GR Logo 25 Jahre Studie UNSERE WELT

25. Internationale Gesprächsrunde

Einladung an alle interessierten Mitmenschen

Liebe Mitglieder und Freunde,

zum neuen Jahr wünschen wir Euch alles Liebe, viel Freude, Kraft, Erfolg und vor allem Gesundheit!

Am 26. und 27. Januar laden wir Euch herzlich zur 25. Internationalen Gesprächsrunde ein.

Unser Thema: 25 Jahre „Studie UNSERE WELT“ .

Diese Studie hat bereits 1992/1993 vieles vorhergesehen, was wir heute gewärtigen und zeigt Lösungswege auf, die zu einem friedlicheren Zusammenleben auf diesem Planeten führen.

Zur Vorbereitung und Einstimmung dienen die anhängende Einladung und grundlegenden Fragen zur Studie sowie die untenstehenden Links.

Wir freuen uns auf Euch und eine lebhafte Diskussionsrunde!

Nicola Trautner und Hans-Wolff Graf

 

Einladung und Artikel zum Download (pdf)
25. Internationale Gesprächsrunde – Einladung (PDF)
Grundlegende Fragen zur Studie UNSERE WELT 1992 (PDF)

Auszüge aus der „Studie UNSERE WELT“:
www.anthropos-ev.de/bibliothek/archiv/studie-unsere-welt-1992-und-1993/

Download (PDF, 22KB)

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Termin: 26. Januar 20 Uhr und 27. Januar 10 bis 18 Uhr

Ort: Feringastraße 12a, 85774 Unterföhring; in den Räumen der efv AG (4. Stock)

Anmeldung: telefonisch (089-416 007-26 /-21 ), per Fax (089-416 007-25)

per Mail: info@anthropos-ev.de oder info@d-perspektive.de

Stier und Ziege_Bild zum Maerchen

„Stier und Ziege“ – Märchen von Dascha Galiewa, (10 J.), Kaliningrad

Es waren einmal ein Stier und eine Ziege. Sie wohnten sehr friedlich zusammen in einem Wald…

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Aktivitäten und Seminare in Kaliningrad 2016/2017 – Fragen-Lernen-Weitergeben

„Sich selbst und Anderen Fragen stellen – Lernen – Weitergeben“

Einstiegsbutton Lwowskoje

Bericht aus Lwowskoje 2016/2017 – Lwowskoje grüßt Alle ganz herzlich

Seit September 2016 fanden verschiedene Veranstaltungen im Kulturhaus des Dorfes statt.

Bericht aus Krasnolessje 2016/2017 – Unsere gemeinsamen Taten

Unsere gemeinsamen Taten in Krasnolessje

Foto 0 - Einstiegsbutton - Ausflug nach Krasnolessje

Bericht aus Osjorsk 2016/2017 – Lächele und die Welt wird schöner

„Marathon der Freude 2016-2017“ – Aktivitäten für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

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24. Internationale Gesprächsrunde

Einladung an alle interessierten Mitmenschen

Kultur und Zivilisation

Kultur und Zivilisation – zwei Begriffe, die inflationär und oftmals synonym genutzt werden und doch meist ohne feste Bestimmung bleiben. Sie werden in so unterschiedlichen Kontexten verwendet, daß von einer Bedeutungserweiterung und -verwässerung bis hin zu einer Sinnentleerung gesprochen werden kann. Da wird von Alltagskultur, Fankultur, Fußballkultur, Diskussionskultur, Eßkultur, Firmenkultur, Subund Hochkultur sowie von Kulturgut, Kulturlandschaft, Kulturtechniken und politischer Kultur gesprochen; Zivilisation wird als die „westliche Lebensweise und Entwicklung“ bezeichnet. Als unzivilisiert gilt, wer in sog. Entwicklungsländern lebt. Wir kennen die zivile Luftfahrt, zivile Bedingungen, das zivile Leben, Zivilisationskrankheiten, Zivilgesellschaft, Zivilbevölkerung oder Zivilcourage.

Doch was bedeuten die beiden Begriffe ‚Kultur‘ bzw. ‚Zivilisation‘ wirklich? Kann uns die UNESCO eine Antwort liefern? Als Internationale Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur gestaltet sie den Bildungskanon und die Geschichtsschreibung, fördert die gängigen Wissenschaften und Medien sowie den Dialog der Kulturen. Bekannt ist sie uns meist nur als Hüterin des „Weltkulturerbes“ (das über 800 Stätten umfaßt), nicht jedoch, inwieweit sie in die Kulturen und den Umgang mit ihnen eingreift.

In bewährter, zugewandter Gesprächskultur (die wir in den Medien zumeist vermissen) werden wir uns mit den Begriffen und unseren Fragen auseinandersetzen und den Versuch wagen, Definitionen für Kultur und Zivilisation zu finden, denn WIR wollen etwas bewegen.

Zur Einstimmung zu diesem breiten Thema findet Ihr interessante Denkanstöße im Anhang und in den beiden Dokumentationen:

Kampf der Kulturen – Eine Entwicklungsgeschichte der Zivilisationen

Untergegangene Kulturen – Die erste Zivilisation

Wir freuen uns auf Euch und eine lebhafte Auseinandersetzung!

Nicola Trautner und Hans-Wolff Graf

 

Einladung und Artikel zum Download (pdf)

24. Internationale Gesprächsrunde – Einladung (PDF)
Artikel zu Kultur von Rudolf Leiprecht (PDF)

 

Termin: 1. Dezember 20 Uhr und 2. Dezember 10 bis 18 Uhr

Ort: Feringastraße 12a, 85774 Unterföhring; in den Räumen der efv AG (4. Stock)

Anmeldung: telefonisch (089-416 007-26 /-21 ), per Fax (089-416 007-25)

per Mail: info@anthropos-ev.de oder info@d-perspektive.de

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„Lassen Sie Ihr Kind rechtzeitig los”

„Lassen Sie Ihr Kind rechtzeitig los, sonst kann es zu einem Desaster kommen!“

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Interview von Natalija Mostova (NM) (Magazin ‚MICTO №7‘, Ukraine, Mai 2017) mit Hans-Wolff Graf (HWG)

Erziehung ist keine Dressur: Eine überbordende ‚Liebe‘ der Eltern zu ihren Kindern kann beide Generationen verkrüppeln. Wo sollte man Grenzen setzen und wissen, wann man die eigenen Zöglinge loslassen sollte? Warum werden Kinder krank – sind das Folgen psychologischer Probleme im Umfeld von Vater und Mutter? Wie können Eltern als Partner kooperieren? Warum sind die ersten vier Jahre die prägendsten für das restliche Leben eines Menschen?

Über eine bewußte Elternschaft und „Rezepte“ zur Erziehung glücklicher Kinder erzählte der bekannte deutsche Psychologe, Pädagoge und Wirtschaftsberater Hans-Wolff Graf, der vor kurzem eine Reihe von Vorträgen und Trainings für Eltern, Lehrer, Erzieher und Jugendliche in Iwano-Frankiwsk und Werchowyna hielt [ein Vortrag/Workshop wurde sogar von Beamten gewünscht, Anm. d. Red.].

NM: Was sind die häufigsten Fehler von Eltern bei der Erziehung ihres Kindes?

HWG: In jedem von uns lebt ein kleines inneres Kind, das wir auch als Erwachsene unser ganzes Leben lang mit uns tragen. Leider inkarniert dieses Kind nicht nur positive Erinnerungen, sondern auch einen ganzen Blumenstrauß von unbewußten negativen Programmen, den sog. Bannbotschaften und den daraus resultierenden fiktiven Ängsten, die uns schon in der frühen Kindheit „geschenkt“ worden sind. 95% all unserer Ängste sind fiktiv, also nur in unserer Erwartung lebendig.

Diesen Angstmüll loszuwerden ist aus folgenden Gründen schwierig: Erstens saugten wir diese Überzeugungen und Weltanschauungen unbewußt auf, als wir noch Kleinkinder waren, unser kritisches Denken also noch gar nicht entwickelt war. Zweitens, fühlen wir uns schuldig, falls wir diese zerstörende Last versuchen loszuwerden, da das wie ein Verrat an den Eltern empfunden wird.

Somit kommt es dazu, daß wir alle unsere Bannbotschaften und Ängste unseren Kindern schon ab den ersten Tagen ihres Lebens anzuerziehen bzw. aufzudrängen versuchen. Dabei sind wir sicher, daß sie mit diesen Überzeugungen glücklicher werden, als wir es selber geschafft haben. Absoluter Unsinn!

Oft machen Eltern ihr Kind zu einem Teil von sich. Dies betrifft vor allem Mütter, denn Männer lassen leichter los. Häufig findet diese „Überbemutterung“ bzw. „Überbevaterung“ nicht mit der Mündigkeit des Kindes ihr Ende, sondern wird über das ganze Leben dieses Kindes gepflegt. Und das ist ein Desaster, denn es ist sehr wichtig, rechtzeitig loszulassen.

Sie werden es mir nicht glauben, aber viele meine Mandanten sind bis heute nicht in der Lage, ihre Mütter und Väter inklusive des ganzen Katalogs an Bahnbotschaften loszulassen, obwohl die Eltern vielleicht schon lange tot sind.

Eine 65-jährige Frau, zweifache Doktorin, hatte Angst, von ihrer Mutter beschimpft zu werden, obwohl diese schon lange verstorben war. Nach einer zweijährigen Therapie konnten wir diesen erdrückenden Prozeß beenden. Wir gingen zum Grab ihrer Mutter und verabschiedeten uns emotional. Meine Mandantin lebte danach noch acht Jahre und gestand mir vor ihrem Tod, daß diese die glücklichsten ihres Lebens waren.

NM: Warum ist es so wichtig, Kinder rechtzeitig loszulassen?

HWG: Da es unmenschlich ist, es nicht zu tun: Anstatt den kleinen Menschen zu einem innerlich freien und selbständigen Menschen werden zu lassen und ihm zu helfen und beizubringen, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, machen wir ihn zu unserem Besitz, den wir dann glauben, permanent vor der ganzen Welt „beschützen“ zu müssen. Und die Mutter ist dann auch noch stolz darauf, daß ihre erwachsenen Kinder sich immer noch an ihrem Rock festhalten. Eltern, wacht auf! Es ist doch widernatürlich und ungerecht! Man kann dem Kind das Angeln nicht beibringen, indem man an seiner Stelle fischt. Man sollte dem Kind besser eine Angel in die Hand geben und zeigen, wie man mit ihr zielgerichtet umgeht.

NM: Welches Alter ist am wichtigsten in der psychologischen Entwicklung des Kindes?

HWG: Erst mit ungefähr drei bis vier Jahren entdeckt das Kind zum ersten Mal sein eigenes „Ich“. Davor sagt die kleine Nadja, wenn sie über sich erzählen möchte nicht „Ich möchte“ sondern „Nadja möchte“. Denn dem Kind sind die Bedeutung, die Grenzen und der Inhalt des Begriffs „Ich“ noch nicht bewußt.

In den ersten vier Jahren sind die kognitiven Fähigkeiten noch nicht ausreichend entwickelt, um das kritische und abstrakte Denken zu gewährleisten. In diesem Zeitraum macht das Kind seinen Eltern alles nach und saugt wie ein Schwamm die Geschehnisse seiner Umwelt auf. Deshalb sind diese vier Jahre nicht nur sehr wichtig, sondern können – unter der Voraussetzung des verantwortungslosen Umgangs mit der Erziehung vonseiten der Eltern – gefährlich werden.

In dieser Zeit entscheidet sich, ob das Kind zu einem Feigling oder einer mutigen und offenen Persönlichkeit wird. Die Erfahrungen, die in den ersten vier Jahren eingeprägt werden, können zu einem Trauma für das zukünftige Leben werden. Es können, unter anderem, schmerzhafte Bannbotschaften sein, die das Kind ins Erwachsenleben mitschleppt. Denn fast alle Ängste, Komplexe und Bannbotschaften, die wir im Rucksack unseres Lebens tragen, wurden uns schon in der frühen Kindheit und meist von den Eltern eingeimpft.

Das bedeutet nicht, daß man einem Kind gleich nach der Geburt alles an Wissen, was es für das weitere Leben nötig haben könnte, in den Kopf reinstopfen muß. In dieser Zeit sollte das Kind lernen, daß es sich für alles interessieren, alles ausprobieren und vor allem fragen darf. Am wichtigsten ist dabei, dem Kind zu verstehen zu geben, daß neue Schritte zu wagen und Fehler zu machen nichts Schlimmes sind.

NM: Welches Bestrafungssystem für Kinder halten Sie für das effektivste?

HWG: Falls das Kind sich an die mit den Eltern getroffene Vereinbarung nicht gehalten hat, ist eine Bestrafung eine richtige Entscheidung. Nur darf sie nicht zu einer bösen Rache der Eltern werden, sonst verliert sie jeglichen pädagogischen Sinn. Und die Form der Bestrafung kann ruhig mit dem Kind ausdiskutiert werden – lassen Sie eine für sich aussuchen.

Ich praktizierte es immer wieder mit meinem Sohn Christian. Und Sie werden es nicht glauben, aber er suchte sich Strafen aus, die strenger waren als meine eigenen möglichen Vorschläge: Wenn das Kind von sich aus einen Vorschlag macht, spricht das für das Verständnis seiner Schuld. Dementsprechend wird der Effekt nicht lange auf sich warten lassen. Es lernt, seine Grenzen auszuloten und auch zu akzeptieren, aber auch Vereinbartes einzuhalten.

Es war aber auch wichtig, daß Christian für mich und meine Frau auch Strafen aussuchen durfte, wenn wir vor ihm schuldig waren. Einmal habe ich zum Beispiel vergessen, ihm Bescheid zu geben, daß ich ihn von seiner Nachmittagsaktivität nicht abholen und zur Geburtstagsparty seines besten Freundes bringen kann. Infolge dessen wurde eine zusätzliche Spielstunde am Samstagabend vereinbart.

Eltern und Kinder sollten Partner werden, dann werden Kinder zu freien Persönlichkeiten heranwachsen, die lernen, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Lebenskraft und Lebensfreude kann das Kind nur dann entwickeln, wenn es Selbstvertrauen spürt.

Eine kleine Ergänzung: Es ist wichtig, daß beide Elternteile in der Erziehung zusammenhalten und sich einig sind, sonst lernt das Kind, diese Widersprüchlichkeiten zum Eigenvorteil manipulativ einzusetzen.

NM: Zu welchen Konsequenzen können Handgreiflichkeiten als Bestrafungsmethode führen?

HWG: Ein Kind vergißt eine ungerechte Tat nie. Und solch eine ist die Handgreiflichkeit auf jeden Fall, denn Vater oder Mutter sind viel stärker als das Kind. Eltern, die physische Kraft einsetzen – auch wenn es sich nur um einen kaum spürbaren Klaps handelt – sind entweder zu dumm oder zu faul, eine intelligente, pädagogisch wertvollere Alternative zu suchen. Und ihre Kinder werden ihr Leben lang eine unterbewußte Aggression gegenüber dem Vater oder der Mutter, die sie geschlagen haben, spüren.

Mehr noch: Solche Kinder können in ihrem weiteren Leben unterbewußt entweder Menschen anziehen, die sie mißachten und niedermachen, oder Situationen, in denen sie sich ungerecht behandelt fühlen. Denn diese Beziehungsmodelle sind sie dann seit der frühesten Kindheit ‚gewohnt‘. Gewalt wird zu einem Beziehungsinhalt.

Übrigens, in solchen autoritären Familien sind berühmte Diktatoren aufgewachsen: Hitler, Stalin, Mao Zedong….

NM: Vor kurzem gab es in der Ukraine eine Welle von Kinderselbstmorden; hierzu führte die Teilnahme an einem in den sozialen Netzwerken popularisierten Todesspiel. Warum werden Kinder zum Opfer solcher Bewegungen?

HWG: Es handelt sich um ein Bedürfnis des Kindes, sich bemerkbar zu machen, dazuzugehören. So ein Kind hat weder eine Beziehung zu sich, noch zu seiner Umwelt. Um Aufmerksamkeit, Wärme, Zuwendung und Anerkennung zu bekommen, entscheidet sich das Kind bzw. der Jugendliche für solche Spiele. In der Regel mangelt es solchen Jugendlichen an Liebe. Und sie geraten unter den Einfluß derer, die ihnen die Möglichkeit bieten, endlich gesehen und gehört zu werden, auch wenn es sich dabei um völlig widernatürliche Inhalte handelt. Das ist eine Art von Hilfeschrei.

Als eine mildere Ausprägung dieses Phänomens können das Färben der Haare in Regenbogenfarben, ein Irokesenschnitt, Piercings über den ganzen Körper verteilt u.v.m. gesehen werden. Es handelt sich dabei um eine unterbewußte Botschaft an die Welt: „Auch wenn ich schrecklich aussehe, mich gibt es! Ich möchte endlich gesehen, wahrgenommen werden!

NM: Die Psychosomatik als wissenschaftliche Richtung behauptet, daß Krankheiten von Kindern eine Spiegelung psychologischer Probleme ihrer Eltern seien, zumindest bis ins Jugendalter hinein. Stimmen Sie mit dieser Theorie überein?

HWG: Keine Frage. Übrigens, betrifft dies auch die Erwachsenen. Jede Krankheit entsteht als Folge einer Schwächung des Immunsystems, wenn ein Mensch also nicht in der Lage ist, mit einem negativen psychischen Zustand oder mit seinen eigenen Emotionen klar zu kommen. Eine Krankheit ist eine Botschaft der Seele durch den Körper. Deshalb: Wenn Kinder krank werden, sollten Eltern sich auch mit sich selber und der Beziehung zueinander beschäftigen.

NM: Im Laufe der Woche hatten Sie einige Treffen mit Mitarbeitern von Bildungsinstitutionen: Leitern, Lehrern, Methodikern, usw. Was ist laut Ihrer Beobachtungen das Hauptproblem der Pädagogen?

HWG: An erster Stelle ein viel zu geringer Lohn – Lehrer sollten in einem Staat am meisten verdienen. Außerdem sollten sie sich nicht weiterhin als Lakaien des Systems sehen, sondern Pädagogen sein. Denn das Wort „Pädagoge“ kommt aus dem Ionischen und wird als „Wegbegleiter, Spielgefährte“ übersetzt…

Jeder Pädagoge ist ein Lehrer, aber nicht jeder Lehrer ist ein Pädagoge, der dem Kind hilft, sein Potential zu entfalten und seinen Interessen und Neigungen nachzugehen. Es ist wichtig zu verstehen, daß Kinder innerlich frei aufwachsen sollten. Zum Erfolg kann solche Arbeit jedoch nur dann werden, wenn parallel mit Kindern, Eltern und Pädagogen gearbeitet wird.

NM: Aber zukünftigen Lehrern wird ein solches Verständnis nicht an der Uni beigebracht…

HWG: Es ist auch nicht zu empfehlen, sich nur mit an der Uni beigebrachten Inhalten zufrieden zu geben; die Selbstbildung sollte nicht in Vergessenheit geraten. Falls ein Lehrer keine Berufung in sich spürt, sollte er aus dem Beruf aussteigen.

Lehrer und Erzieher als Informationsvermittler, wie wir sie heute kennen, werden in zwanzig Jahren nicht mehr gebraucht; denn jeder hat heute einen Zugang zu einer riesigen Datenmenge, einem so großen Wissen wie nie zuvor.

Aber ein Pädagoge wird immer und in jeder Gesellschaftsform gefragt sein, trotz des Ausbleibens der heutigen Form von Schule. Stattdessen wird es Schulen geben, die einen individuellen Zugang zu Wissen/Bildung in den Vordergrund treten lassen wird.

Wenn der Staat sich am alten System festzuklammern versucht und Bildung als ein Organ absoluter Kontrolle versteht, wird er damit scheitern. Wichtig ist eine Führung nach Kompetenz, Verständnis und Vorbild, keine Befehlszuweisung von „oben nach unten“.

NM: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Autorin: Natalija Mostova

Die Erstveröffentlichung dieses Interviews erfolgte im ukrainischen Magazin „MICTO №7“,  Ausgabe: Mai 2017

3Hans Wolff Graf 2 beim Interview

Interview runterladen

6 Ausflug nach Krasnolessje2_Website

2017 • 30 Jahre Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt


Jahresbericht über unsere Aktivitäten

von August 2016 bis Juli 2017

 

Der Jahresbericht ist eine unserer Traditionen, und soll die Transparenz und Offenheit verständlichen mit der wir arbeiten. So möchten wir Ihnen, liebe Mitglieder, Freunde, Helfer und Sponsoren, auch in diesem Jahr einen Überblick über unsere Arbeit geben.

Die meisten unserer Aktivitäten finden nach wie vor im Kaliningrader Gebiet statt, doch auch die Keime, die wir durch Anastasiia Sydorenko 2016 in der Ukraine – Kiew – legen konnten, gehen nach und nach auf. So organisierten Natalja Maximowa an der ‚Schule Nr. 80‘ und Olena Sydorenko an der ‚Kiewer Universität für Handel und Wirtschaft‘ bereits das dritte Mal im November 2016 eine Woche mit Vorträgen und Seminaren mit Hans-Wolff Graf. Auf einem dieser Vorträge war eine Besucherin, die extra aus Iwano-Frankiwsk (im Westen der Ukraine gelegen, ca. 600 km von Kiew entfernt) angereist war – Marta Simotjuk –, die nach dem Vortrag H.-W. Graf fragte, ob er auch einmal zu solch einer Woche nach Iwano-Frankiwsk kommen würde, dem er – wie wir ihn alle kennen – gerne zustimmte.

Was wir auf der Reise nach Iwano-Frankiwsk und in Werchowyna in den Karpaten erlebten war ein Feuerwerk an Begegnungen, Veranstaltungen – Seminare, Vorträge, Workshops für Erzieher, Lehrer, Professoren, Psychologen und sogar Beamte – sowie Kultur- und Landschaftseindrücken. Wir danken Marta und Volodja Simotjuk sehr für die liebevoll durchdachte und gelungene Organisation und Durchführung dieser Woche! Hierüber und auch ein Interview von der dortigen Zeitung MICTO mit H.-W. Graf lesen Sie auf den Seiten 48 bis 53 in unserem Anthropos-Jubiläums-Report 2017.

Seminar mit Pädagogen und Psychologen in Iwano-Frankiwsk

Werchowyna in den Karpaten, April 2017

Für den Herbst dieses Jahres plant Natalja Maximowa von der Kiewer Schule Nr. 80 ein pädagogisch, psychologisches „Oktoberfestival“, zu dem Erzieher, Lehrer, Eltern, Schüler und auch Politiker aus dem Bildungsministerium – es soll in der Ukraine eine Bildungsreform geben – eingeladen werden. Wir freuen uns, daß die Idee, einen Ukrainischen Anthropos-Verein zu gründen, so langsam Keimblätter bekommt.

 

Unsere Internationalen Gesprächsrunden in München wurden weiterhin begeistert besucht – es haben jetzt immerhin schon 22 dieser Art stattgefunden. Dabei ging es um die Themen „Strategie-Taktik-List-Täuschung“, „Netzwerke und Teams“, „UNO und NATO“, „Parteien und Demokratie“, „EU und Europa“, aber auch um philosophische Fragen zu Macht, Gerechtigkeit und Frieden. Diese Gesprächsrunden werden ab September 2017 alle zwei Monate fortgesetzt – jeder ist herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Spendenaufruf MEDIZINISCHE VERSORGUNG

Sowohl in Rußland als auch in der Ukraine begegnet uns immer wieder das Thema „mangelhafte medizinische Versorgung“ Da gilt es, z.B. einen Notfallkoffer für entlegene Orte im Kaliningrader Gebiet zu kaufen oder die Versorgung mit speziellen Medikamenten und orthopädischen Geräten zu sichern, die nicht vom jeweiligen Staat – eine Sozialversicherung gibt es in der uns bekannten Form nicht – gezahlt werden und privat für viele zu teuer sind.

Daher haben wir im letzten Jahr den Spendenfonds „Medizinische Versorgung“ eingerichtet, der jedoch noch Ihrer Hilfe bedarf. Bitte sprechen Sie in Ihrem Bekannten-, Freundes- und Kollegenkreis darüber und helfen Sie uns, Menschen in medizinischer Not unterstützen zu können.

Spenden und Hilfsaktivitäten im Kaliningrader Gebiet

Die Kontinuität der Hilfsaktivitäten des Anthropos e.V., in Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Kaliningrader Gebiet setzte sich auch im Berichtszeitraum zuverlässig und entsprechend der ganz konkreten Situationen fort.

Die Grenzpassagen von Polen bei der Einreise in das Kaliningrader Gebiet mit dem VW-Bus haben sich in letzter Zeit relativ normal und ohne größere Verzögerungen gestaltet. Leider ist jedoch weiterhin die Abfertigung bei der Ausreise aus dem Kaliningrader Gebiet seitens der polnischen Grenzorgane immer noch sehr zeitraubend.

Marina Martschenkowa mit ihrem Dreiradfahrrad

Einen Schwerpunkt unserer Hilfsgütertransporte bildete dabei diesmal der Rayon Osjorsk, insbesondere für das dortige Zentrum für soziale Dienstleistungen mit seiner Leiterin Oksana Gulakowa, die sich seit Jahren intensiv und liebevoll vor allem um die Belange der Menschen mit Behinderungen einsetzt. Lesen Sie ihren Bericht auf Seite 20 im Anthropos-Jubiläums-Report 2017.

Aus dem Oberhavelkreis wurde erneut ein sehr nützliches Dreirad-Fahrrad gespendet und durch Gerhard Steger an den Koordinator des Anthropos e.V. so übergeben, daß es im VW-Bus transportiert werden konnte. Das Dreirad-Fahrrad wurde an Frau Marina Martschenkowa übergeben, mit dem sie jetzt in vier unterschiedlichen Orten des Osjorsker Rayon 12 hilfsbedürftige Invaliden mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Unterstützungen versorgen kann.

Am Tischkicker einstimmen auf die WM in Osjorsk

Auch ein gebrauchter Tischkicker trat neben anderen Hilfsgütern seine Reise nach Osjorsk an, den die jungen Invaliden mit großer Freude empfingen. Herzlichen Dank an den Oberhavelkreis, insbesondere an Gerhard Steger.

Zum Jahreswechsel hatte Gerhard Steger wieder einmal viele süße Geschenke gesammelt, welche dann als besondere Überraschung zum Jahreswechsel 2016/17  Jürgen Leiste in das Kaliningrader Gebiet zu unseren Partnern in Krasnolessje, Osjorsk und für das Kinderensemble „Mladuschka“ mitgenommen und persönlich übergeben wurden. Auch zur Ausgestaltung des ‚Internationalen Kindertags‘ im Juni 2017 wurden auch in diesem Jahr alle unsere Jugendzentren mit einer finanziellen Unterstützung bedacht.

Brandschaden in Lwowskoje

Von unserem neuen Anthropos-Mitglied Norbert Hansack aus dem Mecklenburger Land wurden reichlich Hygiene-Artikel (Windeln für Erwachsene usw.), aber auch gebrauchte Fahrräder und Gehhilfen für den Transport in das Kaliningrader Gebiet gespendet. Die gespendeten medizinischen Artikel gingen nicht nur nach Gromowo in das Psychoneurologische Zentrum sowie das Zentrum für soziale Dienstleistungen in Osjorsk, sondern auch in die Diakonie nach Gussew, wo diese ganz dringend benötigt werden.

So werden nach wie vor bei jeder Fahrt von Jürgen Leiste – bisher schon ca. 600 Fahrten in das Kaliningrader Gebiet – gezielt Sachspenden für unsere langjährigen Partner in den Jugendzentren, Kindergärten, sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie an hilfsbedürftige Einzelpersonen mitgenommen und vor Ort persönlich übergeben.

Für September 2017 ist wieder ein größerer Transport an Hilfsgütern und Geschenken aus dem Oberhavelkreis unter Leitung von Gerhard Steger zusammen mit Jürgen Leiste geplant. Wir werden darüber im nächsten Anthropos-Report berichten.

Eine schnelle und außerplanmäßige Unterstützung erfolgte Anfang 2017 in Lwowskoje. Durch einen Wohnungsbrand, der fast das ganze Untergeschoß mitsamt Küche und Waschküche zerstörte, hatte eine junge alleinstehende Mutter mit vier Kindern einen schweren Verlust erlitten. Wir halfen Frau Melnikowa spontan durch eine finanzielle Unterstützung, um für sich und ihre Kinder dringend notwendige Einrichtungsgegenstände wieder zu beschaffen.

 

Neue Möbelfür den Kindergarten in Krasnolessje

Tanzaufführung von den Kindern in Krasnolessje

In Krasnolessje konnte der Leiterin des Kindergartens Irina Tabulatowa neben finanzieller Unterstützung für den Kauf neuer Möbel auch eine große Schultafel und zahlreiche Spielsachen für die Kinder übergeben werden.

Die Kinder des Kindergartens bedankten sich bei dem Koordinator des Anthropos e.V. mit einem schönen Lied und vielen lieben Grüßen an die Spender nach Deutschland.

 

Irina Kowardo bei der Übergabe der wertvollen Stoffe

Der Jugendklub in Krasnolessje wurde mehrfach durch den Anthropos e.V. mit Sachspenden und finanziellen Mitteln unterstützt, mit denen auch neue Kostüme für das jährliche große Neujahrsfest angeschafft und gefertigt werden konnten.

Kostüme zum Neujahrsfest in Krasnolessje

Von unseren Mitgliedern Tina Schindler und Frank Amann, die im letzten Jahr das Kaliningrader Gebiet bereisten, erhielt der Jugendklub wertvolle Stoffe – von der Firma Boss gespendet –, die mit großer Freude und herzlichem Dank entgegengenommen wurden.

Ein neuer großer Tischkicker ging von Deutschland an die Jugendlichen in Krasnolessje. „Jetzt können die Kinder mit zwei Tischkickern aus Deutschland sich auf die Fußballwelt-meisterschaft 2018, die ja auch in Kaliningrad ausgetragen wird, vorbereiten“, sagte scherzhaft Irina Korwardo (Leiterin des Jugendklubs), verbunden mit einem herzlichen Dank an die Spender.

Einen Bericht über die Aktivitäten in Krasnolessje finden Sie auf Seite 22 des Anthropos-Reports 2017.

 

Die Spenden und Hilfsaktivitäten des Anthropos e.V. können nur dadurch so effektiv sein, daß uns durch Jürgen Leiste die tatsächliche Situation vor Ort bekannt ist und diese damit ganz konkret und projektbezogen eingesetzt werden können. In diesem Zusammenhang geht ein besonderer Dank an unser Anthropos-Mitglied Jens Wolken aus Ostfriesland, der eine umfangreiche finanzielle Spende für den Jugendklub und den Kindergarten im ehemaligen Groß Rominten, dem heutigen Krasnolessje, organisierte und natürlich auch an Gerhard Steger und seine langjährigen Helfer und Sponsoren für die Sach- und Geldspenden aus dem Oberhavelkreis.

Mitwirkung, Unterstützung und Förderung kultureller Projekte

Im Oktober 2016 konnten wir wieder einmal das Kaliningrader Kinder- und Jugendensemble „Mladuschka“ in Deutschland begrüßen. So gab es ein Wiedersehen von sieben Mädchen, drei Jungs, drei Musikern und den beiden Leiterinnen Lydia Dunajewa und Tanja Fedotowa in der Brandenburgischen Gemeinde Neuholland, wo der Hauptinitiator der diesjährigen – sowie aller vorherigen – Konzertreise, unser langjähriges Anthropos-Mitglied Gerhard Steger zu Hause ist.

Mladuschka - Jugendchor und Volkstanzgruppe in Weeze

Mladuschka – Jugendchor und Volkstanzgruppe in Weeze

Im Rahmen eines vom Anthropos e.V. geförderten Kulturaustausches gastierte der Chor nach einem kurzen Zwischenstopp in Neuholland auch in Weeze, einer Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Die Gäste aus Kaliningrad und Neuholland sowie Jürgen Leiste und seine Frau Ludmilla wurden persönlich durch den Bürgermeister der Stadt Weeze, Ulrich Francken, begrüßt. Ein großes Konzert im ausverkauften Saal des Weezer Bürgerhauses gestaltete sich für „Mladuschka“ zu einem wahren Höhepunkt und hinterließ viele begeisterte Zuschauer. Mit drei Auftritten in der Gemeinde Weeze und einem im Kolpinghaus in Kleve konnte „Mladuschka“ mit ihrem Gesang russischer Melodien aber auch einer Auswahl deutscher Lieder wieder einmal die Zuhörer begeistern. Insbesondere die Interpretation des bekannten Liedes „Immer lebe die Sonne“ in russischer und deutscher Sprache fand beim Publikum großen Beifall.

Für 2018 ist ein erneutes Gastspiel des Chores „Mladuschka“ in Deutschland geplant.

Gerhard Steger ist schon fleißig dabei dieses Gastspiel vorzubereiten. In guter Tradition unserer kulturellen Beziehungen wird auch dieser Aufenthalt des Chors „Mladuschka“ in Deutschland wieder durch den Anthropos e.V. unterstützt und gefördert.

Der Musikwettbewerb „Zauberbogen

Als wir vor über zehn Jahren in Kaliningrad die Idee entwickelten, im Andenken an die Königsberger Musikpädagogin Anina Hartung, welche heute noch Ehrenmitglied unseres Vereins ist, einen Förderwettbewerb für Kinder und Jugendliche im Fachbereich Geige und Violoncello ins Leben zu rufen, konnten wir noch nicht ahnen, daß dieser Wettbewerb so einen erfolgreichen und perspektivischen Platz im Musikleben im Kaliningrader Gebiet einnehmen würde.

Nun fand vom 16.12. bis 18.12.2016 bereits zum vierten Mal der MusikwettbewerbZauberbogen“ in Kaliningrad statt.

7_1 Musikwettbewerb Zauberbogen 2016_Website

Mehr als vierzig Einzelteilnehmer und acht Ensembles – Kinder aus dem gesamten Gebiet Kaliningrad – stellten sich der fachkundigen Jury unter der Leitung von Professor Koschwanetz aus Moskau. In verschiedenen Altersklassen wetteiferten die talentierten Kinder in den drei Tagen des Wettbewerbs um die besten Platzierungen.7 Musikwettbewerb Zauberbogen 2016_Website

Durch die Jury wurde allen teilnehmenden Kindern ein hohes Niveau an musikalischem Können auf der Geige bzw. dem Violoncello attestiert, wobei besonders die jüngsten Teilnehmer herausragten.

Hauptsponsoren und Ausrichter dieses bereits über die Grenzen des Kaliningrader Gebietes hinaus hochgeachteten Wettbewerbs waren das Kulturministerium Kaliningrad und der Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt. Durch Julia Makarschuk, die Direktorin der Musikschule des Leningrader Bezirks in Kaliningrad und ihr hervorragendes Kollektiv an Musikpädagogen wurde der Wettbewerb auch in diesem Jahr zu einem wirklichen musikalischen Fest.

Bei dem abschließenden Galakonzert der Preisträger erhielten alle Teilnehmer wertvolle Preise, Diplome, Medaillen und Pokale – feierlich überreicht durch die Leitung und die Jury, der auch der Koordinator des Anthropos e.V. als deutscher Vertreter angehörte.

Für den nächsten Wettbewerb „Zauberbogen“ in drei Jahren wird die Beteiligung von talentierten Kindern auch aus anderen Ländern z.B. aus Litauen und Deutschland angedacht.

Die völkerverbindende Wirkung von Kunst und Musik über alle Grenzen hinweg“ soll hier eine praktische Umsetzung erfahren, so lautete das positive Resümee aller Teilnehmer des diesjährigen „Zauberbogens“.

Festival „Lieder der Generationen“ in Krasnolessje

Am 2. Oktober 2016 fand in der Ortschaft Krasnolessje in der Rominter Heide bereits zum zweiten Mal das Festival „Lieder der Generationen“ statt.

Festival “Lieder der Generationen” in Krasnolessje

Was einst eine belächelte Idee war, entwickelte sich unter einem großartigen Zusammenwirken zwischen dem Jugendklub Krasnolessje, dem Anthropos e.V., der Kulturabteilung des Rayon Nesterow und der Administration aus Tschistie Prudy zu einer wahren Erfolgsgeschichte. Im Oktober 2016, zum 70.Jubiläum des Kaliningrader Gebietes, stand das Festival unter dem Thema „Woher kommen wir und unsere Lieder?“. Über 120 Teilnehmer und Gäste aus dem ganzen Kaliningrader Gebiet nahmen diesmal teil.

Unsere russischen Anthropos-Mitglieder Irina Kowardo und Irina Tambulatowa hatten mit vielen Helfern das Festival so gut und liebevoll vorbereitet, daß man ihnen erneut für ihre unermüdliche Arbeit und Kreativität ein sehr, sehr großes Kompliment machen möchte.

Jürgen Leiste, konnte diesmal leider nicht persönlich am Festival teilnehmen. Durch eine Videoübertragung auf einer großen Leinwand konnte er jedoch allen Teilnehmern und Gästen die herzlichsten Grüße aus Deutschland übersenden und mit einem zur Gitarre gesungenem Lied das überraschte Publikum beeindrucken.

Das nächste Festival wird am 5. August wieder viele sangesfreudige Menschen friedlich und freundschaftlich in Krasnolessje zusammenführen. Der Anthropos e.V. wird dieses Traditionsprojekt auch in diesem Jahr finanziell unterstützen und fördern.

Unterstützung von Bildungsprojekten

Anfang 2017 wurden in guter Tradition erneut die Literaturwettbewerbe für Kinder und Jugendliche „Mein Tschechow“ und „Bernsteinfeder” in der Tschechow Bibliothek Kaliningrad finanziell gefördert. Durch diese bereits seit vielen Jahren durchgeführten Wettbewerbe wird das Interesse bei Kindern und Jugendlichen an Literatur sowie unterschiedlichen Themen und Kulturen nachhaltig gefördert. Die Preisträger der Wettbewerbe wurden wieder mit finanzieller Unterstützung des Anthropos e.V. in einem würdigen Rahmen ausgezeichnet und prämiiert.

Eine weitere finanzielle Unterstützung leistete der Anthropos e.V. bei der diesjährigen Ausrichtung der Bildungskonferenz mit jungen kreativen Erfindern und Forschern in der Kaliningrader Partnerschule des Anthropos e.V. in Bolschoje Issakowo.

Es ist angedacht, diese Bildungskonferenzen eventuell auch international auszurichten, um für die aktive Mitgestaltung der Zukunft junge kreative Köpfe über Grenzen hinweg zusammenzubringen.

Natur- und Umweltschutz-Projekte

Ausgangspunkt unserer Aktivitäten im Bereich Natur und Umweltschutz bildete im Berichtszeitraum wiederum das Natur- und Umweltschutzzentrum in Gromowo.

Vom Anthropos e.V. maßgeblich gefördert wurde das Russisch-Weißsrussische Projekt Schulexpeditionen im Memeldelta und am Kurischen Haff, das im Juni 2017 stattfand.

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Russisch-Weißrussische Schulexpedition im Moosbruchhaus

Zu diesem Zweck gastierten 25 Jugendliche aus Weißrußland und dem Kaliningrader Gebiet drei Tage in unserem „Moosbruchhaus“ in Gromowo. Im Zuge zahlreicher und vielfältiger Exkursionen in die Fauna und Flora der Hoch- und Niedermoore im ‚Großen Moosbruch‘ führten die Jugendlichen Experimente und Analysearbeiten zur Wasseraufbereitung und Bestimmung der Wasserqualität durch.

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Dr. Maksim Napreenko im Gespräch mit den Schülern

Die Ergebnisse der Analysen gehen praxisnah an die Admini-strationen der Zentralen Wasserwirtschaft im Kaliningrader Gebiet. Unter Leitung von Dr. Maxim Napreenko sowie dem deutschen Leiter des Natur- und Umwelt-schutzzentrums Jürgen Leiste gelang es, den Jugendlichen ein wissenschaftlich fundiertes und praxisbezogenes Wissen über die speziellen Probleme des Natur- und Umweltschutzes, besonders im Naturschutzgebiet Gromowo, zu vermitteln. Bei den abendlichen freundschaftlichen Zusammen-künften im Moosbruchhaus wurde oft bis in die Nacht hinein leidenschaftlich über weitreichende und vielfältige Probleme der Jugendlichen in Rußland und Weißrußland diskutiert.

3 Erstaunte Schüler - Jürgen Leiste singt und spielt traditionelle russische Lieder_Website

Erstaunte Schüler – Jürgen Leiste singt und spielt traditionelle russische Lieder

Viel Freude und Anklang fanden bei den Jugendlichen die allabendlich von Jürgen Leiste vorgetragenen und auf der Gitarre begleiteten Lieder, bei denen sich so manch freundschaftliche Verbindung vertiefte.

Lesen Sie auch die Berichte auf Seite 30 bis 33 im Anthropos-Report 2017.

Natur- und Umweltschutz“ hat über Grenzen hinweg große Bedeutung, und auch im Jahr 2017 leistete der Anthropos e.V. hierzu seinen Beitrag; die Förderung und Unterstützung von Jugendlichen in diesem, für unser Zusammenleben auf der Erde so wichtigen Wissensgebiet, ist uns ein besonderes Anliegen.

So werden auch im Herbst 2017 im „Moosbruchhaus“ wieder Seminare für Kinder und Jugendliche zum Thema „Nahrung aus Wald und Flur” mit vielen kleinen Expeditionen in die Weiten des ‚Großen Moosbruch‘ durchgeführt.


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Totalschaden nach dem Kabelbrand – Sophia VI BITTE um Spenden

Leider nahmen die vielen wunderbaren und glücklichen Tage, die wir mit den Jugendlichen in der großartigen Natur der Hochmoore verbringen durften, ein jähes Ende: Auf der Fahrt in die Kreisstadt Slawsk wurde unser VW-Bus, Sophia VI, durch einen spontanen Kabelbrand fahruntüchtig. Dem Koordinator des Anthropos e.V. bescherte dies glücklicherweise nur abgebrannte Augenbrauen und ein schwarzes Gesicht. Der Schaden am VW-Bus ist aber ein Totalschaden, sodaß wir jetzt dringend einen neuen gebrauch-ten VW-Bus – eine Sophia VII – besorgen müssen; denn diese Sophias sind das „rote Band“, was uns all die Jahre mit den Menschen im Kaliningrader Gebiet verbindet.

Hier benötigen wir Ihre Hilfe – auch mit kleinen Spenden. Herzlichen Dank vorab!

 


Hilfe zur Selbsthilfe war von Anbeginn das Motto des Anthropos e.V., das unsere vielfältigen Aktivitäten verbindet. So ist das Zusammenwirken der pädagogischen und psychologischen Seminare mit Hans-Wolff Graf, Swetlana Dovzhenko und Yuri Deschkowitsch mit den praktischen Hilfen und der zielgerichteten Organisation vor Ort durch die persönliche Betreuung von Jürgen Leiste der Schlüssel zu unserem Erfolg im Kaliningrader Gebiet.

Wir sehen unsere menschen- und völkerverbindenden Projekte als einen fruchtbaren Beitrag für FRIEDEN auf dieser Welt – nicht nur für den europäischen Brennpunkt Rußland-Ukraine-Deutschland. Die Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer ist die Basis dafür, daß wir uns durch Politiker und Militärs nicht mehr in Kriege verwickeln lassen. So haben wir auf dem Seminar im Juni 2017 den oftmals beiläufig verwendeten, für den Frieden jedoch ausschlaggebenden Begriff ‚Liebe‘ mit Leben gefüllt – das überraschende Ergebnis können Sie auf Seite 18 im Anthropos-Jubiläums-Report 2017 lesen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei all den friedliebenden, engagierten Mitgliedern, Helfern, Spendern und Sponsoren auf das Herzlichste für ihre Unterstützung und Hilfe bedanken – SIE sind der Boden für die Kinder der nächsten Generationen.

Jürgen Leiste und Nicola Trautner

 

Jede liebevolle, wertschätzende und achtungsvolle Geste ist ein Geschenk!

Impressionen aus dem Anthropos-Jubiläums-Report 2017

7 Erfrischung in den Blänken_Website 8 Das Geheimnis der Steine und Zwerge werden erforscht_Website 7 Alexej Sokolow begrüßt die Kinder aus Osjorsk im Museum Wystitter See_Website 6 Ausflug nach Krasnolessje2_Website

Hier gibt’s den Jahresbericht 2017 zum Download

 

Anthropos-Jubiläums-Report 2017

Der Anthropos-Jubiläums-Report 2017 ist da!

30 Jahre Anthropos e.V. Für die Kinder dieser Welt

Anthropos-Jubiläums-Report 2017

Inhaltsverzeichnis:

  • Editorial
  • Liste unserer Helfer, Spender und Sponsoren
  • Bienen und 30 Jahre Anthropos e.V.
  • Das Gründungsjahr 1987 und die ersten Projekte
  • Jahresbericht des Anthropos e.V. von August 2016 bis Juli 2017
  • Fragen–Lernen–Weitergeben, Swetlana Dovzhenko
  • Seminare in Kaliningrad – „Elternakademie“ und „Lebensakademie
  • Stier und Ziege – eine Geschichte von Dascha Galiewa, (10 J.)
  • Lächele und die Welt wird schöner – Bericht aus Osjorsk
  • Unsere gemeinsamen Taten in Krasnolessje
  • Ein Dorf blüht auf – Krasnolessje
  • Lwowskoje grüßt alle ganz herzlich!
  • Die Kinder brauchen Anthropos – wir brauchen Sie
  • 30 Jahre Aktivitäten des Anthropos e.V., Kurzvorstellungen unserer Tätigkeiten im Kaliningrader Gebiet inkl. Landkarte
  • Besuch im ‚Moosbruchhaus‘, Gromowo – eine russisch-weißrussische Expedition
  • Zusammenarbeit Natur- und Umweltschutz mit Dr. Maksim Napreenko
  • Zusammenstellung weiterer Aktivitäten – 30 Jahre Anthropos e.V.
  • Meine Reise nach Kaliningrad, Eva-Maria Engl-Kasper
  • Kinder erklären die Welt
  • Kaliningrad-Kiew-Karpaten – Reiseerlebnisse von Anastasiia Sydorenko
  • Anthropos e.V. in den Karpaten – Westukraine, Marta Simotijuk
  • Lassen Sie Ihr Kind rechtzeitig los, sonst kann es zu einem Desaster kommen“, Interview in Iwano-Frankiwsk von Natalija Mostova (‚MICTO №7‘) mit H.-W. Graf
  • Schlußwort
  • …und noch eine Auswahl von Aktivitäten der letzten 30 Jahre

 

Zur Online-Bestellung per eMail: info@anthropos-ev.de