-Marias Garten, eine wunderbare Gesprächsrunde unter diesem Motto.

Zwischen duftenden Rosen entpuppt sich einmal mehr, wie tückisch es ist mit unserer begrenzten Zeit. Bis dato war ich fest davon überzeugt, daß ich mit einer konsequenten Organisation, weniger Terminen oder Hausarbeit mein persönliches Zeitmanagement in den Griff bekäme. Aber einfach nur seltener Wäsche zu waschen, das geht den beiden nicht tief genug. Stattdessen erstellt jeder ein sog. „Struktogramm“, das die persönlichen Stärken und Schwächen offenlegt. Es bildet einen Handlungsrahmen für den Umgang mit anderen Menschen, seinem eigenen Leben und – ja, auch mit der eigenen (Lebens-)Zeit.

Ganz gleich, ob in der Arbeit, mit der Familie oder bei Hobbys, wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit mit anderen Menschen. Dabei tauschen wir uns einfach nur aus, plaudern mal gemütlich, mal unterhaltsam, aber auch streng, kontrovers und zuweilen recht zweckbestimmt. Leider kennt jeder auch das unbefriedigende Gefühl, wenn ein Gespräch zu keinem Ergebnis führt und sich endlos anfühlt. Es sind genau diese sog. „Psychospiele”, die uns Nerven und Zeit rauben. Diese gilt es rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Nicola und Hans-Wolff zeigen Strategien auf, wie man zu einer „fairen Kommunikation” zurückkehren kann. Ihre Ratschläge und Tips lassen sich für mich auf alle Lebensbereiche anwenden.

Es ist also falsch zu glauben, die Wäscheberge und Termine seien der wichtigste Grund für zu wenig Zeit. Der größte „Zeitdieb“ steckt sogar in uns selbst: Es sind unsere Ängste. Sie machen uns – im schlimmsten Fall – handlungsunfähig. In anderen Fällen aber lassen wir uns zu Handlungen hinreißen, von denen wir nicht überzeugt sind, etwa aus Angst vor Isoliertheit. Dann sprechen wir leise ein „Ja“ für die „Zeitdiebe“ und ein „Nein“ für ein selbstbestimmtes Leben.

Hans-Wolff und Nicola vermitteln einmal mehr, daß es darauf ankommt, frei zu entscheiden und zu handeln sowie für Überzeugungen geradezustehen.

Herzlichen Dank für all diese Erkenntnisse und Einsichten.

Gabriele Hartmann

 

 

Herzliche Begegnung von interessanten und liebenswerten Menschen

Ich habe durch das Angebot der ‚Internationalen Gesprächsrunden‘ eine Gruppe sehr interessanter und liebenswerter Menschen verschiedenen Alters und mit völlig unterschiedlichen Hintergründen kennengelernt. Gerade die internationale Zusammensetzung gefällt mir gut; wie schön, daß sich Menschen aus Ländern, deren Regierungen sich schon fast in einer kriegerischen Konfrontation befinden, so offen und herzlich begegnen können! Die Themen sind jeweils ein Kristallisationspunkt, der uns im persönlichen Leben, aber auch mit Blick auf größere Zusammenhänge bewegt.

Danke Nicola und H.-W. für die sorgfältige Vorbereitung und Einführung!

Für mich sind diese persönlichen Runden eine wertvolle Ergänzung zu meinem mehr auf die Öffentlichkeit gerichteten friedenspolitischen Engagement (wenngleich auch das mit sehr gewachsenen persönlichen Beziehungen verbunden ist). Wie der Brückenschlag zwischen beidem gelingt, bleibt immer eine Herausforderung…

Eva-Maria

 

Miteinander und voneinander lernen

Seit Februar dieses Jahres finden regelmäßig die ‚Internationalen Gesprächsrunden‘ in München statt. Ich bin von Anfang an mit dabei und könnte diese Gesprächsrunden mit folgendem „Bild“ beschreiben: Jeder Teilnehmer mit seinen Gedanken, Ideen und Erfahrungen ist wie ein Teil eines Puzzles, und alle Teile zusammengefügt ergeben ein Bild, ein vielseitiges, spannendes und tiefsinniges Bild. Die Gesprächsrunden ermöglichen allen Teilnehmern, miteinander und voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Das „miteinander und voneinander Lernen“ war einer der Grundgedanken zu diesen Gesprächsrunden.

Innerhalb der Runden herrscht eine vertraute Atmosphäre, in der die jeweiligen Themen sehr offen diskutiert werden. Jeder kann einbringen, was ihm einfällt und ihn berührt. Die Themenauswahl entwickelt sich durch die Impulse der Teilnehmer, und jeder kann sein eigenes Thema vorschlagen. Das Auseinandersetzen mit diesen Themen schärft den Blick darauf, was ich selbst verändern und aktiv gestalten kann, damit ich mein Leben frei, friedvoll und freudvoll lebe.

Durch diese Runden entdecke ich an mir immer wieder etwas Neues und bekomme einen anderen Blick auf Themen, die wir besprechen. Es ist eine wundervolle Gelegenheit, in sich hineinzuschauen, sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen: Wo stehe ich gerade und was benötige ich? Aber auch: Was hindert mich daran, dies oder jenes anzugehen und zu handeln? Sich selbst besser kennenzulernen ist wie eine Entdeckungsreise, wenn sie von Neugier und Interesse begleitet wird. Das Verstehen von Zusammenhängen und Hintergründen sowie die Denkimpulse in diesen Gesprächen helfen mir noch mehr, mich von meinen Ängsten, Blockaden und Unsicherheiten – all dem, was mich in meinen Handlungen bremst und mein Leben belastet – freizumachen. Unsere Ängste und emotionalen Probleme rauben uns nicht nur die meiste Zeit, sondern auch eigene Freiheit und Lebensfreude – das war zum Beispiel die Schlußfolgerung der letzten Gesprächsrunde.

Ich würde mich über weitere Teilnehmer zu diesen offenen Gesprächsrunden sehr freuen! In jedem Fall bin ich schon ganz gespannt auf die nächsten Treffen!

Innka Cherenkova

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten entdecken

Anfang des Jahres haben wir uns dazu entschlossen, in München eine Gesprächsrunde ins Leben zu rufen, angelehnt an eine ähnliche Runde, wie es sie in Kaliningrad bereits seit 10 Jahren gibt. Es sollte eine Runde werden, die die unterschiedlichsten Themen behandelt und aus denen Anregungen zu neuen Ideen und Denken erwachsen können. Themen sollten z.B. kommen aus dem persönlichen Umfeld bis hin zu geopolitischen, wirtschafts- oder sozialpolitischen Zusammenhängen und möglichen Erklärungen und Lösungsansätzen. Diese Erwartung wurde tatsächlich völlig erfüllt. Durch die heterogene Gruppe, wie sie momentan im Kern besteht, die aus Personen mit unterschiedlichsten Hintergründen und verschiedenen Alters zusammengesetzt ist, entwickelt sich ein reger Gedankenaustausch.
Einmal im Monat treffen wir uns, um über Themen, die wir uns im Vorfeld überlegt haben und uns interessieren, zu sprechen. Jeder Vorschlag wird hierzu gehört. Neugierige, die zur Gruppe stoßen, werden herzlich begrüßt, auch wenn sie lediglich zu einzelnen Themen erscheinen, die sie interessieren.
Auch in die Vorbereitung zu den jeweiligen Themen kann sich jeder mit Materialien, Texten und Ideen einbringen. Die Organisation der Themen, die Zusammenstellung der Ideen und Materialien wie auch die Moderation hat Nicola Trautner übernommen. Es ist sicherlich nicht leicht, die Ideen aller, die manchmal zur gleichen Zeit im Raum stehen, zu koordinieren. Sie macht das hervorragend. Vielen Dank hierfür!
Bei den Gesprächen, die sich aus den Themen der Gruppe ergeben, finde ich es sehr anregend, mitzuerleben, wie jeder Einzelne von uns Antworten auf Fragen sucht; Fragen, die sich durch die Reflektion des „alltäglichen Irrsinns“ – bei sich selber oder in der Welt – ergeben; Fragen, die schon länger vorzuherrschen scheinen.

Es ist spannend, Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiedlichkeiten zu entdecken und sich dadurch bereichern zu lassen. Das erlebe ich als Weiterentwicklung an mir.

Sven Sohns

 

Lebensenergie für den Körper und Geist

Internationale Gesprächsrunden“ – diese Wortverbindung klang bedeutungs- und geheimnisvoll, als ich sie erstmals hörte. Was geht da vor sich? Wer macht mit? Was kann ich selber in die Runde einbringen? Solche Fragen waren in meinem Kopf, als ich auf dem Weg zu meiner ersten Gesprächsrunde in München war. Und ich bin sehr froh, daß ich damals die Einladung angenommen habe.

Die Themen, die wir in den Runden besprochen haben, stammten auch aus diesen Gesprächen, und jedes Thema war für mich tief berührend. Am Anfang der Runde wurde das Thema gründlich erläutert, wobei jeder auch eigene Erfahrungen teilen und alle mögliche Fragen stellen konnte. Interesse, Offenheit, Zusammenarbeit, Mitgefühl und Unterstützung waren bei jeder Runde dabei. Und sie gaben Mut zum Nachdenken und Nachfragen, ließen das Gefühl des Alleinseins verschwinden, und stattdessen waren Neugier zum Ausprobieren und Klarheit in der Seele herzlich willkommen.

Außerdem fand ich es ganz toll, daß jeder in die Runde einsteigen und eigene Erlebnisse als Geschenk für die Gruppe anbieten konnte. Und nichts kann mit der Freude verglichen werden, wenn man zur nächsten Runde kommt und im Kreis von interessierten, aktiven und kreativen Mitmenschen landet und dann für zwei Tage die Zeit vergißt!

Nach jeder Runde habe ich mich gleichzeitig neugeboren und erwachsener gefühlt, neugeboren deshalb, weil der Körper voll mit Lebensenergie und der Geist mit Lebensinteresse erfüllt war. Und erwachsen, weil viele Unklarheiten, Zweifel und Ängste auf einmal gelöst wurden. Die Runden haben mir Mut gegeben, in mich selber reinzuschauen und mich für die Entwicklung des eigenen „Ich“ bereit und frei zu machen. Und dieses „Ich“ wartet mit Neugier und Interesse auf neue Themen bei den nächsten Runden.

Anastasiya Sydorenko

 

Ein wunderbarer Raum

Für mich fing alles mit meinem Umzug von Kaliningrad nach Deutschland an: Eine neue Umgebung, ein neuer Rhythmus, neue Aufgaben. Einige Freunde sind mir viel näher gekommen, andere jetzt aber natürlich viel weiter weg, wie auch die „Kaliningrader Donnerstagsrunden“, die wir regelmäßig für uns und den Sojus Anthropos genutzt hatten. Sie waren ein sicherer und gemütlicher Ort, wo wir nicht nur unsere Zeit gemeinsam angenehm verbrachten, sondern in denen wir alles besprechen, gemeinsame Pläne schmieden und neue Ideen diskutieren konnten. Um das Sehnen nach diesem „Kaliningrader Raum“ zu mindern und um neue Impulse für eine Weiterentwicklung zu sammeln, besprachen Innka und ich, ob wir nicht auch hier, in Deutschland, etwas Ähnliches organisieren könnten, um regelmäßig in einer vertrauten Runde über uns selbst und über diese so vielseitige Welt mit ihren Problemen und Möglichkeiten diskutieren zu können. Von diesem Gedanken erzählten wir Nicola, die auch schon längst vorhatte, regelmäßige Treffen in München zu veranstalten. Auch von H.-W. Graf wurde diese Idee mit Begeisterung aufgenommen und unterstützt.

Aus unseren persönlichen Themen, den aktuellen Ereignissen und Impulsen aus unserer Umwelt sowie Nicolas Begeisterung für die Studie „UNSERE WELT“ entstand dann die Idee und das Konzept für die ‚Internationalen Gesprächsrunden‘.

Nicola war da ganz entschieden und konsequent – gleich wurde der Terminplan für die nächsten sechs Monate zusammengestellt –, und an Themen mangelte es weder am Anfang noch jetzt; sie „sprudeln“ aus allen Teilnehmern bei jedem unserem Treffen nur so hervor. Konflikte, Grenzen, innere Bilder und Vorurteile, der Umgang mit Zeit und Geld waren die Hauptthemen, die aber ganz unterschiedliche, zahlreiche Facetten und überraschende Unterthemen beinhalteten.

Der Rahmen ist dabei immer flexibel, und so kann jeder zu jeder Zeit (s)ein eigenes Thema einbringen.

Als Grundlage dienen jedes Mal passend von Nicola und H.-W. ausgewählte Texte sowie die Erfahrungen und Gedanken, die jeder Einzelne bei der Vorbereitung zu diesen Runden sammelt. Auch bekannte Themen und Denkmodelle eröffnen ganz neue Seiten und Facetten – dank der besonderen Darstellungsart und der tollen Präsentationen von Nicola, die sie mit Begeisterung und dem Wunsch, Themen und Modelle besser verstehen zu wollen, für jedes Treffen vorbereitet, sowie der neugierigen Fragen und wertvollen Beiträge aller Teilnehmer.

So entstand allmählich wieder ein wunderbarer Raum für mich, um meine Neugier und mein Interesse, das Sehnen nach neuen Informationen und weiterer Selbstentdeckung, zusammen mit anderen interessierten Menschen, zu befriedigen. Das wurde auch dadurch möglich, daß wir von Anfang an schon einen „stabilen Kern“ – Nicola, H.-W., Innka, Sven, Sascha und ich – bildeten, der sich auf jeden Fall zum Austausch treffen wollte, egal wie viele Menschen zu den Gesprächsrunden hinzukommen würden. Dieser „stabile Kern“ erweiterte sich um Menschen, die bereit waren und sind, zu geben und zu nehmen, zu diskutieren und zu teilen – ihre Gedanken, Erfahrungen, Gefühle. So wächst allmählich eine immer größere Gruppe heran, die zusammensteht, sich gemeinsam entwickelt und gleichzeitig offen für neue Mitglieder bleibt. Besonders wertvoll ist die Gesprächsrunde dadurch, daß wir so unterschiedlich sind – nicht nur international, sondern auch nach Alter und Erfahrungen. So hat jeder von uns mehr Möglichkeiten, sich selbst und die eigene wie auch unsere gemeinsame Kraft besser zu erkennen, denn zusammen können wir wirklich sehr viel bewirken – für diese unsere Welt!

Desweiteren denke ich auch daran, diese Informationen und Inhalte an die Kaliningrader Gruppe weiterzuleiten, damit auch sie an diesem Schatz teilhaben kann und daraus immer wieder neue Impulse bekommt. So könnten wir unser Anthropos-Netzwerk und unsere Anthropos-Gedankenwelt weiter und immer tiefer ausbauen – über alle Grenzen hinweg!

Herzlichen Dank an Euch, liebe Partner, für diese neugeborene, liebevolle und gemütliche Gedanken- und Gefühlswelt, die wir jetzt zusammen teilen. Bis bald!

Marina Nazarova

 

Präsentation: Unsere 20 Jahre Kaliningrad

Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad

Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad

Laden Sie sich hier unsere Präsententation zu “Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad” runter.

Viel Spaß!

Präsentation: Unsere 20 Jahre Sojus Anthropos Kaliningrad

 

Nowy Penssioner über das 20-jährige Jubiläum

„Wir messen Hilfe nicht nach Jahren“

Ehrengast der Jubiläumsveranstaltung – der Präsident des deutschen Vereins „Anthropos e. V. – Für die Kinder dieser Welt“ Hans-Wolff Graf.

Eine der ältesten wohltätigen Organisationen des Kaliningrader Gebiets – der Verein „Sojus Anthropos Kaliningrad“ – feierte sein 20-jähriges Jubiläum.
Die Arbeit des Vereins begann in schwierigen Zeiten und richtete sich an diejenigen, die Hilfe wohl am meisten benötigten – Zöglinge von Kinderheimen und Internaten. Das erste Kinderheim war das „Raduga“ (dt.: Regenbogen) in der Siedlung Bolschoje Issakowo, danach kamen das Kinderheim Nr. 1 und das Internat Nr. 3 in Kaliningrad hinzu.

„Zuerst haben wir für Kinder Kleidung und Spielzeug gesammelt, Feste und heimatkundliche Exkursionen durch das Gebiet organisiert, und manchmal sind wir einfach „nur“ zu Besuch gekommen, denn gewöhnliche menschliche Unterhaltungen waren für die Kleinen nicht minder wichtig als Süßigkeiten und Puppen,“ – berichtete die Vorstandsvorsitzende des „Sojus Anthropos Kaliningrad“ Swetlana Dovzhenko.

Mit der Zeit entwickelte der Verein „Sojus Anthropos Kaliningrad“ weitere Aktivitäten: Kinderfeste, sportliche Wettbewerbe und Veranstaltungen in entlegenen Ecken des Gebiets (wo Kinder viel weniger Möglichkeiten und Chancen haben als in den Städten), Sammelaktionen für die schulische Ausstattung von Erstklässlern aus finanziell schwachen Familien, Unterstützung von begabten Kindern, jungen Ökologen und Forschern.

Zum wohl wertvollsten Geburtstagsgeschenk, das viele Gäste buchstäblich zu Tränen rührte, wurden inzwischen erwachsene Abgänger der vom „Anthropos e.V.“ betreuten Kinderheime und Internate. Jeder von ihnen fand seinen Lebensweg, erlernte einen Beruf und/oder gründete eine Familie. Viele kamen zu diesem Treffen mit ihren Kindern.

„Einige Kinder aus Kinderheimen, wenn sie erwachsen werden, bevorzugen, diese Zeit aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Für mich ist sie aber ein Teil meiner Seele. Ich bin unseren Erziehern für ihre Fürsorge und Wärme sehr dankbar, denn es war nicht einfach mit uns. Besonders freudige Erinnerungen sind mit der Reise nach Magdeburg verbunden, die vom Anthropos für uns organisiert wurde. Solche Momente bleiben für immer im Herzen“, sagte in ihrer Glückwunschrede Nina Schabalina, ein früherer Zögling des Kinderheimes in Bolschoje Issakowo.

Laut Swetlana Dovzhenko gehören zu den heutigen Plänen dieser gemeinnützigen Organisation die aktive Weiterentwicklung der psychologischen Hilfe für Kinder und Erwachsene, die u.a. durch Seminare in der Tschechow-Bibliothek erfolgt.

„Wir messen Hilfe für Kinder weder nach Jahren, noch nach der Anzahl von Projekten, geschweige denn nach finanziellen Mitteln für deren Umsetzung. Am wichtigsten ist für uns, daß die Kinder um uns herum ihren Lebensweg finden, frei von Ängsten und Vorurteilen sind/werden, ihre Fähigkeiten entfalten und ihre Träume verwirklichen können. Unser langgehegter Traum ist das Projekt „Elternschule“, in dessen Rahmen wir nicht nur Paare auf die Geburt der Kinder vorbereiten, sondern Familien auch weiter begleiten und helfen können, verantwortungsbewußte Eltern zu sein.“ Diese Zukunftspläne, die teilweise schon umgesetzt werden, teilte die Vorstandsvorsitzende des Vereins „Sojus Anthropos Kaliningrad“ mit uns.
Die Organisation wird vom deutschen Verein „Anthropos e. V. – Für die Kinder dieser Welt“ unterstützt.

Ksenija Krajewska
Übersetzung: Marina Nazarova

FreeKaliningrad über das 20-jährige Jubiläum

Eine der ältesten gemeinnützigen Organisationen des Kaliningrader Gebiets feierte seinen runden Geburtstag

FreeKaliningrad 30.03.2015
www.freekaliningrad.ru/round-date-noted-one-of-the-oldest-public-institutions-in-the-region-_articles/

Feier zum 20-jährigen Jubiläum

Am vergangenen Sonntag feierte eine der ältesten wohltätigen Organisationen des Kaliningrader Gebiets – der „Sojus Anthropos Kaliningrad“, Schwesterverein des deutschen „Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt“ – sein 20-jähriges Jubiläum.
Der Verein machte sich in schwierigen Zeiten an die Arbeit und richtete seine Hilfe auf diejenigen, die sie wohl am dringendsten brauchten – auf Zöglinge von Kinderheimen und Internaten.

Das erste Kinderheim war das „Raduga“ (dt.: ‚Regenbogen‘) in der Siedlung Bolschoje Issakowo, danach kamen das Kinderheim Nr. 1 und das Internat Nr. 3 dazu. Für die Kinder dort wurden Feste und heimatkundliche Exkursionen durch das Gebiet und manchmal auch Reisen ins Ausland veranstaltet sowie Kleidung und Spielzeug gebracht. Letztendlich waren es auch junge Freiwillige, die die Kinder besuchten, um sich mit ihnen zu unterhalten, denn die menschliche Zuwendung war für die Kleinen nicht minder wichtig als Süßigkeiten und Puppen.

Da sich die Situation um die Erziehung der Kinder, die ohne elterliche Fürsorge aufwachsen mußten, im Laufe der Zeit positiv verändert hat, entwickelte der Verein „Sojus Anthropos Kaliningrad“ weitere Tätigkeitsfelder:
Kinderfeste und Sportwettbewerbe in den entlegenen Ecken des Kaliningrader Gebiets (wo Kinder viel weniger Möglichkeiten und Chancen haben als in den Städten), Sammelaktionen für die schulische Ausstattung von Erstklässlern aus finanziell schwachen Familien sowie Unterstützung begabter Kindern, junger Ökologen und Forscher – mithilfe eines eigenen Natur- und Umweltschutzzentrums in Gromowo.

Die Festveranstaltung, bei der die Organisatoren versuchten, sich an all das zu erinnern, wofür sich der Verein in diesen 20 Jahren eingesetzt hat, fand im Deutsch-Russischen Haus statt. Und was ist ein Geburtstag ohne Überraschungen und Geschenke? Zum wohl wertvollsten Geschenk, das viele Gäste zu Tränen rührte, wurde der Auftritt ehemaliger Bewohner der betreuten Kinderheime und Internate.
Jeder von ihnen fand seinen Lebensweg, erlernte einen Beruf und/oder gründete eine Familie. Viele kamen mit ihren Kindern.
„Einige Kinder aus Kinderheimen, wenn sie erwachsen werden, neigen dazu, diese Zeit aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Für mich ist sie aber ein Teil meiner Seele. Ich bin unseren Erziehern für ihre Fürsorge und Wärme sehr dankbar, denn wir waren keine einfachen Kinder. Dankbar bin ich ihnen auch für das Wissen, das sie uns vermittelt haben. Und ich werde nie jene Gefühle der Freude vergessen, mit denen wir das Auto mit Geschenken vom Anthropos e.V. aus Deutschland begrüßt haben. Für immer bleibt in meinem Herzen auch die Fahrt nach Magdeburg, die der Verein für uns organisiert hat “ sagte Nina Schabalina, die im Kinderheim in Bolschoje Issakowo aufwuchs, in ihrer Glückwunschrede.

„Wir messen Hilfe für Kinder nicht nach Jahren oder nach der Anzahl von Projekten und nicht nach finanziellen Mitteln für deren Umsetzung. Am wichtigsten für uns ist, daß die Kinder um uns herum ihren Lebensweg finden, frei von Ängsten und Vorurteilen sind, ihre Fähigkeiten entfalten und ihre Träume verwirklichen können“ – erklärte die Präsidentin des Vereins „Sojus Anthropos Kaliningrad“ Swetlana Dovzhenko.

Ehrengast der Festveranstaltung war der Präsident des deutschen „Anthropos e. V. – Für die Kinder dieser Welt“ Hans-Wolff Graf, Psychologe, Pädagoge, Finanzberater, Herausgeber der Online-Zeitung „zeitreport“, in der die EU-Politik offen kritisiert wird, sowie engagierter Teilnehmervon Friedens-Demonstrationen zur Unterstützung Rußlands, die in den letzten Monaten im Herzen Bayerns, in München, stattfanden.

„Frieden heißt nicht, daß Konflikte völlig fehlen: Konflikte existierten immer und werden immer existieren – zwischen einzelnen Menschen, Staaten und Nationen. Konflikte können aber nicht mit Gewalt gelöst werde n. Gewalt ist immer ein Zeichen von Dummheit, Arroganz oder Bequemlichkeit (um nicht nach anderen Lösungen suchen zu müssen). Frieden und Friedensfähigkeit setzen persönliches Engagement und Mut voraus, gegen eine andere Meinung aufzutreten, auch wenn es um die Meinung der Mehrheit geht. Auf Frieden zu warten ist kindisch naiv; denn Frieden ist kein Wetter, das kommt und geht. Frieden ist ein ‚Produkt‘ des menschlichen DenkFühlHandelns“, betonte H.-W. Graf.

Er berichtete auch über seinen Traum: „Wir haben eine Internetseite mit einer Friedenserklärung erstellt, die in viele Sprachen übersetzt wurde und auf der Unterschriften gesammelt werden. Ich bin überzeugt: Wenn Millionen von Menschen aus zweihundert Ländern in hunderten von Sprachen und Dialekten unsere Idee unterstützen, wird sie eine so mächtige Bewegung, daß auch Politiker die Augen nicht mehr davor verschließen können!“

Zum Abschluß des Festes ergriff die junge Generation das Wort: Einige Musikgruppen und Sänger aus den Kaliningrader Musikschulen sangen und spielten in der „Sprache“ der Kunst, die genau wie die Sprache des Friedens keine Grenzen kennt.
Ksenija Krajewska
Übersetzung: Marina Nazarova

Frieden – Rede zum 20-jährigen Jubiläum

Rede von Hans-Wolff Graf anläßlich des 20-jährigen Jubiläums unseres russischen Schwestervereins „Sojus Anthropos Kaliningrad

Rede von Hans-Wolff Graf anläßlich des 20-jährigen Jubiläums unseres russischen Schwestervereins „Sojus Anthropos Kaliningrad“

Meine Rede ist einem Thema gewidmet, das jeden von uns betrifft – unabhängig von Alter, Nationalität und Rasse. In Wirklichkeit gibt es in der Welt keine Rassen. Wir sind alle Menschen. Es handelt sich um das Zauberwort „Frieden“. In der russischen Sprache ist das Wort für „Frieden“ dasselbe wie „Erde“ bzw. „Welt“.

Über Frieden wird überall gesprochen, doch die Realität sieht ganz anders aus: Kriege und bilaterale Auseinandersetzungen existieren heutzutage in über 70 Ländern. Religiöse Kriege, säkulare Kriege, bei denen Menschen sterben und vor denen sie fliehen. Alleine im letzten Jahr starben wegen der Kriege weltweit etwa 3.500.000 Menschen. 24 000 Kinder sterben jeden Tag an Unterernährung und den Folgen von Kriegen und Konflikten.

Und über dieses Zauberwort „Frieden“ möchte ich heute sprechen. Der berühmte Stratege Clausewitz sagte vor etwa 200 Jahren: „Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge“. Demokrit sagte vor 2.500 Jahren Ähnliches: „Der Aufrichtige braucht keine Lüge. Kriege werden von Lügnern geführt“. Für viele Menschen ist das Wort „Frieden“ etwas Abstraktes – wie der Weihnachtsmann, der Osterhase oder der Klapperstorch. Oft machen wir uns gar keine Gedanken über diesen Begriff und interessieren uns nicht dafür, wer mit wem warum einen Krieg führt, denn den meisten Menschen fehlen das Interesse und die Neugier, um über die Zusammenhänge nachzudenken, die zu solchen Situationen führen. Wir lassen uns von Ideologien regieren. Jede Ideologie ist aber ein gefährliches Gift, denn alle Ideologien – ob religiös oder säkular – sind immer intolerant. Sie sind gegen Frieden und eifersüchtig. Deshalb ist es so leicht, uns zu steuern. Menschen, die unter der Wirkung einer Ideologie stehen, ziehen schnell in den Krieg, und das wird von denjenigen provoziert, die gar kein Interesse an Frieden haben, weil sie am Krieg verdienen. Frieden ist mit keiner Ideologie zu erreichen, er kann nur mithilfe der Philosophie errichtet werden. Philosophie ist jene Grundlage, dank derer sich in uns Neugier und Interesse an den Anderen entwickeln kann. Erst dann fangen wir an, Fragen zu stellen und uns für Motive und Ursachen zu interessieren. Neugier und Interesse führen dazu, daß wir Wissen aus unterschiedlichen Bereichen sammeln, das dann unsere Bildung ausmacht, und Bildung kann viele Jahre später zur Weisheit werden. Das ist die Grundlage für Frieden, für das Leben in Frieden.

Frieden heißt nicht Konfliktlosigkeit. Konflikte existierten immer und werden auch immer existieren – zwischen einzelnen Menschen, Staaten, Nationen. Konflikte werden aber niemals mit Gewalt gelöst – ob es dabei um unsere Kinder, Nachbarn oder Nationen geht. Gewalt ist immer ein Zeichen von Dummheit, Bequemlichkeit (um nicht nach anderen Lösungen suchen zu müssen) oder Arroganz. Deshalb ist Frieden nichts für feige Menschen. Sich für Frieden einzusetzen, erfordert Mut. Frieden und Friedensfähigkeit setzen persönliches Engagement, Teilnahme und Mut voraus, gegen eine andere Meinung aufzutreten, eigene Meinungen offen zu äußern, auch wenn vor ihnen eine Menschenmasse mit einer Gegenmeinung steht. Gewöhnlich ist es schwierig, den eigenen Standpunkt in solchen Situationen zu vertreten – dafür braucht man Mut. Frieden setzt Toleranz voraus – die Meinung des Anderen anzunehmen, ohne ihm die eigene Meinung aufzuzwingen. ‚Alles außer einem Schatten hat zwei Seiten‘, warum gestatte ich dann dem Anderen nicht, die Sache von einer anderen Seite zu betrachten, statt ihm die eigene Meinung aufzuzwingen? Stellen Sie sich vor, wir wären alle gleicher Meinung. Wir hätten dann den gleichen Beruf, gleiche Ansichten, die gleiche Liebe. Das wäre grausam. Auf Frieden zu warten und zu hoffen, ist kindisch naiv, denn Frieden ist kein Wetter, Frieden ist das Produkt menschlichen DenkFühlHandelns.

Es ist sinnlos, Politikern die Funktion zu überlassen, Frieden für uns zu schaffen. Politiker haben viel weniger Chancen, für Frieden zu sorgen als jeder von uns, denn sie sind im System gefangen, in dem sie erfolgreich geworden sind. Frieden ist nach meiner festen Überzeugung die unabdingbare Grundlage für Freundschaft jeder Tiefe. Und Freundschaft ist die Grundlage für Liebe, die wir uns alle so sehr wünschen. Warum tun wir aber dann so wenig dafür?

Ich wünsche uns allen Frieden – unabhängig davon, wo sich jeder von uns befindet. Das ist aber etwas, wofür wir uns selbst aktiv einsetzen sollten. Und darum bitte ich Sie von ganzem Herzen.

Herzlichen Dank!

H.-W. Graf

Der russische Mythos

Der russische Mythos

Frankfurter Rundschau
23. März 2015
Von INNA HARTWICH

Zwischen Leid und Hoffnung: Weil den Russen für das Unfassbare ihrer Geschichte und Kultur die Worte fehlen, flüchten sie sich in ein Konstrukt. Eine kleine Erkundung der rätselhaften „russischen Seele“.

Europa fängt an einer Straßenlaterne an, in Blau-Weiß. Asien hört hier auf, in einem länglichen Schild, halbherzig an den Betonpfosten montiert, blau-gelb die Farben. Vielleicht beginnt Asien hier aber auch erst, und Europa geht an dieser Flussbrücke zu Ende. Vielleicht ist Asien rechts und Europa links, vielleicht ist Europa im Osten und Asien im Westen. In Orsk, dieser Industriestadt 1700 Kilometer von Moskau weg und fast schon an der kasachischen Grenze, kommt es immer auf den Standpunkt des Betrachters an.

Orsk ist wie Istanbul, wo Asien und Europa aufeinandertreffen. Doch an den Bospurus ist hier schon lange keiner mehr gereist. In Orsk haben sie den Ural, die Trennungs- und Verbindungslinie zugleich. Eine klapprige Trambahn ruckelt über die Brücke in die Altstadt, hier in Asien fing die Stadtgeschichte einst an. Das europäische Orsk entstand erst später, mit Plattenbauten und Hüttenwerken. Ein perfekter Ausgangspunkt, sich auf die Suche nach einem Mythos zu machen. Nach einem Klischee, das Ost und West zugleich gern gebrauchen, um das, was nicht zu erklären ist, doch noch in Worte zu fassen. Was hat es nur auf sich mit Russlands viel besungenem wie nebulösem Gemüt?

„Die russische Seele?“ Iwan lacht laut und blickt belustigt durch den Raum. „Russland ist sehr beseelt und seelenlos zugleich, das ist das Dilemma“, sagt er in seiner Küche, auf dem Tisch vor sich einen Trockenfisch und ein Gläschen Wodka. Iwan heißt nicht Iwan, aber in einer ausländischen Zeitung mit seinem richtigen Namen zu erscheinen, kann in diesen Tagen gefährlich werden, zumal wenn jemand, wie er, für den Staat arbeitet, wenn jemand so in die Sicherheitskreise eingebunden ist, dass er – als vermeintlicher „Geheimnisträger“ – gar nicht mehr ins Ausland reisen darf, Russlands Regierung hat es verboten. Das ärgert Iwan, aber „im Grunde“, sagt er, „ist es dennoch richtig, dass wir es euch“, er meint Europa und vor allem die USA, „einmal zeigen, mal auf die Pauke hauen. Dass wir euch klarmachen, dass wir stark sind.“ Der Provinzpolizist wirkt aufgebracht und ernüchtert zugleich. „Selbst, wenn wir nichts zu zeigen haben und voller Schwäche darniederliegen, wirtschaftlich, moralisch, wohl auch politisch. Das ist das Selbstmörderische an uns Russen. Vielleicht ist das auch die russische Seele: sich selbst zu belügen.“ In Iwans warme Küche kehrt Schwermut ein…

Lesen Sie weiter unter:
www.fr-online.de/panorama/russland-der-russische-mythos,1472782,30197796.html

Unsere internationalen Gesprächsrunden

Internationale Gesprächsrunde

Anläßlich der zugespitzten Weltlage, zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen sowie der Kriegspropaganda und des Streuens von neuen/alten Feindbildern von Seiten der Medien und Politiker hat Hans-Wolff Graf im Dezember 2014 die

INTERNATIONALE FRIEDENSERKLÄRUNG

ins Leben gerufen. Dank Maria, René und vieler engagierter Übersetzer konnte diese noch vor Weihnachten 2014 online gehen.
Um diese ‚Initiative zum Frieden‘ aktiv zu begleiten und von meinem langjährigen Wunsch genährt, das ‚von- und miteinander-Lernen‘ in die Tat umzusetzen sowie auf Anregung von Inna und Marina entstand die Idee, diese

INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDEN

zu organisieren.
Einen weiteren Impuls erhielt ich durch meine Arbeit an der Studie ‚UNSERE WELT‘ (eine Untersuchung der sozial- und wirtschaftspolitischen Verhältnisse und Entwicklungen in 180 Ländern), die Hans-Wolff Graf bereits 1992 und 1993 veröffentlichte, in der er zahlreiche Miseren, die wir heute gewärtigen, vorhersah und mannigfaltige Denkimpulse setzte, die nun auch eine äußerst wertvolle Grundlage für unsere Gesprächsrunden bilden.

Frieden beginnt bei uns selbst.“ Diese Worte sind zwar in vieler Munde, doch wie erreichen wir diesen INNEREN FRIEDEN?

In seinem Buch „Etwas mehr Hirn, bitte“ beschreibt Prof. Gerald Hüther das, was für mich die Gesprächsrunden sind: Das gemeinsame Wiederentdecken und Weiterentwickeln der Freude am eigenen DenkFühlen und die Lust am gemeinsamen Handeln sowie einen Beitrag für die Entstehung einer neuen Begegnungs- und Beziehungskultur zu leisten.

In diesen Gesprächsrunden greifen wir Themen auf, zu denen wir meist nur vorgefertigte Meinungen vertreten, über die wir jedoch selten tiefer nachgedacht haben. So geben wir uns einmal im Monat für eineinhalb Tage Raum und Zeit, gemeinsam
– mehrere Hirne denkfühlhandeln erfolgreicher! – über diese aktiv nachzudenken.

Die Denkimpulse, die wir dabei erhalten und anderen geben, und die uns zu weiterem DenkFühlen anregen, sind ein wichtiger Beitrag für den INNEREN FRIEDEN.

Die ersten sechs Themen, die jeweils aus den Gesprächsrunden entstanden sind, waren:

Konflikte – wie entstehen sie und wie gehen wir damit um? (2/2015)

Wir haben uns sowohl mit den Konflikten in der Welt (Kriege, Terror, Länder, Kulturen, Religionen, etc.) als auch mit den Konflikten in unseren Beziehungen (Freunde, Mitarbeiter, Partner, etc.) auseinandergesetzt. Wir lernten die Methode des „Systemischen Konsensierens“ kennen, die nicht nach dem üblichen Mehrheitsprinzip mit Gewinnern und Verlierern vorgeht, sondern Widerstände der Beteiligten mißt, um so den größtmöglichen Konsens zu finden.

Gewalt – wer greift wann und warum zu Gewalt? (3/2015)

Wir sind den Fragen nachgegangen: „Welche Ursachen und Motive stehen hinter Gewaltanwendung und kriegerischer Unmenschlichkeit?“, „Welche Formen der Gewalt – auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene – kennen wir, und wie können wir besser damit umgehen?

Wir haben die eingesetzten Mittel bei Gewaltanwendungen anhand des ‚Lebensdreiecks von Körper, Geist und Seele‘ auf individueller und gesellschaftlicher Ebene betrachtet, die Motive und Ursachen für Gewalt in den Schmerz-, Verlust– und Versagensängsten erforscht und uns mit dem ‚Dramadreieck‘ beschäftigt.

Grenzen – in unseren Köpfen, der Gesetzgebung und auf Landkarten?  (4/2015)

Hierbei haben wir uns sowohl mit den Grenzen, die wir uns selber setzen (oder setzen lassen), als auch mit den Auswirkungen politisch aufgezwungener Grenzen – Gesetzgebung und territorialer Grenzziehung, ohne die jeweilige Bevölkerung zu berücksichtigen, geschweige denn zu fragen – auseinandergesetzt.

Wir sind den Fragen nachgegangen: „Wem erlauben wir, unser eigenes DenkFühlHandeln zu begrenzen und warum?“, „Können wir Gewalt und Konflikte vermeiden, wenn wir unsere eigenen Grenzen kennen und bewußt setzen?“, „Respektieren wir selbstbestimmte und natürliche Grenzen? Oder richten wir unser Leben nach aufgezwungenen und strafbewehrten Grenzen?“, „Hinterfragen wir vorgegebene Grenzen oder verstecken wir uns hinter Toleranz und Ignoranz, Bequemlichkeit und Feigheit?“, „Wann wird Toleranz zu Ignoranz?

Geld, Vermögen und Finanzwesen (5/2015)

sind Themen, die oftmals zu Konflikten und Gewaltausübung führen und uns immer wieder Grenzen aufzeigen. Da wir während der vorhergehenden Gesprächsrunden des öfteren auf diese Themen gestoßen sind, setzten wir uns mit folgenden Fragen auseinander: „Was ist Geld?“, „Wie gehe ich mit Geld um?“, „Wer bestimmt über mein geistiges, seelisches und monetäres Vermögen?“, „Was hat das Bank- und Finanzwesen mit meinem persönlichen Leben zu tun, und welche Rolle spielt es in der sog. Entwicklungshilfe und Flüchtlingspolitik?“, „Wo sind die Grenzen von arm und reich?“, „Was ist und wer bestimmt Armut und Reichtum?“

Vorurteile und Bilder im Kopf.  (6/2015)

Wer kennt das nicht? Da ist eine bestimmte Vorstellung im Kopf, wie etwas ist oder sein wird oder sein sollte, und plötzlich kommt alles anders bzw. wir werden mit einem komplett neuen Bild konfrontiert. Vorurteile existieren als festgefahrene Bilder in uns; wir verteidigen sie, halten an ihnen fest und schlagen alles in die Flucht, was diesen nicht entspricht oder ziehen uns in unser „Schneckenhaus“ zurück. Dadurch geraten wir immer wieder in die gleichen Situationen – ob persönlich oder in (politischen) Gemeinschaften. In dieser Gesprächsrunde haben wir uns damit beschäftigt, wie diese „Bilder“ entstehen und wie wir sie auflösen können. Wir haben individuelle und kollektive Projektionen und Etikettierungen angeschaut sowie den Umgang mit neuen Nachrichten und veränderten Situationen geübt.

Zeit – ein wertvolles Gut! (7/2015)

Jeder der 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung, die er ca. 80 Jahre mit Leben füllen darf. Doch wie kommt es, daß manche Menschen viel und andere wenig davon zu haben scheinen? Auf unterschiedliche Weise gestalten wir unsere Zeit – allein oder mit unseren Mitmenschen. Wir schenken Zeit und nehmen sie uns (oder anderen), wir strukturieren und planen sie, wir nennen sie Arbeits-, Ruhe- und Freizeit.

Was aber ist Zeit? Mit dieser und den Fragen „Wie erleben wir Zeit?“, „Wie gehen wir mit ihr um?“, „Wo verstecken sich die größten Zeitdiebe?“ und „Wie können wir sie sinn- und friedvoll nutzen und gestalten?“ setzten wir uns im Juli auseinander.

Unsere 7. bis 14. INTERNATIONALE GESPRÄCHSRUNDE

„Mithin ist die edle Wechselrede Tochter des Nachdenkens, Mutter des Wissens, Labsal der Seele, Austausch der Herzen, Band der Freundschaft, Nahrung der Zufriedenheit und Betätigung echter Personen.“

Baltasar Gracián (1601-1658), aus ‚Das Kritikon‘

Getragen von den Worten Graciáns haben wir uns von September 2015 bis Juni 2016 mit folgenden Themen und Fragen – die jeweils von den Teilnehmern der Gesprächsrunden gewählt werden – intensiv auseinandergesetzt:

Ideen – Ideale – Idole – Ideologien (9/2015)

Ab welchem Zeitpunkt werden aus Ideen und den eigenen Idealen Ideologien – festverankerte Traditionen, Riten, Überzeugungen und Glaubenssätze, systemische Gesellschaftsordnungen und „unumstößliche“ Menschenbilder?

Wie können wir freud- und sinnvoll mit unseren Ideen umgehen und wie bewußt verfolgen wir unsere Ziele mithilfe eigener Ideale?

Von ‚Flüchtling‘ bis ‚Völkerwanderung‘ (10/2015)

Themen, die äußerst diffus, konträr und verwirrend diskutiert werden und uns plötzlich (?!) alle betreffen. Wir versuchten, uns einen geordneten Überblick zu verschaffen und den Ursachen und Motiven auf den Grund zu gehen. Was veranlaßt Menschen, ihre Heimat zu verlassen und z.T. sogar ihre Familien im Stich zu lassen? Wie können wir mit der neuen Situation umgehen und wo ist Hilfe angebracht?

Sozialismus und Kapitalismus – wirklich Gegensätze? (12/2015)

Von Politikern und in den Medien werden uns diese Begriffe zumeist – und das schon seit 100 Jahren – als „zwei gegeneinander kämpfende Lager“ präsentiert, in die sich der Bürger dann einsortieren soll/kann. Hinzu kommt die Einsortierung in „Links und Rechts“, was mit o.g. ‚ismen‘ jedoch wenig bis gar nichts zu tun hat.

Hierbei haben wir uns sowohl mit den Begrifflichkeiten sozial und Sozialismus, Kapital und Kapitalismus (die durch den ‚ismus‘ eine ganz andere Bedeutung erhalten und keinesfalls Gegensätze darstellen) als auch mit den dahinterstehenden Ideologien beschäftigt.

Pädagogik – (auch) ein völlig verkannter Begriff?! (1/2016)

Wenn Pädagoge aus dem Ionischen (paed agoin) Wegbegleiter/Spielgefährte und Schule aus dem Griechischen (schole) Muße, Ruhe, Innehalten, Spielplatz bedeutet, dann hat das mit den gegenwärtigen Bildungsvorstellungen so gar nichts zu tun und ist keinesfalls auf Krippe, Kindergarten, Schule, Ausbildung und Universität begrenzt.

Wir hatten eine lebhafte und intensive Auseinandersetzung: „Was aber ist denn nun Pädagogik und Bildung?“, „Wie können wir mit unserer pädagogischen Verantwortung trotz der Zwänge des Systems (verkrustete Lehrpläne/Political Correctness) umgehen?“, „Wie können wir als Vorbild dazu beitragen, daß Menschen – egal welchen Alters – sich für die Welt (lat. universitas = Gesamtheit der Dinge) interessieren und diese erforschen?

Münchener Sicherheitskonferenz und Demonstration für Frieden (2/2016)

Am Freitagabend haben wir uns theoretisch mit der ‚Münchener Sicherheitskonferenz‘ auseinandergesetzt und sind den Fragen nachgegangen: „Wer trifft sich dort und warum?“, „Worüber wird dort beraten“ und „Was hat das Ganze mit Sicherheit bzw. Frieden zu tun?

Am Samstag dann – mit neuem Wissen ausgestattet – waren wir in der Münchener Innenstatt, um mit der INTERNATIONALEN FRIEDENSERKLÄRUNG für Frieden zu demonstrieren.

Korruption – ein wirklich universelles Phänomen (3/2016)

Dieses Thema begleitete uns in allen vorangegangenen Gesprächsrunden, woraus der Wunsch entstand, sich einmal intensiv damit auseinanderzusetzen.

Nicht nur, daß der Begriff völlig einseitig, meist auf Bestechung und Bestechlichkeit reduziert verwendet wird, sondern sich Korruption auch durch unsere Empfindungs- und Gedankenwelt sowie auf unser Verhalten auswirkt, haben wir an zahlreichen (auch praktischen) Beispielen erfahren dürfen. Hierzu empfiehlt es sich, das Buch von Hans-Wolff Graf „Korruption – Die Entschlüsselung eines universellen Phänomens“ nicht nur zu lesen, sondern sich Kapitel für Kapitel zu erarbeiten.*

Die alternativen Konzepte des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. (5/2016)

Diese (bereits vor Jahrzehnten geschriebenen) Konzepte wurden überarbeitet und in vier Broschüren neu veröffentlicht (siehe www.d-perspektive.de), was auf rege Neugier und hohes Interesse der Gesprächsrunden-Teilnehmer traf. So widmeten wir uns im Mai intensiv dieser spannenden Alternative für unser Zusammenleben.

Mit einer wirklichen Demokratie von unten nach oben, einem gerechten Konsum-Steuerwesen, einem weltoffenen, individuellen Bildungswesen und einem eigenverantwortlichen Gesundheitswesen sowie einer Lösung zur Finanz- bzw. EURO-Krise bieten diese Konzepte einen einzigartigen Ausweg aus dem verkrusteten System.

Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung (6/2016)

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff, der sowohl positiv, wie negativ genutzt werden kann und was hat er mit uns zu tun? Ist ‚Nachhaltigkeit‘ nur ein Modewort zur Imagepflege von Unternehmen und Konzernen sowie für Politiker bei Wahlen? Lassen wir uns von dem Wort beruhigt einschläfern, wenn Politiker es in ihre Reden und Programme einbetten und Konzerne auf ihrer Website stolz präsentieren. Oder verbirgt sich dahinter die Motivation, unsere Lebensweise ehrlich und bewußt zu beleuchten, ggf. sogar zu verändern?

Wir erarbeiteten uns (interaktiv) Kriterien, Ziele und Visionen für die eigene nachhaltige Entwicklung und Lebensführung und konnten – großer Dank an Gabriele Hartmann! – auch einen Blick auf sinnvolle, nachhaltige Investmentstrategien werfen.

Von Bildung zu Kugelung

Diese äußerst fruchtbare Lern- und Lehrzeit – Zeit des ‚von- und miteinander Lernens‘ – ist ausschließlich durch die immer zahlreicher werdenden, neugierigen, interessierten und aktiven Teilnehmer so erfolgreich. Hierbei entstehen nicht nur neue (zweidimensionale) ‚Bilder‘, die zu ‚Bildung‘ führen, sondern durch die vielzähligen und -seitigen Gedanken und Gefühle eines Jeden, entsteht so etwas wie eine ‚Kugel‘ – woraus die neue Wortkreation ‚Kugelung‘ entstand…

Ein herzliches DANKE an alle Partner, die zum Gelingen, zur ‚Kugelung‘ dieser Gesprächsrunden beigetragen haben!

Nicola Trautner

* Das Buch kann bei der ‚pAS-private Akademie für die Selbständigkeit‘ unter info@private-akademie.com bestellt werden.

Renovierungsarbeiten im Kulturzentrum Krasnolessje

Die Renovierungsarbeiten im Kulturzentrum Krasnolessje sind abgeschlossen.

Als ich im letzten Sommer das Kulturzentrum in Krasnolessje besuchte, war ich über dessen Zustand sehr erschrocken. Irina Kowardo, die Zentrums-Leiterin des, erzählte jedoch, daß sie ein Preisausschreiben mitgemacht und gewonnen hätten, so daß sie nun dank des Geldgewinns mit der Renovierung beginnen könnten. Was für eine Freude, nun das Ergebnis sehen zu können und ihren Artikel über die Renovierungsarbeiten aus Krasnolessje hier zu veröffentlichen:

Nicola Trautner

Durch die Teilnahme am Wettbewerb „Innovationen“, bei dem wir den 2. Platz in der Kategorie „Bestes ländliches Kultur- und Freizeitzentrum“ belegten, konnten wir mit der gewonnenen Summe von 200.000 Rubel (ca. 3.000 €, Red.) mit der Renovierung des Kulturhauses beginnen. Dank der zusätzlichen Unterstützung des Ministeriums für Kultur des Kaliningrader Gebiets war es uns möglich, die meisten Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Die Wände wurden von ihrer Verkleidung befreit und neu gestrichen; im Saal wurden die Beleuchtung ersetzt, eine „bewegliche“ Trennwand eingebaut und die notwendigsten Stellen des Bodenbelags erneuert. Um den Bodenbelag komplett neu zu verlegen, fehlten uns jedoch die Mittel – es handelte sich um nochmals 200.000 Rubel –, und an dieser Stelle hätten wir die Arbeit abschließen müssen. Da wir aber nicht aufgeben wollten, unternahmen wir alle möglichen Versuche, um finanzielle Hilfe dafür zu bekommen. Wir klopften an jede Tür, stellten Anträge und wandten uns an einen Baumarkt.

Der Verein „Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt, vertreten durch Jürgen Leiste, spendete 20.000 Rubel, und Alexei Pachomow, ein Geschäftsmann aus Kaliningrad und ehemaliger Absolvent unserer Schule, schenkte uns ebenfalls 20.000 Rubel. Diese Mittel wurden für die Renovierung der Bühne ausgegeben. Wjatscheslaw Stoljarow sponserte das Anstreichen des Bodens. Nach einem Blick auf die neuen Wände und die Bühne kamen wir zu dem Schluß, daß wir auch einen neuen Bühnenvorhang benötigten. Was tun? Wir verfügten noch über eine Summe von 20.000 Rubel. Das war eine Prämie der Stadtduma Kaliningrad an die Mitarbeiter unseres Kulturzentrums.

Wir berieten uns und beschlossen, die gesamte Summe für einen Vorhangstoff auszugeben. Die Mittel für das Anfertigen des Vorhanges bekamen wir von Sponsoren, hinzu kamen unsere persönlichen Ersparnisse. Schließlich war der Bühnenvorhang fertig, doch nun brauchten auch die Fenster eine neue Dekoration. Vor dem Jahreswechsel, der bei uns besonders gefeiert wird, blieb nur sehr wenig Zeit und noch weniger Geld. Wir buchten das letzte Geld vom Konto unseres Kulturzentrums ab. Dieses Geld stammte aus den Einnahmen der Diskoabende und von bezahlten Dienstleistungen. Mit unserer Bestellung wandten wir uns an den Salon „Gardinenjahreszeiten“ aus Gusev, und Tatjana Roshkowa, die Besitzerin, nähte für uns den Bühnenvorhang und fertigte auch in kürzester Zeit die Gardinen für die Fenster an.

Parallel zu den Renovierungsarbeiten liefen die Vorbereitungen für die Neujahrsfeier im Kulturzentrum. Es kam die Frage über den Kauf eines künstlichen Tannenbaums auf, da wir das Aufstellen einer echten Tanne im Saal als problematisch ansahen, denn die neuen hellen Wände könnten beschädigt werden. Das Deutsch-Russische Haus in Kaliningrad ließ uns seine Hilfe zukommen. Von den für die Weihnachtsfeiertage zugewiesenen Mitteln konnten wir schließlich eine künstliche Tanne kaufen. Im Kulturzentrum gab es auch kein eigenes Väterchen Frost-Kostüm (in Rußland der Weihnachtsmann, Red.). Doch auch das Kostüm sowie kleine Geschenke für den Geschenkesack von Väterchen Frost konnten dank der finanziellen Unterstützung aus unserer Gemeinde und der Verwaltung der Tschistoprudnenskoje selskoje poselenije (Landgemeinde), vertreten durch Irina Konaschenkowa, angeschafft werden.

Zur selben Zeit wurde auch das Projekt „Soziales Kino“ in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation ProfKo (Kaliningrad) verwirklicht. Das Projekt ermöglichte den Ankauf einer Kino-Ausrüstung und neuer Stühle für die zukünftigen Zuschauer.

Alleine hätten wir das alles nicht geschafft, und den neuen Bodenbelag bekommen wir auch noch hin – der nächste Wettbewerb kommt bestimmt.

Besonderen Dank richten wir an:

Die Verwaltung Nesterowskij Rajon“, vertreten durch I. Opryschko; das kommunale Institut „Nesterow RMZK“, vertreten durch die Direktorin Galina Wolkowa; Wladimir Sudian und sein Arbeiterteam aus Gusev; das Deutsch-Russische-Haus; den „Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt“ sowie an die gemeinnützige Organisation „ProfKo“, speziell A. Pachomow, W. Stoljarow und W. Mironow.

Für die technische Unterstützung danken wir sehr herzlich Wiktor Pachomow und Alexander Juchiewskij und den Mitarbeitern des ‚Ökologisch-historischen Museums Wystiter See‚‘ Eduard Barsukow und Alexej Sokolow.

Als Silvestergeschenke bekamen wir einen Laptop sowie einen Drucker von NRD und eine Mikrowelle von der Kulturabteilung der Verwaltung „Nesterowskij Rajon“.

Nach all dem können wir nun dankbar sagen: Langsam geht es aufwärts – Schritt für Schritt!

Die Mitarbeiter des Kulturzentrums in Krasnolessje

Fotoalbum der Renovierungsarbeiten im Kulturzentrum Krasnolessje:

Das Kaliningrader Gebiet – Entwicklung, heutige Situation und Perspektiven

Das Kaliningrader Gebiet
– Entwicklung, heutige Situation und Perspektiven

Das Kaliningrader Gebiet

Inspiriert durch eine Ausarbeitung, die Marina Nazarova, Mitglied des russischen und deutschen Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt, für ihr Master-Studium „Ost-West-Studien“ geschrieben hat, griff ich ebenfalls zur Tastatur.

Ihre Arbeit trägt den Titel: Kaliningrader Exklave: ‚Doppelperipherie‘ oder Pilotregion? – Perspektiven der Kaliningrader Region in den Beziehungen zwischen Rußland und der EU. Das Thema wurde von Marina Nazarova aus persönlicher Sorge um das Schicksal der Kaliningrader Region gewählt sowie aus der inneren Überzeugung heraus, daß dieses Gebiet als gutes Beispiel für ein weiterhin friedliches Miteinander zwischen Rußland und der EU dienen könnte.

Da ich dieses aktuelle Thema als äußerst wichtig erachte, nicht nur in Bezug auf Kaliningrad sondern, auch im Hinblick auf die Bedeutung von Grenzziehungen und die Kriegsführung politischer Akteure für die betroffene Bevölkerung, hier einige Gedanken:

Problematik einer Exklave

Eine Exklave ist ein Gebiet, das vom Kern- bzw. Mutterland getrennt und somit von einem oder mehreren anderen Ländern umgeben ist. Diese räumliche Trennung stellt eine besondere Herausforderung für die Versorgung der in der Exklave lebenden Bevölkerung (Export/Import, Transit ins/vom Kernland, etc.) dar, da der Güterverkehr durch ein fremdes, eventuell feindlich gesinntes Land führen muß – im Falle Kaliningrads sind dies Polen und Litauen.

Der Begriff Enklave bedeutet, daß das Gebiet in einem fremden Staatsgebiet eingeschlossen ist – im Falle Kaliningrads in einem fremden Staatenverbund (EU).

Ich möchte an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Kaliningrader Exklave im 20. Jahrhundert aufzeigen, da ich sie für die heutige Situation der dort lebenden Menschen für wichtig erachte:

Das kleine Territorium des ehemaligen Ostpreußens mit der damaligen preußischen Haupt- und Residenzstadt Königsberg (heute Kaliningrad) wurde im 20. Jahrhundert zweimal zur Exklave – Zig-Millionen Menschen starben oder mußten fliehen; sie wurden immer wieder hin- und hergerissen zwischen Sprachen und Kulturen, und sie mußten immer wieder neu anfangen, ihr Leben aufzubauen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden durch den Versailler Friedensvertrag von 1918 Teile Westpreußens, Danzig, die ostpreußische Stadt Soldau und das Memelgebiet vom damaligen ‚Deutschen Reich abgetrennt und – mitsamt den dort Lebenden, und hierum geht es mir in diesem Artikel – an Polen übertragen. Um nach Ostpreußen gelangen zu können, mußte man durch Polen, den sog. „polnischen Korridor“, der den Polen den Zugang zur Ostsee sicherte – ähnlich wie in späterer Zeit der Transit zwischen Westdeutschland und Westberlin funktionierte. Diese Situation führte zu einer wirtschaftlichen Isolation des Gebietes bzw. der dort lebenden Menschen, die bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs andauerte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „Karten neu gemischt“, und der nördliche Teil Ostpreußens wurde Teil der UDSSR (zu der damals auch noch Litauen gehörte), der restliche Teil ging an Polen. Das Kaliningrader Gebiet wurde zu einer völlig abgeschirmten militärischen Sperrzone, die für Privatpersonen und Touristen nicht zugänglich war. Diese Sperrzone diente als Mittel der Drohung gegenüber Europa, was eine Annäherung an das damalige sozialistische Polen ebenfalls ausschloß. Die Grenzen (auch zum „Mutterland“) waren dicht, was das Gebiet zu einer „inneren Enklave“ der UDSSR machte.

Die Zeit des Zerfalls der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands zu Beginn der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts brachte für das Kaliningrader Gebiet große Veränderungen; es wurde nun von „fremden“ Ländern umgeben, der Zugang für Privatpersonen und Touristen wurde möglich und zog eine bisher ungewohnte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Das Schicksal der Region, die strukturell von der Entwicklung im Kalten Krieg geprägt wurde und deren gesamte wirtschaftliche wie soziale Entwicklung während der Sperrung stagnierte, wurde zum Konflikt- und Problemfeld für Rußland und seine „alten/neuen“ Nachbarländer.

Seit 2004 ist das Kaliningrader Gebiet zu einer russischen Enklave innerhalb der EU geworden – eingeschlossen von den zwei EU- und NATO-Ländern Polen und Litauen. Diese geopolitische Lage beeinflußt alle Aspekte des Lebens in der Region und bestimmt seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Diskutierte Szenarien auf Regierungsebenen:

Während der Zeiten als Litauen unabhängig wurde (1991) und der Vorbereitungen zum EU-Beitritt Litauens und Polens wurden von russischen und europäischen Fachleuten und Politikern unterschiedliche Szenarien und Prognosen für die Entwicklung des Kaliningrader Gebiets diskutiert. Erwähnen möchte ich hierbei auch, daß im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands der damalige Präsident Rußlands Michail Gorbatschow dem damaligen deutschen Kanzler Helmut Kohl auch das Kaliningrader Gebiet angeboten hat.

Neben dem Szenario einer „Doppelten Peripherie“, in der Kaliningrad als vergessene Region am Rande Rußlands und der EU dargestellt wurde, in der nicht nur die mögliche Isolation diskutiert, sondern die Strategie erwogen wurde, „das Problem schlicht auszusitzen“, wurde auch über das Szenario einer „Pilotregion“ nachgedacht. Der Begriff der „Pilotregion“ wurde von der russischen Seite 1999 in einen Text („Mittelfristige Strategie gegenüber der EU“) eingebracht, der die Vision Rußlands ausdrückte, das Kaliningrader Gebiet als eine Modellregion für künftige Beziehungen zwischen Rußland und der EU zu betrachten.

Im Zusammenhang dieser Auseinandersetzungen wurden Varianten wie eine „Pilotregion“ als ein „transnationales Projekt“, „Stagnation mit Abhängigkeit vom Import und Präferenzen“ sowie „ein militärischer Vorposten“ (im Falle einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Rußland und der EU/NATO) betrachtet.

Nachdem jedoch 2004 das Transit-Problem gelöst worden war, entstanden keine weiteren Szenarien und die Diskussionen wurden weitestgehend eingestellt bzw. bis heute ungeklärt vertagt.

Das Kaliningrader Gebiet als „Kooperationsregion“

Während auf politischer Ebene die obengenannten Szenarien erarbeitet und besprochen wurden, entwickelten sich schon seit 1991 die ersten grenzüberschreitenden Beziehungen. Von Anfang an waren alle Seiten – Kaliningrad/Rußland, Polen und Litauen – daran interessiert, die Lage der unterentwickelten Exklave zu verbessern, Konfliktpotenzial, auch im Hinblick auf die EU, abzumildern und dadurch die Stabilität in der ganzen Region zu sichern.

Die Grundlagen für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene kooperativ geregelt, und heute gibt es zahlreiche Kooperationsprojekte zwischen Städten, Kreisen und Gemeinden sowie zwischen Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen).

Durch diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind zahlreiche und vielfältige Verflechtungen entstanden, die die Tendenz aufzeigten, die Grenzen immer weiter zu öffnen.

Die dargestellte Analyse von Marina Nazarova zeigt auf, daß „das Kaliningrader Gebiet sowohl über das Konfliktpotenzial als auch die Chancen einer Exklave verfügt“ und als „Vorzeigeregion“ für die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Kooperation dienen kann. Die zahlreichen Partnerschaften und der bisherige Umgang miteinander sprechen für den Weg der Annäherung zweier politischer Systeme – Rußland und EU –, und die Bürger der Exklave Kaliningrad sind davon sehr abhängig.

Aktuelle Situation des Länderdreiecks

Um die brisante Frage „Was wird aus dem Kaliningrader Gebiet?“ beantworten zu können, hat Marina Nazarova zahlreiche Internet- und Nachrichten-Portale durchforstet. Auf führenden russischen und deutschen Nachrichten-Portalen und Internet-Zeitungen ist dieses Thema seit 2004 und insbesondere im Jahr 2014 kaum bis gar nicht präsent, und die Suche nach Prognosen war, bis auf eine Ausnahme, ergebnislos. Die föderale Zeitung „Novye Izvestija“ berichtete über ein Treffen von Vertretern Rußlands, Polens und Litauens im polnischen Bartoszyce zum Thema „Kooperation in den Grenzregionen und deren Perspektiven für 2016–2020“.

Auf führenden Nachrichtenportalen sind, wenn überhaupt, nur kurze Artikel über Mangelwaren in Kaliningrad infolge des russischen Import-Verbots aus EU-Ländern sowie der EU-Sanktionen (und Exportbeschränkungen) zu finden.

Informationen und Überlegungen zur weiteren Entwicklung der Exklave und ihrer Nachbarländer sind zurzeit nur in regionalen russischen, polnischen und litauischen Medien zu finden. Dabei geht es um rund eine Million Menschen einer Region, deren Wirtschaft und Zusammenleben sehr sensibel auf die Beziehungen zwischen Rußland und der EU reagieren und von ihnen abhängig sind.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das Gebiet in dieser Krisenzeit zu einer vergessenen Region auf politischer Ebene geworden ist, obwohl die aktuellen Ereignisse dort „so spürbar sind, wie nie zuvor“ (Marina Nazarova).

Die mangelnde und schlechte Medienberichterstattung beeinflußt die Stimmung im ganzen „Dreiländereck“. Anhand der Auswertung der gesammelten Informationen kann behauptet werden, daß schon die Art der Berichterstattung von einer Konfrontation in der Region zeugt.

Folgende Themen sind gehäuft zu finden:

  • Blockade/Isolation
  • das Militärzonen-Thema
  • die Situationen an den Grenzen und
  • das Visaverfahren

In den litauischen Medien ist das Thema „Transit-Blockade“ omnipräsent (über Litauen werden unter anderem Lebensmittel aus Rußland nach Kaliningrad transportiert). „Blockiert“ wurde von litauischen Diplomaten auch der Empfang zum „Tag der russischen Diplomatie“. Diese Position Litauens ist in besonderem Maße bedauerlich, da die bisherige Zusammenarbeit als äußerst wichtig und interessant bezeichnet wurde. So äußerte sich der frühere Vizeminister für Außenbeziehungen, Vygaudas Usackas, im Jahr 1998 mit folgenden Worten: „Unser Partner Nr. 1 in Rußland ist der Kaliningrader Bezirk. Die Kontakte mit der Oblast sind eine Frage der Stabilität“.

In dem ukrainischen Wochenjournal „Zerkalo Nedeli“ wurde die Europäische Union dazu aufgerufen, eine Wirtschafts- und Visa-Blockade gegen die westlichste Region Rußlands zu verhängen und diese als geeignetes Mittel zum Druck auf Rußland und Putin bezeichnet.

Immer mehr Nachrichten sind der möglichen Verstärkung des Militärs in Polen und Litauen gewidmet. Das Thema „Militär“ ist in den lokalen Medien mit Überschriften wie „Die Grenze mit Kaliningrad wird von Drohnen überwacht“ (Polen verstärke seine Grenzen mit neuen Wachtürmen und Drohnen), „Rußland schickt strategische Bomber in die Enklave von Kaliningrad“, „Die Russen können den Kampf für die Erweiterung des Kaliningrader Gebiets anfangen“. Litauische und polnische Medien spekulieren mit der Angst vor dem Überfall Rußlands oder einem „Hybrid-Krieg“ auf baltischem Boden.

Nachrichten solch militärischer Szenarien häufen sich leider zunehmend.

Hierbei sei erwähnt, daß das Kaliningrader Gebiet eine Fläche von 15.125 qkm hat; zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern ca. 23.200 qkm, Baden-Württemberg ca. 35.700 qkm und Bayern 70.500 qkm. Eine solche Berichterstattung drückt folglich sehr empfindlich auf die Stimmung im Kaliningrader Gebiet, in dem momentan alles genau beobachtet wird.

Wachsam verfolgen deshalb die Bewohner der Exklave auch die Nachrichten zu Visa-Bestimmungen sowie von den Grenzübergängen und versuchen, aus den dort herrschenden Zuständen weitere Entwicklungen abzuleiten. Hinweise auf Verzögerungen bei der Grenzabfertigung weisen darauf hin, daß Grenzen als die „Außenhaut von Staaten“ dort eher wieder zu „Reibeflächen“ als zu „Kontaktflächen“ werden.

Schon im März 2014 wurden die Verhandlungen mit Rußland über Visa-Erleichterungen eingestellt. Einige Monate später erfolgte die Mitteilung über die Abschaffung von kurzfristigen (72-Stunden-)Visa für Besucher des Kaliningrader Gebiets. Hierbei wurde als Begründung die geringe Nachfrage nach solchen Visa genannt. (Im Januar 2015 wurde entschieden, das erleichterte Visaverfahren doch um ein Jahr zu verlängern.)

Auch wenn die grenzübergreifenden Projekte im Dreiländereck trotz der Abkühlung in den politischen Beziehungen weiterlaufen, zeigte die Recherche, daß über diese Zusammenarbeit der Länder durch NGOs nicht berichtet wird. Dies macht einmal mehr deutlich, daß der politischen Elite (auf beiden Seiten) die Menschen in und um Kaliningrad und deren Zusammenleben, egal in welcher Region, völlig egal sind. Auf offizielle Erklärungen und Vorstellungen der Regierungsebene warten die Bewohner des Dreiländerecks vergeblich; sie sind damit zur vernachlässigten Peripherie und zu Opfern der „großen“ Politik geworden.

Wie Bewohner, Medien, lokale und regionale Politiker sowie Diplomanten des Kaliningrader Gebiets, Litauens und Polens mit der Situation in nächster Zeit umgehen werden, bestimmt nicht nur das weitere Leben in der russischen Exklave, sondern auch das Zusammenleben im ganzen Dreiländereck – positiv wie negativ.

Chancen für das Kaliningrader Gebiet und dessen Nachbarländer

Der russische Forscher und Autor Sergej Medvedev hat im Jahr 2004 folgende Aussage zum Kaliningrader Gebiet getroffen:

Statt eine Geisel in den russisch-europäischen Beziehungen mit deren Höhen und Tiefen zu sein, kann Kaliningrad zu einem bestimmenden Faktor dieser Beziehungen und Helfer beim Lösen ihrer schwierigsten ‚Knoten‘ werden.“

Er sah Kaliningrad als eine Pilotregion an, die durch die gemachten Erfahrungen und Erfolge mit grenzüberschreitenden Kontakten und Kooperationen wegweisend für russisch-europäische Beziehungen sein kann.

Hierfür wäre jedoch wichtig, daß eine einheitliche Definition des Begriffes „Pilotregion“ gefunden wird, denn obwohl der Begriff in Bezug auf das Kaliningrader Gebiet seit 1999 verwendet wird, wurde weder von der Regierung der Russischen Föderation, die ihn aufgebracht hat, noch von russischen und europäischen Experten, die für dieses Entwicklungsszenario plädier(t)en, eine konkrete Definition erarbeitet, geschweige denn Programme und Maßnahmen dazu vorgeschlagen.

Marina Nazarova schlägt in ihrer Arbeit vor, daß die regionalen Akteure, die bereits Erfahrungen mit einer fruchtbaren Zusammenarbeit und freundschaftlichen Nachbarschaften gesammelt haben, mit der Erarbeitung einer gemeinsamen regionalen Entwicklungsstrategie beginnen und damit auch beauftragt werden sollten. Diese Ausarbeitungen könnten die Grundlage für eine gemeinsame Strategie aller Akteure auf regionaler, nationaler und internationaler sowie auf staatlicher und nicht-staatlicher Ebene sein. Dabei sollte es nicht nur um die Weiterentwicklung der Kaliningrader Exklave gehen, sondern um die ganze „Dreiländereck-Region“, denn die jetzige Situation zeigt, daß auch die benachbarten EU-Regionen von dieser Entwicklung abhängig sind und von einer positiven Entwicklung der Exklave nur profitieren können.

Eine wesentliche Rolle spielen in diesem Prozeß (wie immer) die Medien, denen ihre Verantwortung für die wesentliche Stimmungs- und Meinungsbildung der ganzen Region offensichtlich gar nicht klar ist. Wladimir Putin rief auf der jährlichen Presse-Konferenz am 18. Dezember 2014 dazu auf, „die Phobien wegzulassen und die Zusammenarbeit zu fördern und weiterzuentwickeln“. Dabei sollte auf die Vernunft der Bürger beider Seiten gesetzt werden, die seit vielen Jahren fruchtbare und nachbarschaftliche Beziehungen kennen und pflegen; sie sollten sich nicht suggerieren lassen, das dies ab jetzt nicht mehr gilt.

Eine „Kultur der Grenzüberwindung“ ist von den Menschen der Region bereits entwickelt worden und stellt kein großes Hindernis für die weitere Zusammenarbeit dar. Unter diesen Voraussetzungen hat das Kaliningrader Gebiet gute Chancen, wirklich zum „Labor von Integrationsprozessen zwischen Rußland und der EU“ zu werden, und dies nicht nur auf regionaler Ebene.

Fazit von Marina Nazarova: „Die Erarbeitung einer gemeinsamen Entwicklungsstrategie auf regionaler Ebene, die auf schon jahrelang existierenden Erfahrungen gründet, kann helfen, die Aufmerksamkeit nationaler Zentren zu gewinnen sowie Vertrauen und Annäherung auf internationaler Ebene zu fördern.“

Nicola Trautner

(München, 16.03.2015)

„Das Gegenteil vom Eisernen Vorhang ist nicht die Grenzenlosigkeit, sondern der kleine Grenzverkehr.“

Prof. Karl Schlögel (2006)